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Einzelhändler in.gredients will ohne Verpackungen auskommen

Selbstbedienung gehört heute zum Alltag im Lebensmitteleinzelhandel. Aber trotzdem gibt es auch in den Selbstbedienungsbereichen Plastiktüten, um die Produkte einzupacken, wie z.B. in der Obst- und Gemüseabteilung. So ist dies auch im Schuhbecks Gewürzladen, in dem die meisten Gewürze aus den Behälten in kleine Tütchen „geschaufelt“ werden können. Am weitesten geht bisher die Franchise-Einzelhandelskette BulkBarn aus Kanada, über die wir bereits 2006 hier im Blog berichtet haben. Hier kann man hunderte Produkte, ob Süßigkeiten, Backzutaten, Gewürze, Trockenfrüchte, Frühstücksflocken, Trockenfutter für Haustiere etc. aus Klarsichtbehältern „herausschaufeln“.

Doch jetzt geht ein Lebensmittelgeschäft in Austin, Texas noch einen großen Schritt weiter. Im in.gredients gibt es überhaupt keine Einwegverpackungen mehr. Vielmehr sollen die Kunden ihre eigenen Behälter mitbringen, im Geschäft auf die Waage stellen, anschliessend die einzelnen Produkte in die Behälter füllen und anschließend wieder wiegen. Die Gründer des in.gredients wollen damit einen Beitrag leisten, den Verpackungsmüll zu reduzieren, der gerade in den USA ungeahnte Ausmaße angenommen hat. Ähnlich wie bei BulkBarn werden die meisten Produkte in Klarsichtbehältern aufbewahrt, aus denen die Kunden ihre benötigte Menge herausschaufeln können. Und wer die nötigen Mehrwegverpackungen nicht dabei hat, kann sie selbstverständlich im in.gredients käuflich erwerben.

Zudem sollen möglichst viele Produkte aus der Region verkauft werden, um den CO2-Ausstoß, der durch den Transport der Lebensmittel vom Hersteller zum Händler verursacht wird, möglichst gering gehalten wird. Das bedeutet natürlich auch, dass zumindest was leicht verderbliche Ware angeht, nur Saisonware angeboten werden soll. Das bedeutet aber auch, dass es keine Erdbeeren im Winter gibt u.s.w. Die große Frage wird deshalb sein, ob die amerikanischen Kunden diese Bevormundung akzeptieren oder nicht.

Vielmehr bin ich gespannt, welche Innovationen in.gredients hervorbringen wird. Ich könnte mir z.B. vorstellen, dass ein Pfandsystem für Mehrwegverpackungen eingeführt wird, wie wir das von der Getränkeindustrie hier in Deutschland schon kennen. Eine weitere Herausforderung besteht aus meiner Sicht darin, die strengen Hygieneregeln einzuhalten. Und was passiert, wenn der Kunde zu viel in seinen Behälter gefüllt hat und einen Teil der Ware wieder zurückgeben will? Auf jeden Fall hat die Öffentlichkeit o.g. Vorhaben schon entdeckt. Und durch clevere Aktionen, wie auf der Crowdfundingplattform indiegogo, wird frühzeitig eine Fancommunity aufgebaut.

Gefunden bei treehugger

2 Responses to Einzelhändler in.gredients will ohne Verpackungen auskommen

  1. Holzmöbel sagt:

    Das ist sowas von vorbildlich!! ich bin total begeistert von dem Konzept! Jetzt nur noch hoffen, dass auch andere mit gutem Beispiel vorangehen, und sich endlich mal um die Umwelt kümmern. Auch in Deutschland wird viel zu viel Verpackung weggeschmissen.

  2. […] sorgt für die schnelle Verbreitung. In 2011 habe ich dann über das US-Einzelhandelskonzept in.gredients berichtet, das ursprünglich komplett auf Verpackungen verzichten […]

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