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Crowdfundingplattform Upstart – Investieren in Menschen statt in Firmen

Bei klassischen Crowdinvestingplattformen wie Seedmatch investiert man in StartUps. Man kann aber auch an dem Erfolg von Projekten beteiligt werden, wie das bei der Energieeffizienz-Crowdinvestingplattform bettervest der Fall ist. Wie wäre es aber, wenn man auch „in Menschen investieren könnte“ und an den zukünftigen Einnahmen eines Menschen beteiligt werden würde. Das dachte sich auch Dave Girouard (ehemals Geschäftsführer von Google Enterprise) und gründete letztes Jahr die Crowdfundingplattform Upstart.

Upstart ist z.B. für Gründer geeignet, die Anfangskapital brauchen und ihre Investoren nicht mit Anteilen, sondern mit einer Beteiligung an ihren Einnahmen in den nächsten Jahren belohnen wollen. Allerdings kann nicht überraschen, dass inbesondere Studenten an privaten US-Hochschulen auf Upstart aufmerksam geworden sind und mit Hilfe dieser Crowdfundingplattform ihr Studium finanzieren wollen. Oder sie wollen ihren Studienkredit am Ende ablösen. Nicht jeder Student erhält ein Stipendium oder hat reiche Eltern oder erhält einen Bankkredit.

Die Funktionsweise ist einfach. Ein Upstarter stellt sein Projekt ein und macht wichtige Angaben zu Ausbildungsstand, nächste Schritte etc. Upstart ermittelt aufgrund statistischer Modelle die Einnahmen des Nutzers für die nächsten zehn Jahre. Maximal 7 % des Einkommens darf der Nutzer in Zukunft an die Crowds auszahlen. Die errechnete Rendite für die Geldgeber sollte ca. bei 8 % liegen. Der maximale Rückzahlungszeitraum liegt bei 10 Jahren, mindestens aber bei 5 Jahren. Aus diesen Parametern ergibt sich die Summe, die der Gründer oder Student bei Upstarts einsammeln darf.

Wenn die Parameter feststehen, kann der Geldsuchende sein Projekt bei Upstart einstellen, einen Kurztext verfassen, warum man ihm Geld geben sollte und ein Bewerbungsvideo erstellen. Im vorgegeben Zeitraum muss der Geldsuchende mindestens 10.000 USD eingesammelt haben. Auch wenn die Grenze überschritten wurde, kann er entscheiden, ober er sich via Upstart finanzieren lässt oder nicht. Die Geldgeber können ab 100 USD mitmachen. Jeder einzelne Geldgeber kann vom Geldsuchenden abgelehnt werden. So soll sichergestellt werden, dass der Geldsuchende bis zum Schluss entscheiden kann, ob er sein persönliches Finanzierungsprojekt startet oder nicht.

Die Rückzahlungsphase beginnt, wenn der Upstart-Nutzer ein Minimum-Einkommen erzielt. Berühmter Kunde von Upstart ist Nathan Sharp, der nach seinem Studium entschieden hat, das StartUp Nifti zu gründen. Um nicht in das engen Rückzahlungskorsett seines Studentenkredits zu „erstarren“, hat er via Upstart umfinanziert. Nach seinen Angaben hat er sich dank Upstart dazu entschieden, sofort Nifti zu gründen und nicht erst zwei oder drei Jahre als Angestellter zu arbeiten, um seinen Studentenkredit zurück zu zahlen. Das ist ein phantastisches Best Practice Beispiel.

Ganz neu ist die Idee hinter Upstart nicht, aber ist gut, dass es jetzt eine Vermittlungsplattform dafür gibt. Wir hier in Deutschland können uns noch gut daran erinnern, dass die Karriere von Thomas Haas wohl nicht möglich gewesen wäre, wenn Investoren nicht seine Ausbildung bezahlt hätten. Denn mit 13 Jahren begab sich Tommy Haas in die Tennisakademie von Nick Bollettieri in Bradenton, Florida. Finanziert wurde seine Ausbildung (und die seiner Schwester Sabine) von einem Sponsorenpool (TOSA Tennistalentförderung GmbH), dem im Gegenzug eine Beteiligung von 15 % der späteren Einnahmen (bis 2004) zugesichert wurde. Leider mussten die Investoren damals einen Teils ihren Anspruches gerichtlich einklagen.

Gefunden bei Techcrunch und TrendsderZukunft

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