hickies

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Lessons learned der Kickstarter-Champions „HICKIES“

Ein Gründerpärchen aus Argentien hatte vor ca. zwei Jahren eine geniale Idee für einen Schnürsenkelersatz. Denn sie hatten sich darüber geärgert, dass der Schnürsenkelknoten nicht hielt oder man immer umständlich und langwierig die Schnürsenkel lockern musste, bevor man in den Schuh reinschlüpfen kann. Zudem fanden Sie die Schnürsenkel nicht modisch genug, um den Schuh modisch aufzupeppen. Und genau für all diese Probleme fanden Gaston and Mariquel eine passende Lösung unter dem Namen „Hickies“. Dabei handelt es sich um dehnbare Plastikclips, die es in den verschiedensten Farben zu kaufen gibt.

Nachdem das Produkt fertig entwickelt war, braucht es nur genug Startkapital, um das innovative Produkte zu vermarkten und zu vertreiben. Die Lösung war Kickstarter. Ursprünglich war das Ziel letzten Frühjahr, mindestens 25.000 USD „Startkapital“ einzusammeln, indem die Hickies zum Vorabverkauf angeboten wurden. Letztlich kamen knapp 160.000 USD zusammen. Das war nicht nur genug Geld, um die Startkollektion in ausreichender Stückzahl herstellen zu lassen, sondern um auch nach New York umzuziehen, um von dort aus die Weltmärkte zu erobern. Seitdem konnten mehr als 500.000 Packungen (a 14 Hickies) verkauft werden.

Auf Techcrunch hat das Gründerpärchen verraten, welche Dinge sie während der Kickststarter-Aktion gelernt haben:

  • Kickstarter-Kampagne unterstützt beim Aufbau eines Vertriebsnetzwerkes
    Während und nach der Kickstarter-Kamapgne sind viele Händler und Vertriebspartner auf Hickies aufmerksam geworden, so dass die Verkaufserfolge vervielfacht werden konnten, im Vergleich dazu, nur Direktvertrieb gemacht zu haben.

  • Kickstarter-Kampagne unterstützt bei internationaler Expansion
    Nach der Kampagne kam auch Brookstone, die Einzelhandelsgeschäfte weltweit auf Flughäfen betreiben, auf Hickies zu. Durch die Präsenz der Produkte in den Läden weltweit konnte die internationale Expansion beschleunigt werden.

  • Kickstarter-Kampagne unterstützt bei Produktentwicklung und -verbesserung
    Viele Kickstarter-Supporter schickten Hickies vor und nach Erhalt der Produkte Verbesserungsvorschläge zu. So konnten schon verschiedene Weiterentwicklungen für das Produkt berücksichtigt werden und auch das Sortiment sinnvoll weiterentwickelt werden.

  • Kickstarter-Kampagne hilft dabei, mit Kunden in Kontakt zu treten
    Via Kickstarter erfuhren die Hickies-Gründer, für welche Zwecke die Kunden die Produkte einsetzen. Dadurch entstanden ganz neue Marketing- und Vertriebsideen.

  • Kickstarter-Kampagnen sollten gestartet werden, bevor die erste Massenproduktion gestartet wird
    Die wichtigste Erkenntnis war, dass das Produkt fertig entwickelt und reif für die Produktion sein, bevor man auf Kickstarter eine Kampagne startet. Denn so kann man schnell Erfolge erzielen und enttäuscht auch die Community nicht, z.B. in Form von Lieferverzögerungen etc.

    Man kann behaupten, dass Kickstarter die Welt der beiden argentinischen Gründer „auf den Kopf gestellt“ hat. Sie haben viel schneller viel mehr Erfolg gehabt, als sie sich das je erträumt hätten. Das zeigt aber auch, dass StartUps aus Deutschland schnell überlegen sollten, auf indiegogo oder kickstarter (sehr umständlich bisher für deutsche Gründer) Kampagnen zu starten, um viel schneller und größer durchstarten zu können als das auf deutschen Plattformen je möglich wäre. Deshalb wird die Expansion von Kickstarter und indiegogo nach Deutschland für deutsche StartUps sehr hilfreich sein. Es braucht dann aber sog. Provider, um den englischsprachigen Markt logistisch zu bedienen. Über diese Idee werde ich separat berichten.

3 Responses to Lessons learned der Kickstarter-Champions „HICKIES“

  1. Klaus sagt:

    Kann aber auch als negatives Beispiel dafür stehen das Produkte am Kunden vorbei entwickelt wurden: so „hipp“ die Idee und das Design auch ist – es gibt nur 1 Länge – und die ist für viele europäische Füße zu lang. Geschweige von Kinderfüßen – für diejenigen die (noch) keine Schnürsenkel binden können. Warum also nicht in verschiedenen Längen anbieten ? Außerdem sind
    – aufgepasst in Anatomie – die unteren Bindungen eines Schuhs kürzer. Es gibt aber nur eine Standardgröße. (Website: „HICKIES is one size fits all. The material’s unique elasticity allows them to adapt to your foot and make for a super-comfortable fit.
    We have found that almost all shoe manufacturers make their shoes with the same distance between eyelets. The difference you find between eyelets is small and is compensated for by the elasticity of our product.“)
    Ich frage mich also an wem wurde die Marktreife getestet ?
    Und wo ist das in Aussicht gestellte „Verbesserungspotential“ versickert wenn sich seit Markteinführung nur Farben und Menge geändert haben ? Ebenso beschränkt sich die „internationale Expansion“ wohl auf einen weltweiten Versand – bei dem die Transportkosten dann höher als der Warenwert sein wird.

    Die Idee ist gut. Bevor ich das Produkt ausprobiert habe hätte ich auch über einen europäische Distribution nachgedacht. Danach aber bleibt nur zu sagen „lessons to be learned“ oder Klassenziel nicht erreicht …

  2. Hallo Klaus,

    perfekt zusammengefasst, was ich bald als neue Geschäftsidee hier im Blog präsentieren werde: Provider für Kickstarter-Produkte. Bitte um etwas Geduld noch.

  3. June sagt:

    Kennt ihr schon die leazy Senkel. Die Schnürsenkel sind elastisch und müssen nur eingehakt werden. Eine tolle Alternative. Unter http://www.leazy.de kann man sie bestellen.

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