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US-Verlage suchen das passende „Gegengift“ im Kampf gegen Amazon

Früher sprachen alle von Google als die „Krake“. Viele Händler und Buchverlage sind aber sicherlich der Meinung, dass Amazon Google in diesem Punkt in keiner Weise nachsteht. Seitdem Amazon selbst zum Verleger wird und damit die Verlage als bisher wichtigsten Lieferanten direkt angreift, wird den Verlagen klar, dass der direkte Konkurrenzkampf zwischen den Buchverlagen und Amazon längst begonnen hat und vielleicht sogar jetzt in die entscheidende Runde geht.

Daniel Lenz hat in einem Artikel erläutert, warum Amazon den meisten traditionellen Buchverlagen deutlich überlegen ist: „Die meisten kennen ihre Leser nur schlecht. Datenkrake Amazon dagegen verfügt über riesige Bestände an Kundenstatistik und kann auf Basis der „Big Data“-Analyse klar profilierte Programme entwerfen, bei denen die Bestseller-Trefferquote entsprechend hoch ist.“

In einem Blogbeitrag am 11.12.2012 habe ich mit Sourcebooks einen Verlag vorgestellt, der ein passendes Gegengift gegen das scheinbar übermächtige Amazon gefunden zu haben scheint. Doch was machen eigentlich die großen amerikanischen Buchverlage? Sie wollen jetzt (endlich) nach zwei Jahren Vorbereitungszeit und mehrmaligen Auswechseln des Geschäftsführers mit der Plattform „Bookish“ zurückschlagen. Der Mehrwert besteht darin, dass man in einem Suchfeld bis zu vier Lieblingsbücher eingeben kann, um anschließend weitere passende Buchempfehlungen von Bookish zu erhalten.

Im buchreport wird die Funktionsweise, die dahinter steht, nähere erläutert: „Dafür berücksichtigt die Plattform verschiedene Variablen wie Autor, Genre, Veröffentlichungsdatum und Schlagworte und gleicht diese mit der Buchbeschreibung, Rezensionen und Informationen der „Bookish“-Redaktion ab, um zentrale Leitmotive zu ermitteln. Sobald die Plattform mehr Informationen über die Vorlieben eines Nutzers gesammelt hat (darunter auch Buch-Käufe), werden auch diese hinzugezogen.“

Hinter Bookish stehen die Verlagsgiganten Hachette, Penguin und Simon & Schuster. Insgesamt kann Bookish zum Start schon 16 Verlage als Partner präsentieren. Allerdings schottet sich Bookish gegen Selfpublisher ab. Ob das wirklich klug ist, wage ich zu bezweifeln, zeigt aber, dass die Verlage eher mit herkömmlichen „Waffen und Weltanschauungen“ gegen Amazon „kämpfen“ wollen. Bei diesem Kampf setzen sie auch auf starke Kooperationen mit Zeitungsverlagen. „USA Today“ stellt z.B. Inhalte für „Bookish“ bereit und verlinkt bei eigenen Rezensionen auf „Bookish“. Dafür erhält USA Today nette Affiliate-Provisionen.

Die Grundidee von Bookish finde ich ganz nett, könnte aber noch mehr die Stärken von Social Media einbinden. Und diesbezüglich hat der Random House Verlag mit der Facebook-App „BookScout“ ein interessantes „Gegengift“ zu Amazon parat. Hier geht es nicht nur darum, dass sich Facebookfreunde untereinander Bücher Empfehlen. Nein. Von jedem Nutzer scannt die App die „Likes“ und Fanseiten des Nutzers, um anschliessend passende Bücher empfehlen zu können. Mehr Infos dazu gibt es hier.

Letztlich sind die Verlage jetzt endlich aufgewacht und haben verstanden, dass sie in Zukunft nur eine Chancen haben, wenn sie ihre Leser wirklich gut kennen. Denn dann können sie diesen Lesern nicht nur direkt Empfehlungen aussprechen, sondern sie können auch ihr Verlagsprogramm und vor allem Neuerscheinungen darauf abstimmen. Damit sinkt die Abhängigkeit von Handelspartnern wie Amazon und man hat wenigstes ein „Gegengift“ im direkten Konkurrenzkampf mit der „Krake“. Jetzt ist noch wichtig, dass die Autoren während des Erstellprozesses des Buches mehr Kontakt zu den Kunden aufbauen und halten.

12 Responses to US-Verlage suchen das passende „Gegengift“ im Kampf gegen Amazon

  1. Thomas sagt:

    Hallo,

    bitte unbedingt abändern –>…dass Amazon Google in diesem Punkt in keinster Weisenachsteht. Denn auf deutsch gesagt, ist in keinster Weise in keiner Weise zu rechtfertigen! 😉

    Gruß
    Thomas

  2. […] US-Verlage suchen das passende “Gegengift” im Kampf gegen Amazon […]

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