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Funktioniert das Nespresso-Prinzip auch mit Tee?

Im Jahr 1976 erfand der damalige Nestle-Mitarbeiter Eric Favre ein System, Wasserdampf in eine Kapsel gefüllt mit Kaffee zu drücken, deren Boden bei bestimmten Druck perforiert. Die Erfindung stoß auf keine große Begeisterung innerhalb des Konzerns. Viele Jahre später wollte Favre frustiert das Unternehmen verlassen, unternahm allerdings noch einen letzten Versuch, indem er sich direkt an den Nestle-Chef wandte. Tatsächlich bekam er das O.K. 1986 wurden die ersten Nespresso-Maschinen produziert. Der Durchbruch kam in den 90iger Jahren, als Favre ein Marketinggenie zur Seite gestellt wurde.

Heute ist Nespresso eine der Erfolgsgeschichten von Nestle. Der Umsatz liegt mittlerweile bei deutlich über 2 Mrd. EUR pro Jahr, das Wachstum ist regelmäßig zweistellig. Ein großes Geheimnis wird um die Umsatzrendite gemacht. Einige Experten vermuten eine Umsatzrendite von mehr als 50%. Kann das sein? Wenn man bedenkt, dass sich einer Kapsel, die 30 Cent kostet, rund sechs Gramm Kaffee befinden, dann entspricht das einer achtfachen Marge im Vergleich zum handelsüblichen Filterkaffee. Hinzu kommt, dass Nespresso die Produkte über seine Shops und seinen Internetclub selber vertreibt und damit den Großteil der Wertschöpfung selber abschöpft.

Kann solch ein Erfolg von Nestle wiederholt werden? Seit letztem Jahr wird dies unter der Bezeichnung „Special.T“ versucht. Ester Testmarkt ist Frankreich. Begründet wird das von Nestle damit, dass die Franzosen überdurchschnittlich viel Geld für Essen und Trinken ausgeben würden. Experten sind jedoch skeptisch, weil die Franzosen nicht als passionierte Teetrinker bekannt sind. Zudem werden die Teekapseln nur über das Internet vertrieben und nicht in den exklusiven Nespresso-Shops angeboten. Deshalb glauben nicht alle daran, dass auch Special.T ein Erfolg werden könnte.

Und jetzt kommt auch noch direkt Konkurrenz vom „Nespresso-Erfinder“ Favre. Vor wenigen Tagen hat er sein neues Konzept „Tpresso“ der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Die Markteinführung dieses Gesamtsystem soll zuerst in China erfolgen. Auch das hinterlässt eher Stirnrunzeln bei den Experten, denn die Tpresso-Maschine soll umgerechnet mehr als 600 EUR und eine Kapsel, die vier Portionen Tee ergibt, soll zwischen einem und zwei EURO kosten. Damit ist die Maschine deutlich teurer als bei Special.T (ca. 80 EUR) und auch die Kapselpreise liegen im High-End-Bereich. Letztlich fehlt auch hier ein überzeugendes Vertriebssystem. Der Kampf bleibt offen.



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One Response to Funktioniert das Nespresso-Prinzip auch mit Tee?

  1. TeeTalk sagt:

    Wenn sich das durchsetzt, haben wie ähnlich wie beim Kaffee, einen absoluten Wahn bei den Teemaschinen. Was früher ohne Technik ging, muss nun mit teuren Maschinen laufen.

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