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Beim Startup „Kuchentratsch“ sind die Backrezepte lebenslang erprobt

Die beiden Jungunternehmerinnen Katharina Mayer und Katrin Blaschke beschreiben die Geschäftsidee ihres Unternehmens „Kuchentratsch“ auf ihrer Webseite kurz und bündig: „Man nehme ein alt hergebrachtes, ehrliches Rezept, mische es mit regionalen Rohstoffen sowie der ein oder anderen Geheimzutat und würze das Ganze mit einer ordentlichen Portion Erfahrung, Liebe und Herzlichkeit – fertig ist das Konzept von .kuchentratsch.“

Mit der ordentlichen Portion Erfahrung sind SeniorInnen aus München gemeint, die derzeit jeden Montag in einer Backstube in München gemeinsam Kuchen backen. Genau wie bei einem Kaffeeklatsch trinken die Omas dabei in geselliger Runde eine oder mehrere Tassen Kaffee und tauschen sich aus. Allerdings essen sie dabei keinen Kuchen, sondern sie backen ihn. Um den Rest (Beschaffung der Zutaten, Anmietung der Backstuben, Verkauf der Kuchen) kümmern sich Katharina und Katrin.

Auf diese Geschäftsidee ist Katharina Mayer gekommen, als sie durch Brasilien reiste und auf der Straße selbstgemachtes Gebäck kaufte, das von den Familienmitgliedern zu Hause hergestellt wurde. Hier in Deutschland wurde die Idee mit einer soziale Komponente versehen und es wird sicherlich nicht mehr lange dauern, bis „Kuchentratsch“ Stadtgespräch in München sein wird. Ein Zeitungsartikel in der Süddeutschen Zeitung und eine BR-Fernsehbeitrag übernehmen (fast) den Rest. Seitdem gibt es fast täglich neue Unterstützungsangebote, ob von einem Bäckermeister oder Backstuben etc. Damit sind die Expansionspläne fast schon gesichert.

Obwohl die Jungunternehmerinnen von vielen Seiten Unterstützung bekommen, wie z.B. vom Impact Hub Munic, kann der Start der beiden Gründerinnen nicht als reibungslos bezeichnet werden. Denn die Handwerkskammer München verlangt grundsätzlich, dass ein Bäckermeister angestellt werden müsste, um die Genehmigung erlangen zu können. Dank der Infos in einem Blog und tagelanger Recherche haben die Gründerinnen nun einen Weg für eine Ausnahmegenehmigung sowie einen Plan B gefunden. In einem Blogbeitrag berichten sie ausführliche darüber.

Diese Geschäftsidee zeigt, dass man viele Widerstände überwinden kann, wenn man gründlich recherchiert und viele Unterstützer hat. Und die Idee zeigt, dass es viele Wege gibt, Backwaren herzustellen, ohne Bäckermeister zu sein. Einen anderen Weg habe ich im Januar hier im Blog beschrieben (Kuchbäcker Eduard Razum aus Frankfurt). Und die Idee zeigt, dass es viele Wege gibt, um SeniorInnen aktiv einzubinden. Schon vor sieben Jahren habe ich über die strickenden Omas von Netgranny hier im Blog berichtet, Jahre später über myoma.

2 Responses to Beim Startup „Kuchentratsch“ sind die Backrezepte lebenslang erprobt

  1. Vielen Dank für diesen schönen Bericht aus München! Haben wir natürlich verfolgt, da wir auch die Mietküche kennen, die Pfannenfreunde, ebenfalls Jungunternehmer. Es ist sehr sehr wertvoll, wenn sich Jung und Älter zusammentut und gemeinsam etwas auf die Beine stellt wider all die Hindernisse!

    Ich selbst bin Rentnerin und habe Einkaufsgemeinschaften gegründet. Siehe die Webseite oben „Rubrik Einkaufsgemeinschaften“. Ich hole privat und unentgeltlich Produkte von Hofläden in die Stadt für Freunde, Nachbarn und Freunden von Freunden. Das hilft den Bauern und wir bekommen genussvolle Lebensmittel, die man sonst Nirgendwo kaufen kann. Wir kenn die Arbeitsweise unserer Bauern, wir kennen sogar die Tiere und machen Werbung für Beide.

    Es sollten viel mehr Rentner und Rentnerinnen, die ja zumeist fit und mobil sind so ein Ehrenamt empfehlen, es macht Sinn und Freude und hält die grauen Zellen jung. Man kann sichs ja selber einteilen, das ist ja kein Fulltimejob.

    Also Aufruf an die jungen Älteren: Mach mit!!!
    Herzliche Grüße
    Marlene Hinterwinkler

  2. Hallo Frau Hinterwinkler,

    danke für Ihre tolle Story. Müsste ja glatt einen Artikel hier Wert sein.

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