anti-gesichtserkennung-makeup

In Featured, Geschäftsidee, Idee - crazy, Idee - Kunst, Idee - Mode, Marketing - Guerilla, Mutmacher

US-Künstler Adam Harvey übt mit Anti-Gesichtserkennungsmake-Up & Co. zivilen Ungehorsam

Fast täglich gibt es neue Meldungen, wie gläsern wir als digitale Nutzer wirklich sind und wie und das US-Diktat immer mehr einzuschränken bedroht. Habt Ihr z.B. schon von der Kuba-Paypal-Blockade gehört? Keine Frage, die Politik ist gefragt. Nicht nur neue Gesetze und die strengere Achtung auf Einhaltung dieser Gesetze sind nötig sondern auch „europäische Lösungen“ für Paypal, E-Mail-„Transportwege“. etc. Das Gefährlichste ist, dass wir uns ohnmächtig fühlen oder uns nichts mehr trauen. Deshalb liebe ich Aktionen von Künstlern, die neue Wege aufzeigen, wie wir uns wehren können (wenn auch manchmal nur symbolisch).

Solch ein „ungehorsamer“ Künstler ist Adam Harvey aus den USA. Er hat z.B. ein MakeUp (siehe Foto oben) entwickelt, das die Gesichtserkennungssoftware überlisten soll. Natürlich weiß er, dass das ein Kampf gegen die Windmühlen ist, weil die Algorithmen immer weiter verbessert werden. Aber auch er kann ja immer weiter aufrüsten. Damit will er allen Mut geben, dass sich jeder auf seine Art wehren kann. Hundertprozentigen Schutz gegen George Orwells düstere Prognose gibt das nicht, aber das Gefühl, sein Schicksal selbst in die Hand nehmen zu können.

Für viel Aufmerksamkeit sorgte auch die Erfindung des Off-Pockets. Diese Tasche soll alle Handysignale blocken, nach innen und außen. Damit soll man nicht mehr ausgespäht werden können, die lokalen Dienste sollen einen nicht mehr erfassen können u.s.w.. Die dazu passende Crowdfundingaktion auf Kickstarter sammelte im August 2013 nicht nur genug Geld ein, um diese Off Pocket herstellen zu lassen, sondern sorgte auch für viel PR- und Medienaufmerksamkeit. Und neben erschließt sich der Künstler ganz neue Einahmequellen, um damit nicht nur sein Leben, sondern auch ganz neue Kunstaktionen zu finanzieren.

Ebenfalls innovativ ist die Anti-Drohnen-Mode, die Adam Harvey erfunden hat. Damit soll es Drohnen nicht mehr gelingen, Menschen zu orten bzw. zu erkennen, um wen es sich handelt, z.B. um Mann oder Frau etc. Aber nicht nur kriegerische Akte will Harvey verhindern. Vielmehr gehören auch die Paparazzis zu seinem Feindbild. Deshalb hat er die Camoflash-Mode entwickelt. Will ein Paparazzi einen Promi der Kamera „abschiessen“, blitzt die Kleidung auf, so dass das Foto nicht mehr zu gebrauchen ist, weil nur ein heller Blitz zu sehen ist.

Das ist noch nicht alles. Auf der Webseite des Künstlers könnt ihr einsehen, wo und wann die nächsten Ausstellungen von und mit ihm geplant sind. Viele weitere Projekte werden vorgestellt. Es gibt auch einen Link zum New Museum Shop, in dem Produkte von ihm zu kaufen sind. Das zeigt einmal mehr, dass viele Künstler Vordenker unserer Gesellschaft sind. Dank moderner Tools wie Crowdfunding werden sie immer mehr in die Lage versetzt, auch Vormacher zu werden. Insofern hat das Internet auf viel Gutes gebracht, dessen sich die Künstler gerne bedienen.

One Response to US-Künstler Adam Harvey übt mit Anti-Gesichtserkennungsmake-Up & Co. zivilen Ungehorsam

  1. Die private Sicherheit im öffentlichen Bereich wird offensichtlich zu einem Treiber für neue Geschäftsideen. Das wird viele Kunden interessieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.