In Crowdfunding, Geschäftsidee, Idee - Agent, Idee - Finance, Idee - Web, Innovation, Marketing - Preis

Mit Innovestment geht die nächste Equity-Crowdfunding-Plattform an den Start

Nach dem Erfolg der Crowdsponsoringplattform kickstarter war es nur eine Frage der Zeit, bis Klone aus Deutschland auf der Bildfläche erscheinen würden. Jetzt rollt die nächste Welle durch Deutschland: Equity-Crowdfundingplattformen versuchen ihr Glück. Nachdem seedmatch seit mehr als einem halben Jahr an dieser Herausforderung arbeitet und für eigene Zwecke schon erfolgreich Kapital via Crowdfunding eingesammelt hat, versuchen jetzt die nächsten Gründer mit der Plattform Innovestment, ein Stück vom Kuchen abzubekommen.

Die Besonderheit: Interessenten können im Rahmen einer Auktion auf angebotene Anteile von StartUps bieten, wobei Investitionen schon mit Einzelbeträgen ab ca. 1.000 € möglich sein sollen. Auf diese Weise soll ein fairer Marktpreis für die Anteile bestimmt werden, der auf der Zahlungsbereitschaft einer Vielzahl von Investoren beruht. Als Zeitraum für die Auktion werden standardmäßig 14 Tage angesetzt. Hier ist das Auktionsprinzip näher beschrieben. Mir ist noch nicht klar, ob die StartUps einen Mindestpreis festlegen können. Auf jeden Fall soll eine Sofort-Kauf-Option zum Fixpreis von den StartUps angeboten werden können.

Die Bieter, die zum Zug kommen, schließen mit dem Start-Up einen standardisierten Vertrag über eine stille Beteiligung ab. In diesem Vertrag sind Kapitaleinsatz und Beteiligungshöhe ebenso wie Informationspflichten und Kündigungsrechte geregelt. Die stillen Teilhaber erwerben somit eine Anlage mit hohem Renditepotenzial, bei der das Risiko auf die eigene Einlage beschränkt ist. Ein Totalausfall bei der Beteiligung von StartUps ist natürlich möglich. Durch die kleine Stückelung soll es Investoren möglich sein, das Risiko zu diversifizieren.

Innovestment erhebt vom Start-Up eine einmalige kapitalbedarfsabhängige Vermittlungsgebühr in Höhe von 4 bis 8%. Weitere Kosten sollen nicht entstehen. Die Registrierung und der Zugang zu Basisinformationen über die Start-Ups auf Innovestment ist für Investoren kostenlos. Für eine weitergehende Nutzung und Teilnahme an Auktionen wird eine Gebühr von 9,90 € inkl. 19 % ges. MwSt. pro Monat erhoben. Diese Gebühr dient vor allem dem Schutz der Geschäftsideen.

Innovestment ist ein Spin-Off der RWTH Aachen. Hinter Innovestment steht ein 4-köpfiges Gründungsteam mit einem nach eigenen Angaben breiten Kompetenzspektrum in Gründercoaching, Auktionsdesign
und Webentwicklung. Besonders spannend finde ich das wissenschaftliche Unterstützungsnetzwerk des StartUps. Mit Frank Piller ist z.B. ein „bekanntes Gesicht“ dabei, dass unsere Leser schon lange kennen, denn Frank ist einer der renommiertesten Mass Customization Experte in der Welt. Ich hoffe deshalb auch, dass über seine Pipeline ein paar spannende StartUps den Weg zu Innovestment finden. Die ersten StartUps sollen im Herbst 2011 eingestellt werden.

4 Responses to Mit Innovestment geht die nächste Equity-Crowdfunding-Plattform an den Start

  1. Adrian sagt:

    Das Problem das sowohl Seedmatch als auch Innovestment haben dürften ist meiner Meinung nach doch, dass es sich aus rechtlicher Sicht um eine Öffentliches Angebot handelt (mit allen Konzequenzenz z.B. Vorlage eines BaFin geprüftes Verkaufsprospekt etc.)
    Wie siehts Du das Burkhard?

  2. Hallo Adrian,

    im Artikel über seedmatch unter http://www.best-practice-business.de/blog/?p=21744 habe ich die wichtigste Passage des Wertpapierverkaufsprospektgesetzes zu diesem Thema zitiert:

    “Ausgenommen von der Prospektpflicht sind:…Angebote, bei denen von derselben Vermögensanlage im Sinne des Absatzes 1 nicht mehr als 20 Anteile angeboten werden oder bei denen der Verkaufspreis der im Zeitraum von zwölf Monaten angebotenen Anteile insgesamt 100.000 Euro nicht übersteigt oder bei denen der Preis jedes angebotenen Anteils mindestens 200.000 Euro je Anleger beträgt….‹

    Deshalb deckelt seedmatch derzeit das Funding auf 100.000 EUR.

    Ich sehe allerdings ein Problem, wenn ein Investor mehrere Beteiligungen über solche Plattformen eingeht, weil dies evtl. als gewerblich definiert wird und damit Konfrontation mit der Bafin entstehen könnte. Wir hatten das Thema schon einmal bei smava & Co. Das wurde damals durch die Zwischenschaltung einer Wertpapierhandelsbank gelöst. Ich hoffe, das Thema wird hier oder mit den Verantwortlichen noch einmal sauber durchdiskutiert.

  3. Adrian sagt:

    Super Beitrag.Habe einige frische Gedankenanstoesse gekriegt. Freue mich schon auf neue Posts zum Thema.

  4. Bench sagt:

    Ich bin jetzt praktisch und habe mit endlich ein RSS Feed Tool zugelegt. wie kriege ich den nun die URL zum RSS Feed ?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.