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Noch mehr Geschäftsideen gegen Lebensmittelverschwendung

Es besteht fast immer noch wirtschaftliches Verbesserungspotential und damit die Grundlage für eine Geschäftsidee, wenn leere Kapazitäten existieren, wie ich im letzten Artikel wieder einmal aufgezeigt habe. Genauso ärgerlich ist, wenn Produkte produziert werden und weggeworfen werden, weil sie nicht verkauft werden. Besonders schlimm ist es, wenn Lebensmittel weggeworfen werden. Das passiert leider auch heute noch sehr häufig, obwohl wir im 21. Jahrhundert leben. Letztlich handelt es sich auch hier „nur um ein Matchingproblem“. Problematisch ist, dass Lebensmittel schnell verderben können und deshalb Zeit Geld ist.

Deshalb präsentiere ich hier besonders gerne Geschäftsideen, die gegen Lebensmittelverschwendung ankämpfen. Zwei pfiffige Ideen für Apps habe ich vor kurzem hier im Blog vorgestellt. Heute will ich zwei Non-Tech-Ideen in diesem Segment präsentieren. Beginnen will ich mit CulinARy MiSfiTS. Kurz zu Erklärung: Misfits sind Sonderlinge, mal krumme Gurken, Karotten mit drei Beinen oder knollige Kartoffeln. Trotzdem sind diese Produkte sehr schmackhaft, werden aber leider noch zu häufig entsorgt.

Lea Brumsack und Tanja Krakowski wollen dafür sorgen, dass Misfits wieder häufiger auf den Speiseteller von uns gelangen und zwar nicht als Dosenfutter, sondern frisch zubereitet. Im ersten Schritt haben die beiden Designerinnen einen Catering-Service mit Sitz in Berlin gegründet. Die Misfits erhalten sie derzeit von zwei Biobauern rund 20 km von Kreuzberg entfernt. Backwaren kaufen sie bei “Second Bäck‹ ein, einem Unternehmen, welches Brot vom Vortag in mittlerweile zwei Filialen in Prenzlauer Berg verkauft. Damit zaubern sie viele Köstlichkeiten. Zudem präsentieren sie auf ihrer Homepage Rezepte, um Misfits salonfähig zu machen. Doch die Gründerinnen wollen mehr.

Derzeit sind sie dabei, auf der Crowdfunding-Plattform startnext 15.000 EUR einzusammeln, um im Frühjahr 2013 ein Ladengeschäft in Kreuzberg oder Neukölln eröffnen zu können. Das Ladengeschäft soll eine Mischung aus Cateringküche, Gastronomie und Einzelhandel sein. Hier sollen die Lebensmittel nicht nur frisch gekocht und hergestellt werden, sondern auch vor Ort verzehrt werden bzw. auch für Hause eingekauft werden können. Aber natürlich können auch die Misfits in Ursprungsform erworben werden, so dass der Laden auch als Abverkaufsstelle für die Biobauern in der Umgebung dienen soll.

Im social-startups-Blog bin ich auf eine weitere gute Geschäftsidee zu diesem Thema gestoßen. Die 27-jährige Jenny Dawson aus Großbritannien hat ihren Job als Fondsmanagerin gekündigt, um die Firma Rubies in The Rubble (wörtlich übersetzt: Rubine im Schotter) zu gründen. Sie erwirbt übriggebliebenes bzw. aussortiertes, aber dennoch genießbares Obst und Gemüse, das sonst von Lebensmittelgeschäften weggeworfen würde und macht Soßen (Chutneys) sowie Marmelade daraus. Damit löst sie schon einmal das Zeitproblem, weil sie leicht verderbliche Ware lang haltbar macht.

Begonnen hat Jenny damit, ihre Produkte auf dem Wochenmarkt zu verkaufen. Mittlerweile verkauft sie ihre Chutneys schon in zahlreichen Lebensmittelgeschäften in London. Dabei soll es aber nicht bleiben. Sie will Suppenküchen in der Nähe von Obst- und Gemüsegroßhändlern in London errichten, um dort Suppen verkaufen zu können, deren Zutaten aus den angrenzenden Geschäften stammen, die dafür keine Verwendung mehr haben. Das sind nur zwei gute Ideen, wie man ein Social Business aufbauen kann und sich trotzdem als Gründerin davon „ernähren kann“.

3 Responses to Noch mehr Geschäftsideen gegen Lebensmittelverschwendung

  1. […] hier in Deutschland ankämpfen. Vorreiterinnen sind z.B. Lea Brumsack und Tanja Krakowski, die mit Culinary Misfits dafür sorgen wollen, dass sog. Misfits (Sonderlinge) wieder häufiger auf den Speiseteller von uns […]

  2. […] habe ich Ende 2012 (anlässlich einer Crowdfundingaktion) hier im Blog über sog. Misfits berichtet. Dabei handelt es sich um missgebildetes Obst und Gemüse, z.B. krumme […]

  3. Da heute viel zu viel weggeschmissen wird, finde ich grade solche Ideen wundervoll.

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