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Kosmetikfirma Julep bindet Kunden konsequent in die Produktentwicklung ein

Schon seit Jahren zeige ich hier im Blog auf, wie immer mehr Unternehmen Crowdsourcing-Elemente bei sich einbinden und damit die Zeichen der Zeit erkannt haben. Während es früher Kunden ganz nett fanden, schon in der Produktentwicklungsphase gefragt und eingebunden zu werden, so erwarten das heute immer mehr Kunden und sehen das als selbstverständlich an. Diesen Trend habe ich im Artikel „PRESUMER wollen schon vor dem Produktlaunch mitreden“ ausführlich beschrieben.

Wie das funktioniert, zeigt in diesen Tagen die Kosmetikfirma Julep sehr anschaulich. Diese Firma hat mit dem Idea Lab eine Communityplattform gestartet, die sicherstellen soll, dass die Wünsche der Kunden frühzeitig berücksichtigt werden. Mit Hilfe dieser Community soll die Produktentwicklungsphase beschleunigt werden und die Floprate von Produkteinführungen deutlich reduziert werden, indem die Konsumenten frühzeitig eingebunden werden. Das ist nur konsequent, schliesslich ist Julep ein StartUp, dass sich teure Flops gar nicht leisten kann.

Ein ganz wichtiges Element ist das Crowdfunding. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die Startseite vom Idea Lab der von Kickstarter ähnelt. Aktuell wird z.B. Geld eingesammelt für die neueste Produktentwicklung von Juleb, einem „Plie Stab“ zum Polieren von Fingernägeln. Die Kampagne dauert 30 Tage und soll mindestens 75.000 USD einspielen. In weniger als zwei Tagen konnte das Mindestziel schon erreicht werden. Im Rahmen dieser Kampagne können die Kunden das neue Produkt nicht nur zum Vorzugspreis bestellen, sondern z.B. eine neue Farbe bestimmen und dieses Produkt nach dem eigenen Namen benennen.

Julep hat sich von Beginn dafür entschieden, die Produkte nur online zu verkaufen. Dadurch muss kein großes Lager vorgehalten werden und man kann viel organischer und damit gesünder wachsen. Zudem kann man viel schneller neue Produkte neu einführen, denn Julep muss nicht warten, bis die alten Produkte aus dem Lager verschwunden sind. So schaffte es Julep, im Jahr 2013 mehr als 300 neue Produkte in den Onlineshop zu bringen. Das sei zehnmal mehr als bei einem traditionellen Kosmetikunternehmen. Dadurch kann man dem Long-Tail-Trend viel gerechter werden als die Konkurrenz. Und zudem sind die Herstellkosten viel niedriger. Und dieser Kostenvorteil wird natürlich an die Kunden weitergegeben.

Da sich Julep komplett auf den Onlineverkauf konzentriert, macht es alles dafür, dass das Einkaufserlebnis unschlagbar groß ist. Alles beginnt mit einem kleine Quiz, um herauszufinden, welcher Style-Typ man ist und welche Farben und Produkte zu einem am besten passen. Dann erhält man Test-Boxen, die man auch abonnieren kann. In Zukunft soll man sogar durch Julep-TV live unterhalten werden. Und damit Julep den Live-Kontakt zu den Kunden nicht verliert, betreibt die Firma auch eine Nagelstudio-Kette. Einfach clever. Das dachten sich wohl auch Investoren wie Will Smith, die insgesamt mehr als 27 Mio. USD diesem StartUp zur Verfügung gestellt haben. Wow!

Gefunden bei VentureBeat

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