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Neu eröffnetes Social Impact Lab Frankfurt: 4 Social StartUps präsentieren sich

Nach Berlin und Hamburg hat jetzt in Frankfurt das 3. Social Impact Lab in Deutschland die Tore geöffnet und zwar im Rahmen einer feierlichen Eröffnung am Mittwochen, den 26. Februar 2014. Und es gab auch eine Premiere. Erstmals arbeiten in Deutschland junge Menschen mit Migrationshintergrund und Social Entrepreneure unter einem Dach an Geschäftsideen und ihrer beruflichen Entwicklung. Die Projektpartner haben für beide Gruppen jeweils ein eigenes Programm entwickelt:

AndersGründer, gefördert durch die KfW Stiftung, ist das erste Startup-Zentrum im Raum Frankfurt, welches sich speziell an soziale Innovatoren wendet, die ein gesellschaftliches Problem unternehmerisch lösen möchten. ChancenNutzer, gefördert durch die JPMorgan Chase Foundation, ist bundesweit das erste Projekt, das junge arbeitslose Menschen mit Migrationshintergrund sowohl umfassend auf dem Weg in die eigene Selbstständigkeit begleitet als auch ganzheitliche individuelle berufliche Orientierung bietet. Das Konzept in Frankfurt soll Pilotcharakter haben für weitere Gründerzentren dieser Art in Deutschland. Die beiden Stiftungen finanzieren das Gesamtprojekt für zunächst drei Jahre mit insgesamt mehr als 1,5 Millionen Euro.

Seit kurzem können sich Gründer aus diesen beiden dargestellten Bereichen für ein Stipendium bewerben. Die besten Kandidaten werden zu einem der Pitches eigeladen. Sie finden regelmäßig an allen Standorten statt. Hier stellen die Kandidaten Ihr Idee vor einer Fachjury und Publikum vor. Jeder erhält ein persönliches Feedback und die Besten ein Stipendium, das in Frankfurt für mindestens 4 Monate eine Unterstützung durch Zurverfügungstellung von Räumlichkeiten, Infrastruktur, Coaching und Workshops beinhaltet sowie bei Erfolg Zugang zu Mikrofinanzprogrammen bzw. Crowdfunding.

Mehr Infos erhaltet Ihr auch auf der 8. AUFSCHWUNG-Messe für Existenzgründer und junge Unternehmen am 3. April 2014 in Frankfurt am. Hier ist das Social Impact Lab als Aussteller vertreten und bietet auch einen Vortrag im Kongressprogramm an. Social Entrepreneurship ist ein Schwerpunktthema auf der AUFSCHWUNG 2014. Sina Trinkwalder, die erste textile Social Entrepreneurin in Deutschland, hält um 14.30 Uhr die KeyNote-Speach: „Wunder muss man selber machen“. Und für das 2. Speed-Mentoring-Event kandidieren derzeit auch zwei Social StartUps. Das Publikumsvoting endet am 14.3.2014.

Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltungen haben u.a. vier Social StartUps am AndersGründer-Pitch teilgenommen. Ich habe fleißig mitgeschrieben:

deeliva – Crowd-Liefer-Plattform
Dieses StartUp hat schon namhafte Preise gewonnen und ist auf zahlreichen GründerEvents (wie dem Stuttgarter StartUp-Weekend) vertreten. Die Idee ist einfach: Man soll via deeliva-App Produkte in der Nachbarschaft bestellen, die Crowd kann sich als Lieferant melden und Dir die Waren lieferen. Der Lieferant kann entscheiden, ob er einen Teil oder die gesamten Lieferkosten übernehmen will. Es lebe der Local Commerce Trend.

Projekt „Grüner Kinderbuchverlag“
Hierbei handelt es sich um eine klassische Anfangsidee, ohne dass schon ein Unternehmen gegründet wurde. Idee ist es, Kinderbücher zu verlegen, die möglich umweltverträglich hergestellt wurden. Partner ist eine etablierte Druckerei in Österreich. Es wird auch kein Receycling-Papier verwendet, weil diesbezüglich eine Schadstoffbelastung nicht ausgeschlossen werden kann. Gesucht werden auch noch Autoren. Achtung: Es müssen auch keine Umwelt-Storys sein, dürfen es aber natürlich sein. Keinesfalls geht das Gegenteil 🙂

Whisper Foundation
Die Whisper Foundation will Räume und Anlässe für Männer und Frauen aller Generationen schaffen, um sich zu begegnen, auszutauschen und miteinander, voneinander und übereinander zu lernen. Die Gründerin Jamileh Suleiman ist überzeugt, dass ein lebendiger und nachhaltiger Austausch mit anderen Generationen den Einzelnen geistig, mental und sozial bereichert – und glücklicher macht. Hier gehts nicht um „Jung hilft Alt“ oder „Alt hilft Jung“ sondern „Jung und Alt miteinander“. Die jungen Akteuere werden Pioniere genannt und die älteren Whisperer. Denn die wichtigsten Dinge werden geflüstert.

Biometric Credit Buero
Das BCB Biometric Credit Bureau stellt in Zusammenarbeit mit Marktteilnehmern Produkte zur biometriebasierten Kreditnehmeridentifikation, zur elektronischen Datenverarbeitung in Echtzeit und zur Prozess- und Risikosteuerung an. Das Hauptprodukt besteht langfristig in der Bereitstellung von Kreditwürdigkeitsinformationen. Kurzfristig soll durch Angebot von Value Added Services bestehend aus dem sogenannten Mobile Office (Tablet-PC mit angeschlossenem Fingerabdruckscanner und einer Softwareanwendung zur Erfassung und Anzeige von Kundendaten) sowie einem Managementinformations- und einem Customer Relationship Management-System der Markteintritt gelingen.


Interview mit Nils Hafa vom Social Impact Lab Frankfurt anlässlich einer EnergieEffzienz-Crowdfunding-Aktion via bettervest. Das Vorzeige-StartUp bettervest ist erster regulärer Mieter im Social Impact Lab.

Mehr Hintergründer zum Social Impact Lab:

Der Macher (Gründer und Geschäftsführer) der gemeinnützigen Betreibergesellschaft Social Impact GmbH ist Norbert Kunz, Gründer und Geschäftsführer der gemeinnützigen Social Impact GmbH. Der 55-Jährige hat 1998 das erste Gründungsunterstützungssystem für arbeitslose Menschen auf den Weg gebracht. Im Rahmen des Projekts „enterprise – junge Menschen auf dem Weg in die Selbstständigkeit“ wurden weit mehr als tausend junge Erwachsene erfolgreich in die Gründung begleitet. Das Projekt gilt als Referenzprojekt für eine erfolgreiche Gründungsförderung und wurde sowohl von der EU als auch der OECD als „Best Practice“ ausgezeichnet.

Hintergrund zu Gründern mit Migrationshintergrund: 42,7 Prozent der Menschen in Frankfurt haben einen Migrationshintergrund (26,3 Prozent davon auch eine ausländische Staatsangehörigkeit). Diese Gruppe stellt unter den Menschen bis 25 Jahren bereits die Mehrheit. Menschen mit Migrationshintergrund sind überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen: So sind zum Beispiel 41,9 Prozent der Menschen ohne Arbeit Mitbürgerinnen und -bürger ohne deutschen Pass. Mit 28,5 Prozent aller Neugründungen 2012 bundesweit ist der Anteil von Gründungen durch Menschen mit Migrationshintergrund überproportional hoch. Bezogen auf die Gründungsaktivitäten aus der Arbeitslosigkeit heraus geht inzwischen sogar jede zweite Gründung auf ihre Initiative zurück.

Hintergrund zu Social Entrepreneuren: Laut einer Studie des Centrums für soziale Investitionen und Innovationen gibt es rund 1700 Projekte dieser Art in Deutschland. Mit den Labs in Berlin und Hamburg konnten in den vergangenen zwei Jahren dabei knapp 100 Social-Startups auf den Weg gebracht werden. Der Hintergrund für den Zuwachs: Die etablierten Lösungswege für Probleme in Folge von demographischem Wandel, Arbeitslosigkeit oder Klimawandel funktionieren immer weniger. Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft setzen zunehmend auf neue Ideen. Bundesregierung, einige Unternehmen und Stiftungen fördern den Bereich der sozialen Innovationen mittlerweile gezielt über diverse Programme.

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