In Crowdfunding, Crowdsourcing, Geschäftsidee, Idee - Drink

Crowdinvesting-Plattform mashup-finance startet am 20.01.2012 das erste Funding für Munich Destillers

Die nächste Crowdinvesting-Plattform in Deutschland steht kurz bevor, ihr erstes Funding zu organisieren. Die Plattform trägt den Namen mashup-finance und ist in München beheimatet. Es ist schon erwähnenswert, dass bisher keine dieser Plattformen von einem Startup aus Berlin (Internethochbuch) oder Frankfurt (Finanzhochburg) betrieben werden. Dagegen sind die Beweggründe für den Aufbau solch eine Plattform sehr ähnlich. Ähnlich wie bei seedmatch hat auch ein Geschäftsführer bei mashup-Finance (Dr. Levin Brunner) leidige Erfahrungen damit gesammelt, überschaubares Startkapital bei externen Kapitalgebern wie Business Angels oder VC´s einzusammeln. Das ist zwar irgendwann mit einem seiner StartUps gelungen, aber der Weg dahin war sehr beschwerlich. Insofern war es naheliegend, dass Levin Brunner eine Crowdinvesting-Plattform aufbauen würde. Er hat noch einen Rechtsanwalt mit in der Geschäftsführung an Bord (Dino Barkhof), um alle rechtlichen Hürden in diesem neuen Feld elegant zu überspringen.

Man muss auch nicht lange suchen, um den USP von mashup-finance zu entdecken. Finanziert werden sollen vor allem StartUps aus dem Nicht-Internet- und Nicht-High-Tech-Segment. Denn diese Non-Tech-StartUps haben es besonders schwer, an Beteiligungskapital heranzukommen, obwohl sie trotzdem häufig sehr innovative Geschäftskonzepte verfolgen. Deshalb ist auch das erste Funding, das am nächsten Freitag beginnen soll, wegweisend. Die Gründer von Munich Destillers suchen via mashup-finance nach Beteiligungskapital, um von Beginn an richtig durchstarten zu können. Hinter diesem StartUp aus München stehen Konstantin Graf von Keyserlingk, Maximilian Kloker und Mario Gallone, die erst vor kurzem ihre Firma gegründet haben. Ziel ist es, hochwertige Spirituosen unter Rückbesinnung auf traditionelle, aber nachhaltige Herstellungsmethoden zu entwickeln und zu vermarkten. In Zeiten, in denen globale Player den Markt mit weitgehend mainstream konformen Spirituosen überschwemmen, liegt es in der Philosophie der ‚Munich Distillers’, als Unternehmen mit lokaler Produktionsstätte und in Handarbeit, aus hochwertigen Rohstoffen gefertigten Produkten, wahrgenommen zu werden.

Die ‚Munich Distillers’ verstehen sich als innovative Brennerei und Spirituosenmanufaktur und arbeiten konzentriert an der Weiterentwicklung ihrer Produktpalette. So experimentieren sie, neben Ihren Kernprodukten, dem Vodka ‚M11’ und dem ‚River-Rum’, an edlen Destillaten und Bränden für den erlesenen Geschmack. Zusammengefasst basiert die Geschäftsidee der ‚Munich Distillers’ auf den folgenden 5 Säulen:

  1. Der Spirituosen Produktion in der Manufaktur (Brände, Bitter& Liköre) für Bars, Clubs und den Einzelhandel
  2. Dem Branding oder auch Signatur Drink: Aufbau und Weiterentwicklung der Eigenmarke, aber auch Individualisierung der Produkte (Design der Flasche, des Etiketts, des Inhaltes, der Verpackung)
  3. Dem interaktiven Erleben der Destillerie (Showbrennen, Führungen, Brennkurse, Shopbereich und Degustation)
  4. Dem einzelnen Produkt als Werbemittel, bzw. Werbeträger für Unternehmenskunden
  5. Dem eigenen Barbetrieb vor Ort und der Belieferung im Catering und Eventbereich

Die Gründer von Munich Destillers haben ein mehrstufiges Wachstumskonzept entwickelt, um den Markt zu durchdringen. Zunächst wollen sich die ‚Munich Distillers’ ihren beiden Kernprodukten, ‚Rivers Rum‘ und ‚M11 Vodka‘, deren Herstellung extrem komplex und aufwendig ist, widmen. Danach steht der Aufbau des Produktionsstandorts mit Barbetrieb und Destillationstechnik im Vordergrund, damit das Prädikat „Made in Munich“ wirklich soweit wie möglich umgesetzt werden kann. Gleichzeitig wird das B2B-Geschäft langsam, aber kontinuierlich aufgebaut werden, so dass Interessenten aus der Bar- und Nachtclubszene als Kunden gewonnen werden können. Nicht zuletzt soll schließlich besonderes Augenmerk auf die Idee ‚Boutique Distillery‘ gelegt werden; das heißt, die Produktion von immer neuen Limited und Special Editions mit ausgefallenen Rezepturen, besonderen Etiketten, Verpackungen und Flaschen. Durch diesen Mehrstufenplan wollen die Gründer nicht ins Stolpern kommen, sondern step by step die Wachstumspotentiale des Geschäftsmodelles schöpfen. Trotzdem braucht es von Beginn an eine ausreichende Kapitalausstattung, um zeitnah Erfolge erzielen zu können. Deshalb werden schon in der frühen Unternehmensphase die Crowds mit in die Finanzierung eingebunden.

Spannend finde ich, dass die Gründer von Munich Destillers zeitnah eine Kooperation mit einem innovativen Player der Crowdsourcing-Produktentwicklungsbranche anstreben: Die crowd-designed Limited Edition über www.unserAller.de soll zu einer festen Institution werden, die dreimal jährlich ein Produkt zu einem besonderen Thema herausbringt. Wir haben schon mehrfach hier im Blog über unserAller geschrieben und u.a. über die beeindruckende Performance eines der ersten Crowdsourcing-Produktentwicklungsprojekte berichtet. Von dieser Kooperation kann sicherlich auch mashup-finance profitieren, die natürlich in ihrer Startphase darauf angewiesen sind, schnell Kontakt zu Crowd-Investoren und innovativen StartUps zu bekommen. Und vielleicht inspiriert mashup-finance weitere Initiatoren, Crowdinvesting-Plattformen mit Fokus auf regionale Investments zu gründen. So könnte es evtl. gelingen, die Idee außerhalb der Webszene vor Ort salonfähig zu machen. Das gelingt natürlich am besten mit kapitalsuchenden StartUps, die sehr viele Kundenkontakte haben bzw. aufbauen werden. Es begeistert mich, wie unterschiedlich die Ansätze der einzelnen Crowdinvesting-Plattformen bisher in Deutschland sind. Weiter so!

One Response to Crowdinvesting-Plattform mashup-finance startet am 20.01.2012 das erste Funding für Munich Destillers

  1. […] habe in dieser Woche hier im Blog schon ausführlich über das erste Funding auf der deutschen Crowdinvestingplattform mashup-finance […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.