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Zeitungsschlagzeilen können Leben retten

„Nichts ist älter als die Zeitung von gestern“. Dieser Spruch will uns suggerieren, dass die Zeitung schon veraltet ist, wenn sie gedruckt ist und deshalb für uns auch keinen Nutzen mehr hat. Da sind Eric Horvitz von Microsoft Research und Kira Radinsky vom Technion Israel Institute of Technology ganz anderer Meinung. Die beiden Forscher haben eine Software entwickelt, die auf Basis von Zeitungsschlagzeilen Prognosen abgeben soll, wenn uns in Zukunft Naturkatstrophen heimsuchen sollten. Konkret soll die Software Hilfsorganisationen dabei unterstützen, „proaktiv“ für katastrophale Ereignisse zu planen. Tests mit Daten aus der Vergangenheit lieferten zum Teil frappierend genaue Prognosen, wie TR anmerkt:



Bildquellenangabe: Gerd Altmann / pixelio.de

„Bei Tests an historischen Daten lieferte die Software erstaunliche Ergebnisse. So fütterten Horvitz und Radinsky beispielsweise Berichte über eine Dürre in Angola im Jahr 2006 in das System. Das warnte daraufhin vor einem Cholera-Ausbruch, weil ältere Daten eine Verknüpfung von Dürren und Cholera nahelegten. Dasselbe Ergebnis lieferten Berichte über große Stürme in Afrika Anfang 2007. Weniger als eine Woche später meldeten die Medien damals Ausbrüche von Cholera. Bei anderen Testläufen hinsichtlich Epidemien, Gewaltausbrüchen und Opferzahlen prognostizierten die Warnungen den tatsächlichen Eintritt der Ereignisse mit einer zeitlichen Genauigkeit von 70 bis 90 Prozent.“

Um solche zuverlässigen Daten generieren zu können, brauchte es nicht nur viel Zeit, um die richtigen Algorithmen anzuwenden. Vielmehr haben die Forscher Daten aus 22 Jahrgängen der New York Times – von 1986 bis 2007 – herausgezogen. Aber das allein hätte nicht gereicht. Es mussten auch zahlreiche Quellen aus dem Internet angezapft werden, um vor allem den richtigen Kontext herstellen zu können. Sehr hilfreich dabei war z.B OpenCyc, eine Datenbank, in der allgemeines Wissen über die Welt strukturiert abgelegt ist. Und ebenfalls sehr nützlich ist die Tatsache, dass die menschliche Natur und Umweltzusammehängen in den letzten Jahrzehnten nahezu gleich geblieben sind, so dass auch aufgrund relativ alter Daten zuverlässige Zukunftsprognosen erstellt werden können.

Mit etwas Phantasie kann man sich vorstellen, dass die hier vorgestellte Software noch viel mehr kann, wenn man sie nur entsprechend darauf ausrichten würde. Besonders interessant wären z.B. Prognosen im Business-Umfeld, wann z.B. welcher Konkurrent welches neues Produkt auf den Markt bringt. Und tatsächlich gibt es schon ein StartUp, dass sich seit mehreren Jahren mit solchen Themen beschäftigt. Es handelt sich um Recorded Future. Dieses StartUp wird pikanterweise auch von der CIA mitfinanziert. Schon interessant, welche Geldgeber es gibt, an die man nicht gleich denkt. Wer mehr über dieses StartUp erfahren will, dem sei ein TR-Artikel aus dem Jahr 2010 empfohlen. Mein Fazit: Big Data is helping you!

One Response to Zeitungsschlagzeilen können Leben retten

  1. Eymo sagt:

    ich finde das Zeitung oder bestimmte magazine noch wertvoller werden,ich finde der Markt dafür sollte indem kostenlosen bereich gehen ,statt zb GQ für 5euro anzubieten wo mehr als die hälfte Werbung ist sollte es kostenlos sein.
    Es geht ja eigentlich darum wie erreiche ich den Kunden?
    Wenn ich Werbung schalte will ich das es soviele sehen wie möglich aber bestimmte Magazine haben ihren bestimmten Kundenstamm, also so denke ich…
    Wer hier Grafiker Programierer tesxter ist bei mir melden habe eine Geniale Idee 😉

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