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Recherchescout will die Recherche für Journalisten vereinfachen und ein Experten-Matching erleichtern

Die Kunst guter Journalismen besteht unter anderem darin, zeitnah auf die besten Recherchequellen zugreifen zu können, um einen fundierten Artikel zeitnah erstellen zu können. Dabei will ab heute die Internetplattform www.recherchescout.de helfen. Egal, ob es sich um Hintergrundinformationen, druckfähige Zitate oder Expertenmeinungen handelt, recherchescout will schnell und unkompliziert dabei helfen. Vorbei soll die Zeit sein, in der die Journalisten umständlich in Presseportalen oder via Google nach passenden Experten suchen mussten. Die Funktionsweise wird auf der Webseite gut erläutert:

„Recherchescout ist ein Recherchewerkzeug für Journalisten und andere Kommunikatoren. Die Online-Plattform ermöglicht es Redakteuren, schnell und kostenlos Recherchefragen an Presseabteilungen von Unternehmen, Verbänden und Vereinen zu stellen. Die Anfrage ist für andere Journalisten nicht sichtbar und wird nach einem intelligent entwickelten Matching-System an die relevanten Kommunikatoren weitergeleitet. PR-Schaffende haben damit die Möglichkeit, den Journalisten mit qualifizierten Inhalten bei seiner Recherche zu unterstützen.“

Journalisten, aber auch Blogger, können so den Experten Fragen stellen, sie um Einschätzungen und Recherchehinweise bitten. Darüber hinaus bietet die Plattform die Möglichkeit, gezielt nach themenbezogenen Fotos, Videos oder andere Medieninhalten zu fragen. Die Redakteure, Journalisten und Blogger können anschliessend aus der möglichst großen Zahl an Infos, Medien und Infoquellen das Passende auswählen. Damit hat der Journalist die Informationshoheit aktuell in eigener Hand und Pressemitteilungsportale werden damit immer uninteressanter. Hier fehlen einfach die passenden Matching-Funktionen.

Wer steckt hinter diesem pfiffigen Angebot? Sowohl Martin Fiedler als auch Kai Oppel haben jahrelang als Journalisten gearbeitet und sind inzwischen als Kommunikationsberater tätig. Fiedler lehrt zudem Kommunikationsmanagement an der Munich Business School, Oppel ist als Autor von Büchern zum Thema PR und als Gründer der Agentur ScrivoPR in Erscheinung getreten. Finanzieren soll sich die Plattform nach dem Willen der Gründer über eine Jahresgebühr, die von den Unternehmen, Verbänden und Organisationen entrichtet wird. Clevere Geschäftsidee!

Update 20.09.2013: Michael hat mich im Kommentarfeld auf „DAS Original aus den USA“ hingewiesen, helpareporter.com. Wikipedia schreibt dazu: „Help a Reporter Out (HARO) is an online service set up for journalists to quickly gather feedback from the public. It is designed to enable journalists to connect with people who have expertise or experience in particular issues, so that journalists can obtain valuable advice and quotes for stories they are covering.[1] It was founded as a Facebook group in 2008 by Peter Shankman and was later turned into a mailing list claiming over 100,000 members. In June 2010, HARO was acquired by Vocus, Inc.“

Nicole Simon versuchte sich 2008 an einer ähnlichen Idee, mit dem Ziel, Blogger und Journalisten zwecks Berichterstattung zu matchen. Das Projekt hieß Bloxpert. Ich habe damals hier im Blog darüber berichtet. Schnell danach ist es still um das Projekt geworden, dass auch offen als Experiment bezeichnet wurde. Das sind alles Beispiele dafür, dass es viele Ideen schon gab, bevor sie in einem bestimmten Markt erfolgreich umgesetzt werden. Insofern kann man Recherchescout als Copy Cat bezeichnen, aber letztlich hatte Helpareporter fünf Jahre Zeit, nach Deutschland zu expandieren. Auch für jedes Original gibt es ein „Verfallsdatum“ dafür, andere als Copy Cats zu bezeichnen 🙂

2 Responses to Recherchescout will die Recherche für Journalisten vereinfachen und ein Experten-Matching erleichtern

  1. Michael sagt:

    Ich wäre dankbar, wenn in einem solchen Bericht ebenfalls die Urheber dieser Idee (helpareporter.com) erwähnt würden.

    Ansonsten trotzdem interessant.

    MfG

  2. Danke Michael für den Hinweis. Das ergänze ich sehr gerne.

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