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UnseenIdeas will größter Marktplatz für unveröffentlichte Ideen werden

Wir hier im Blog präsentieren fast täglich innovative Marketingideen aus der ganzen Welt, die unsere Leser inspirieren sollen. Dabei handelt es sich um Ideen, die i.d.R. umgesetzt wurden und als Referenz für die Agenturen gelten, die sich diese Kampagnen ausgedacht haben. Was viele nicht bedenken. Auf dem Weg zur Kampagne, die tatsächlich umgesetzt wurde, gab es meist zig Ideen, die von den Agenturen oder Kunden verworfen wurden. Wäre es nicht spannend, auch diese Ideen zu präsentieren. Genau das hat sich auch Boris Dolkhani gefragt und daraufhin die UnseenIdeas-Plattform online gestellt. Das Konzept seiner Plattform beschreibt er auf seiner Webseite wie folgt:

„UnseenIdeas ist eine Online-Plattform die es erstmalig ermöglicht, bislang unveröffentlichte Arbeiten, Konzepte, Ideen oder Kampagnen weiteren potentiellen Interessenten zugänglich zu machen und sie zu verwerten. UnseenIdeas ist ein neuer Vertriebskanal für Kreative. Und für die Industrie ein völlig neuartiges Prinzip, schnell und unkompliziert an kreative, unveröffentlichte Ideen zu kommen, weltweit. UnseenIdeas ist schlichter Vermittler von Kontakten. Was aus der Vermittlung wird, obliegt einzig den Beteiligten. Unsere Vision: UnseenIdeas ist der weltweit größte Marktplatz für unveröffentlichte Ideen, Konzepte und Kampagnen.“

Im Video wird die Funktionsweise und der Nutzen näher erläutert. Gerne will ich das kurz zusammenfassen: „Registrierte Agenturen laden Videos, Bilder und Kampagnen auf unseenideas.com hoch. Es gilt die Bikinigleichung: Nicht alle Details verraten, aber genug Anreize zu Inspiration zeigen. Davon können sich potentielle Kunden anregen lassen. Nach der Registrierung stehen den Kunden mehr Infos zu den Konzepten und Verfügbarkeit zur Verfügung. Die Kunden bleiben auch dabei anonym. Über das Nachrichtentool können die Kunden mit den Agenturen Kontakt aufnehmen, auf Wunsch ebenfalls anonym. Erst wenn die Verhandlungen konkreter werden, können sich die Kunden „outen“.“

Ich persönlich würde mir wünschen, dass jede Agentur selber entscheiden darf, welche Informationen nur zur Verfügung gestellt werden, nachdem sich der interessierte Kunde geoutet hat. Denn ansonsten kann man die Angst zahlreicher Agenturen verstehen, die diese Plattform nur als weitere Möglichkeit für Dritte ansehen, Ideenklau zu betreiben. Und somit besteht die Gefahr, dass die Agenturen wenig verraten und erst ausführlich hin und her kommuniziert werden muss, bevor potentielle Kunden entscheidungsrelevante Information bekommen. Aus meiner Sicht besteht somit noch Optimierungsbedarf hinsichtlich des Annäherungsprozesses zwischen Agentur und potentiellen Kunden.

Auch die von W&V befragten Experten sind sehr skeptisch: Sie sprechen eher von undifferenzierte Resteverwertung, als von der ernsthaften Möglichkeit, über UnseenIdeas ernsthaft Konzepte zweitverwerten zu können. Aus meiner Sicht ist UnseeIdeas auch viel weniger eine geeignete Plattform, um „Reste“ zu verwerten, sondern um Referenzen mit Hilfe von Konzepten zu präsentieren, die nicht umgesetzt wurden. Nicht nur Kunden, sondern auch Nachwuchskräfte könnten dadurch davon überzeugt werden, die Agentur in die engere Wahl zu nehmen.

Bei derzeit 62 eingestellten Projekten ist auch noch nicht zu erkennen, dass die Agenturen das Angebot dieser Plattform begeistert annehmen. Allerdings ist es wenige Tage nach Start zu früh, um Prognose abzugeben. Immerhin gibt es erste kleine Erfolge zu vermelden, wie absatzwirtschaft.de in einem Interview mit dem Gründer Boris Dolkhani herausgefunden hat: „Seit dem Start der Plattform vor wenigen Tagen zählte er circa 1 000 unique visitors pro Tag, etwa 70 Agenturregistrierungen und über 100 Kundenregistrierungen vorwiegend aus den Branchen Telekommunikation, Automobil, Banken, Versicherungen, Dienstleitungen und Konsumgüter.“

Die relative hohe Zahl an Kundenregistrierungen ist neben der Neugierde auch deshalb nicht verwunderlich, weil die Mitgliedschaft in den ersten sechs Monaten kostenfrei ist. Erst danach sollen Kunden Gebühren bezahlen, die wahlweise monatlich oder jährlich erhoben werden. Und wenn sich der erste Erfolg eingestellt hat, soll das Angebot auf andere Kreativ-Bereiche wie beispielsweise Architektur, Industriedesign oder Literatur ausgeweitet werden. Ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, dass Agenturnetzwerke via Extranet solch einen Dienst nutzen, wenn die Funktionen echte Mehrwerte bieten. Und evtl. entwickelt sich ja UnseenIdeas zum Pitchingnetzwerk weiter, so dass junge Agenturen sehr wohl den Mehrwert solch einer Plattform erkennen.

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