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Wenn fehlendes Risikomanagement Kundenaufträge kostet



Bildquellenangabe: Oliver Haja / pixelio.de

Grundsätzlich muss jeder Unternehmer ein Interesse daran haben, ein Risikomanagementsystem einzuführen, um auch größere Krisen zu überstehen. Die Realität sieht anders aus, wie in einem Wiwo-Artikel anschaulich erläutert wird: „Mehr als die Hälfte aller mittelständischen Unternehmen verzichtet auf ein Risikomanagement, zeigt eine aktuelle Untersuchung der Hochschule Deggendorf in Niederbayern – obwohl der Gesetzgeber zumindest bilanzierenden Mittelständlern vorschreibt, über ihr Risikomanagement Rechenschaft abzulegen. Zur Bilanzierung verpflichtet sind Unternehmen mit mehr als 500.000 Euro Umsatz oder mehr als 50.000 Euro Gewinn pro Jahr sowie selbstständige Einzelkaufleute. Die Verweigerer verzichten auf Risikovorsorge, obwohl die Rechtsprechung keinen Unterschied mehr macht zwischen Konzern und mittelständischem Winzling, wenn es zum Beispiel um Produkthaftungsfragen geht.“

Auch wenn der Gesetzgeber mit der Rechenschaftspflicht für bilanzierende Einzelkaufleute und Unternehmen die Richtung vorgibt, bedeutet das noch lange nicht, dass Risikomanagementsysteme auch tatsächlich in Unternehmen eingeführt und „gelebt“ werden. Derjenige, der auch heute noch den größten Druck ausüben kann, ist der Kunde, vor allem der Großkunde. So ist das auch einem mittelständischen Unternehmer passiert, der Heizungs-, Lüftungs- und Klimasysteme für Industrieanlagen in aller Welt anbietet. Ihm wurde laut Bericht in der WiWo ein weiterer Großauftrag seines Kunden nicht gegeben, obwohl er zuvor für dasselbe Projekt schon einen Großauftrag erhalten hatte. Die Begründung lag darin, dass der Auftragnehmer kein ausreichendes Risikomanagementsystem vorweisen konnte. Das sollte nie wieder passieren und deshalb führte der mittelständische Unternehmer ein ganzheitliches Risikomanagementsystem ein und ließ es nach DIN ISO 31 000 zertifizieren.

Das Ergebnis kann sich laut WiWo-Bericht sehen lassen: „So liegen für alle Führungskräfte unterschriebene Vollmachten für die jeweiligen Vertreter parat. Alle Ersatzkräfte sind eingearbeitet und wissen über die laufenden Projekte Bescheid, damit sie reibungslos übernehmen können. Für den Fall, dass ein Zulieferer ausfällt, hat Wideburg Optionsverträge mit anderen Anbietern geschlossen… Falls die Eigenmittel knapp werden sollten, kann Wideburg auf die Blanko-Zusage einer Bank zurückgreifen….Sein Risikomanagement deckt nun die gesamte Lieferkette ab: Wideburgs Mitarbeiter checken regelmäßig alle Zulieferer, ob sie auf Ausfälle bei Personal, Finanzen, IT oder Materialfluss vorbereitet sind. Seine strategischen Risiken federt er mit mehr Diversifizierung ab.“

Es braucht häufig mehrere Impulse bzw. nachhaltigen Druck von außen, um längst überfällige Maßnahmen durchzuführen, wie obiges Beispiel eindrucksvoll aufzeigt. Letztlich ist es aber nie zu früh, ein Risikomanagementsystem einzuführen, denn letztlich geht es hier um die Existenz des Unternehmens. Natürlich ist es allzu menschlich, solche Risiken auszublenden und lieber die Chancen zu betrachten, die sich einem Unternehmer bieten. Deshalb helfen obige Beispiel hoffentlich, frühzeitig aufzurütteln. Und für Berater ist es die Chance, sich als Risikomanagementexperte zu positionieren. Denn genug Argumente für das Verkaufsgespräch liefert allein dieser Artikel. Und passende Kooperationspartner fallen mir auch gleich ein, wie z.B. Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Versicherungsmakler, Banken etc.

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