In Geschäftsidee, Idee - ecommerce, Idee - Food, Idee - Landwirt, Trends

MeineKleineFarm gibt dem Fleisch ein Gesicht

Vor mehr als fünf Jahren habe ich hier im Blog über das etwas ungewöhnliche Serviceangebot des “La Cabana Steakhouse‹ in Buenos Aires berichtet. Jedes bestellte Steak wurde mit einem Zertifikat serviert, auf dem sich eine “Tracking Nummer‹ befand. Diese Tracking Nummer konnte in den Touch-Screen-Computer im Foyer des Restaurants oder auf einer speziellen Webseite eingegeben werden und der Gast erhielt danach detaillierte Informationen über das, was vor ihm auf dem Teller lag: Herkunft des Rindes, Alter, Futtermittel, Adresse des Züchters, Name des Tierarztes, verabreichte Impfstoffe und sogar ein Foto – aufgenommen natürlich vor dem Schlachtdatum.

Auf eine ähnliche Idee kam vor einiger Zeit Dennis Buchmann aus Berlin, der einen etwas anderen Internetshop für Wurstwaren unter dem Namen meinekleinefarm.org eröffent hat. Auf seiner Webseite stellt er mehrere Schweine vor, die ganz im Stile einer Castingshow gewählt werden können, um als nächstes geschlachtet zu werden. Allerdings hat diese etwas andere Castingshow einen Haken. Auch die anderen Schweine, die nicht gewählt werden, werden geschlachtet. Das ist vielleicht ein Grund, warum die Geschäftsidee von Dennis Buchmann mehr als kontrovers auf seiner Webseite und auch woanders diskutiert wird.

Es ist schon für mehr als einen Konsumenten befremdlich, dass er vorher sieht, was er nachher verzehrt, wenn es um Lebewesen geht. Aber Dennis Buchmann hat sich etwas dabei gedacht. Er will mit MeineKleineFarm zu bewussterem Konsum von Fleischprodukten aufrufen. Die Folge wird in der Regel sein, dass die Menschen, die sich damit intensiv beschäftigen, automatisch weniger Fleisch verzehren. Wenn sie Fleisch verzehren, dann soll es aber Fleisch von glücklichen Schweinen sein. Und deshalb handelt es sich bei Dennis Buchmann um Freilandschweine aus Biozüchtung. Und selbstverständlich stellt sich auch der Schweinezüchter Bernd auf der Webseite vor.

Im ersten Moment wirkt die Webseite „handmade“, letztlich handelt es sich um einen Blog mit ergänzenden Informationen und eingebundenen Onlineshop. Dieser „handmade“-Eindruck scheint genauso gewollt zu sein, wie der BlogStyle. Letztlich sollen sich alle bestehenden oder potentiellen Kunden auf der Webseite austauschen können. Das führt natürlich auch zu sehr hitzigen Diskussionen, ob Fleischkonsum überhaupt noch ethisch zu vertreten ist. Dennis Buchmann mischt sich ganz bewusst nicht in diese Diskussion ein. Auf jeden Fall ist das Angebot von ihm ein „gefundenes Fressen“ für die Medien.

Gefunden in und mehr Infos unter Spiegel-Online

9 Responses to MeineKleineFarm gibt dem Fleisch ein Gesicht

  1. […] nächstes geschlachtet werden können. “Ganz im Stile einer Castingshow”, schreibt der Best-practice-Business-Blog.  Allerdings:  Auch Schweine, die nicht gewählt werden, werden geschlachtet. Debatten und PR […]

  2. Markus sagt:

    Tolle Idee, um auch als Landwirt vom E-Commerce zu profitieren. Als USP sicherlich hilfreich, jedoch kann nicht die ganze Branche so anbieten…

  3. bubzisra sagt:

    A righteous wife to help you with your wordly and religious affairs is the best treasure anyone could have.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.