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Warum die israelische Armee Brutstätte für viele israelische StartUps ist

Fast von jeder Krise im Nahen Osten ist Israel tangiert. Deshalb gibt es in fast keinem Land eine so lange Wehrpflichtzeit wie in Israel. Und in fast keinem Land der Welt ist es für die Bürger so selbstverständlich, dem Land „an der Waffe“ zu dienen. Was viele aber nicht wissen. Die Armee will nicht nur das Land schützen, sondern sie unterstütz in vielfältiger Art und Weise den StartUp-Boom in der High-Tech-Industrie in Israel. Das ist ein Grund, warum ein Viertel des Exports (in Höhe von 25 Mrd. USD) israelischer Unternehmen dem High-Tech-Sektor zuzurechnen ist. Und das ist auch ein Grund, warum Konzerne wie General Electric, IBM, Intel, Cisco, Microsoft, Google oder ebay Forschungszentren in Israel betreiben (und dabei 230.000 Menschen beschäftigen).

Wie unterstützt die Armee nun konkret? Sie fungiert hauptsächlich als Ausbilder. So bietet sie jedes Jahr kostenfrei Technikkurse für Jugendliche an, um sie für High-Tech-Themen und entsprechende Berufsfelder in der Armee zu begeistern. Diese Form des Recruitings ist deutlich effektiver als die Fernsehspots, die die Deutsche Bundeswehr schaltet. Weiterhin habe die israelischen Wehrpflichtigen die Möglichkeit, sich an der Computer-Akademie der israelischen Armee zu bewerben. Die besten Teilnehmer werden für spezielle Aufklärungseinheiten rekrutiert, die für Cybersicherheit in Israel verantwortlich sind. Diese top ausgebildeten Menschen finden später mit Kusshand einen festangestellten Job oder machen sich selbständig. Und natürlich gibt das Militär auch Aufträge an StartUps.

Ein StartUp-Erfolgsbeispiel ist das Any.Do-Startup, das eines der erfolgreichsten Apps weltweit herausgebracht hat. Technology Review schreibt zu dieser Erfolgsstory: „Die Gründer haben fast alle in der Aufklärungseinheit der israelischen Armee gearbeitet. Für die Armee entwickelten sie Algorithmen, die aus abgefangenen Nachrichten das künftige Verhalten von Staatsfeinden erschließen sollen. Diesen Ansatz machten sie dann zu ihrem Geschäft – nur dass dieses Mal Verbraucher statt Terroristen analysiert werden sollten. So kam es zur Gründung von Any.Do. Die „Produktivitätsapp“, die das Start-up herausbrachte, wurde ein Erfolg.“

Laut Technology Review gibt es noch ganze andere Verbindungen zwischen militärischer Ausbildung und erfolgreichen StartUp-Produkten: „In manchen Fällen ist die Verbindung zwischen Militär und Start-up ziemlich eindeutig: Die Minikamera samt der zugehörigen winzigen Batterie, die von Given Imaging entwickelt wurde, basiert ursprünglich auf einer Technologie für Militärdrohnen. Andere Verbindungen sind weniger offensichtlich. So stammen einige israelische Innovationen für Mobilfunknetze zum Teil auf der Abwehrarbeit gegen palästinensische Anschläge. Die technischen Details sind aber nach wie vor unter Verschluss.“

Die israelische Armee ist hauptsächlich dafür verantwortlich, dass viele israelische Unternehmen weltweit führend sind im Big-Data-Sektor. Schon vor zehn Jahren arbeitete die Armee an Big-Data-Projekten, um die innere Sicherheit zu gewährleisten. Viele dieser ehemaligen Spezialisten arbeiten heute in der freien Wirtschaft. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass viele Experten davon überzeugt sind, dass Israel bei Big-Data-Technologien gegenüber USA und Europa einen Vorsprung von mehr als 10 Jahren hat.

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