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Der nächste Anlauf: Palcohol will Alkohol in Pulverform salonfähig machen

Bei manchen Geschäftsideen habe ich den Eindruck, dass jährlich das „Murmeltier grüßt“. Vor kurzem habe ich über Palcohol gelesen, die Alkohol in Pulverform anbieten. Das erinnerte mich schnell an subyou, die vor ca. 10 Jahren ihr Glück versucht haben, Alkohol in Pulverform zu verkaufen. Damals haben die Gründer eine Steuerlücke entdeckt, indem sie die Alcopops in Pulverform angeboten haben und damit nicht die Alcopopsteuer (damals 84 Cent pro Flasche) zahlen mussten. Allerdings ist dieses sehr umstrittene Startup schon wieder von der Bildfläche verschwunden.

Der amerikanische Weinkenner Mark Phillips will jetzt mit „Palcohol“ einen anderen Weg bestreiten, um den Alkohol in Pulverform gesellschaftsfähig zu machen. Nicht Jugendliche wären seine Zielgruppe, sondern z.B. Wanderer und Camper, die sich abends gerne einen genehmigen, ohne dabei ganze Flaschen mit schleppen zu wollen. Die Marketeinführung sollte Anfang Mai 2014 erfolgen, nachdem eine Genehmigung durch das Alcohol and Tobacco Tax and Trade Burea bereits vorgelegen häte. Doch leider wurden die Etiketten nicht freigegeben, weil keine korrekten Angaben zur Alkoholmenge gemacht worden seien. Also droht auch hier wieder Ärger. Und US-Politiker rufen auch schon zum Verbot des Produktes auf, weil Kinder das Pulver missbrauchen könnten, indem sie es schnupfen würden.

Allerdings ist es zu weit gesprungen, das Alkoholpulver allgemein zu verteufeln. Schon seit den 70er Jahren wird Alkoholpulver in der Lebensmittelproduktion verwendet. Kraft Foods erhielt schon damals einen Patentzuschlag, der in den 90ern auslief. Und schliesslich gäbe es laut den Machern von Placohol noch ganz andere Einsatzgebiete. Nicht nur Camper und Reisende, sondern auch Fluggesellschaften könnten das Alkoholpulver verwenden, um Gewicht zu sparen. Oder Hotels in Hawaii könnten das Pulver verwenden, um Versandkosten zu sparen. Und nicht jeder will das Alkoholpulver erwerben, um es in Wasser aufzulösen und zu trinken. Auch als Zugabe zur Scheibenwischerflüssigkeit oder als Kraftstoff in Pulverform könnte es verwendet werden.

Dieses Beispiel zeigt, dass eine Erfindung nicht gut oder schlecht sein muss, schliesslich kommt es auf die Anwendung darauf an. Zudem könnte das Alkohol in Pulverform auch als Marketinginstrument „missbraucht“ werden. Nach Zulassung könnten Onlineshops für Alkoholprodukte die Gunst der Stunde nutzen, um den nötigen Medienhype generieren zu können. Manchmal sind Produkte weniger dafür geeignet, um Umsatz zu generieren, sondern öffentliche Aufmerksamkeit. Insofern rate ich davon ab, ein neues Produkt gleich „abzustempeln“. Das Video zum Produkt ist bei Youtube schon ein Quotenhit:

6 Responses to Der nächste Anlauf: Palcohol will Alkohol in Pulverform salonfähig machen

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