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Dominique Ansel ist mit seinem Cronut „Stadtgespräch in New York“

Vor ca. einem Jahr habe ich hier im Blog über eine Donut-Bäckerei in Chicago berichtet, die aufgrund des großen Käuferansturms schon häufig nach wenigen Minuten bzw. Stunden die Türen wieder schließt, weil sie ausverkauft ist. Und dabei verschenkt die Bäckerei nichts, sondern verlangt relativ happige Preise. Solch ein Szenario ist eigentlich der Traum fast jeden Bäckers und Konditors. Doch leider sieht die Realität ganz anders aus. Viele Bäckereien und Konditoreien schliessen ihre Türe für immer, weil die Kunden in Selbstbedienungs- und Supermarktbäckereien etc. abwandern.

Jetzt bin ich auf eine Erfolgsstory aufmerksam geworden, die der in Chicago ähnelt. Vor der Dominique Ansel Bakery in New Yorker Stadtteil SoHo bilden sich seit einigen Wochen auch riesige Schlangen schon Stunden vor der offiziellen Öffnungszeit um 8.00 Uhr. Der Grund: Dominique Ansel bietet eine neue Kreation an, die er sich sogar hat patentieren lassen: Der Cronut. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Croissant und Donut. Oder anders formuliert: Der Cronut wird aus Croissant-Teig hergestellt und hat die Form eines Donuts. Der Verkaufspreis pro Stück liegt bei 5 USD.

Nach Angaben des französischen Konditors hat er Monate an dem Rezept und der Konsistenz des Cronuts „gebastelt“. Pro Tag stellt er nur ca. 250 Stück her. Das Ergebnis sind die langen Schlangen vor seinem Geschäft z.T. schon ab 6 Uhr morgens. Damit möglichst viele Kunden noch einen Cronut erhalten, hat er die Zahl verkaufter Cronuts pro Kunde schon von 6 auf 3 Stück reduziert. Das freut nicht jeden. Denn es gibt schon Leute, die sich nur in die Schlange vor der Dominique Ansel Bakery stellen, um die Cronuts anschliessend an ihre Kunden auszuliefern. Dann kostet ein Cronut (inkl. Lieferung) bis zu 40 Dollar (pro Stück). Andere Personen kaufen drei Cronuts, um gleich zwei wieder vor dem Geschäft zu verkaufen.

Via Craig List sollen schon 80 USD pro Cronut geboten worden sein (derzeit liegt der „Schwarzmarktpreis bei ca. 30 USD). Und genau solche Stories machen die Dominique Ansel Bakery zum „The place to be“ in New York derzeit. Aber der Inhaber macht nicht nur gutes Geschäft mit dem Cronut, sondern viele Kunden kaufen bei ihm auch andere Leckereien ein (genialer Cross Selling Effekt). Und so gehen häufig die Kunden noch nicht einmal enttäuscht aus dem Geschäft, selbst wenn sie keinen Cronut ergattern konnten. Dann kaufen sie eben andere Leckereien vor Ort ein. Und damit die Story möglichst lange „befeuert“ wird, bietet Dominique Ansel immer wieder neue Sorten vom Cronut an (sprich variierende Glassuren).

So viel muss der Konditor heute gar nicht mehr machen, um seinen Cronut bekannt zu machen. Es gibt sogar schon eine Fan-Webseite. Die Community-Mitglieder stellen immer wieder neue Bilder von den Cronut-Variationen auf die Webseite ein. Zudem kursieren auch schon erste Rezepte im Internet. Damit wird die Hype nur weiter angefacht. Für den Rest sorgen die Medien, die sich auf solche Stories „stürzen“. Mal sehen, welche Stilblüten diese Story noch treibt. Und mal schauen, wer in Deutschland als erstes auf diesen „Zug aufspringt“. Vieleicht baut Ansel auch ein Franchise-Business auf?

Mehr Infos in Welt.de und Guardian

6 Responses to Dominique Ansel ist mit seinem Cronut „Stadtgespräch in New York“

  1. […] Bäcker in den USA berichtet, vor deren Geschäfte sich lange Schlangen bilden, wie z.B. die Dominique Ansel Bakery in New Yorker Stadtteil SoHo mit ihrem Cronut oder die Chicagoer Donut-Bäckerei The Doughnut […]

  2. […] Juni 2013 habe ich hier im Blog um den Hype rund um den Cronut berichtet. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Croissant und […]

  3. […] Hier geht es aber nicht um irgendein Technik-Gadget: Alle wollen nur das eine, den Cronut kaufen. Das Gebäck ist eine Erfindung des französischstämmigen Konditors Dominique Ansel. […]

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