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Wie das Solar-Business endlich in Afrika Fuß fasst

Es ist schon verrückt. Wir installieren auf unseren Dächern Solaranlagen, obwohl die Sonne hier wirklich nicht so häufig und intensiv scheint wie an anderen Orten der Welt. U.a. deshalb müssen wir hier den Einsatz erneuerbarer Energien intensiv subventionieren, damit die Energiewende in Deutschalnd nachhaltig eingeläutet werden kann. An anderen Orten der Welt, wo die Sonne viel häufiger scheint und dezentrale Energieerzeugungssysteme viel dringender benötigt werden, hinkt diese Entwicklung noch enorm nach. Deshalb sind neue Ideen, Konzepte und Initiativen gefragt, um dieses Ungleichgewicht zu brechen. Das würde nicht nur der Umwelt z.B. in Afrika gut tun, sondern auch die Wirtschaft voranbringen und viele neue Existenzen und Arbeitsplätze schaffen. Ich will das nur anhand von drei Projekten veranschaulichen:

Grameen Shakti finanziert und installiert seit 1996 kleine Solaranlagen auf die Dächer der Häuser der Menschen in Entwicklungsländern, die am “Solar Home Systems‹ – Projekt teilnehmen. Sie erhalten Kredite und bezahlen drei Jahr lang exakt den monatlichen Betrag, den sie bisher für Energie bezahlt haben. Damit können Zins und der komplette Tilgungsbetrag bezahlt werden. Da die Anlagen in der Regel mindestens acht Jahre funktionieren, haben die Hausbesitzer fünf Jahr lang kostenlosen Strom. Bisher wurden auf diesem Weg mehrere hunderttausend Solaranlagen installiert.

Noch einen Schritt weiter gehen die Initiatoren der Crowdfundingplattform „Energy in Common“. Seit kurzem kann man auf deren Webseite Kleinstkredite an Unternehmer und Privatpersonen aus Entwicklungsländern verleihen, die in erneuerbare Energieprojekte investieren wollen. Derzeit stehen neun Projekte zur Auswahl, für die ein Kapitalbedarf zwischen 46 und 275 USD aufgerufen wird. Als Kreditgeber kann man schon mit 25 USD einsteigen und damit Menschen in den Entwicklungsländern helfen, mit Hilfe des Solar Business auf eigenen Beinen zu stehen.

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Keine Angst, es gibt auch gute Projekte made by Germans. Heidi Schiller und Wolfgang Hofstätter errichten mit ihrer Kaitos AG, sog. „Solar-Kioske“, in denen via Solarenergie dezentral Strom für die Haushalte und Unternehmen in den Dörfern Afrikas vor Ort erzeugt wird und von Unternehmern vor Ort betrieben werden. Einwohner oder lokale (Handwerks–)Betriebe können am Energie-Kiosk wie an einer Tankstelle Lampen, Mobiltelefone, Batterien und Akkus ganz unterschiedlicher Größe aufladen und damit ihren individuellen Energiebedarf decken. Auch Stromanlagen für Betriebe, Krankenhäuser oder Privathäusern wurden bereits installiert. Langfristiges Ziel ist es, alle dörflichen Anlagen in einem lokalen Netz zu verknüpfen und als Dorfstromanlagen zu betreiben.

Alle diese Projekte haben gemeinsam, dass hier nicht Almosen verteilt werden, sondern Hilfe zur Selbsthilfe angeboten wird. Es ist schon bezeichnend, dass unabhängige Unternehmer solche Projekte auf die Beine stellen und keine der sonst „üblich verdächtigen“ Hilfsorganisationen. Nicht nur die Stromversorgung wird immer dezentraler, sondern auch die Hilfe. Dadurch kann sich jeder, der sich an solchen Projekten finanziell beteiligt, viel mehr mit dem identifizieren, was dort passiert. Und er wird, weil er sich sicher sein kann, dass seine Gelder viel weniger in dunklen Kanälen verschwinden, gerne auch seinen Freunden und Bekannten davon berichten und zur Mithilfe animieren.

Bildquellenangabe: RainerSturm / pixelio.de

2 Responses to Wie das Solar-Business endlich in Afrika Fuß fasst

  1. […] den Beitrag weiterlesen: http://www.best-practice-business.de/blog » Wie das Solar-Business … Tags:solarenergie, denen-via, Lampen, stromanlagen, privath, und-von, akkus, batterien, […]

  2. Ich freue mich zwar, dass das Projekt so langsam voran geht, aber kann auch schon wieder die Preise sehen. Eigentlich sollten die Preise zumindest gleich bleiben, da zwar die Technik finanziert werden muss, aber Sonne ja mal nix kostet. Auf lange Sicht sollte man dann noch mehr sparen, da der Platz in Afrika lt. einem Sprecher ausreicht, um ganz Europa zu versorgen…also an die Energie glaub ich, der Preis wird durch die Politik schon verhandelt werden.

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