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Bonaverde will jetzt auch Crowdvestoren begeistern

Über Bonaverde, die die erste Kaffee-Röst-Mahl-Brüh-Maschine noch in diesem Jahr in den USA und Deutschland auf den Markt bringen wollen, habe ich vor knapp acht Monaten hier im Blog schon im Rahmen der Kickstarter-Crowdfunding-Kampagne berichtet. Seitdem ist einiges passiert. Dank einer weiteren indiegogo-Crowdfunding-Aktion (Ziel: Aufbau des Netzwerkes an Kaffeebauern als Lieferanten) und Annahme von weiteren Vorbestellungen konnten bisher mehr als 1 Mio. EUR von der Crowd eingesammelt werden.

Ergebnis: Noch im Herbst 2014 sollen die ersten der vorbestellen Bonaverde-Maschinen an die Kunden ausgeliefert werden und zeitgleich der Online-Marktplatz gestartet werden, damit die Kunden ihren Lieblingskaffee direkt von den Kaffeeproduzenten bestellen können. Die Bonaverde-Macher erläutern auf Seedmatch, wie sie die Zeit zwischen Dezember 2013 und heute genutzt haben: „Mithilfe der durch Crowdfunding-Kampagnen und laufende Vorbestellungen eingesammelten Gelder von knapp einer Million US-Dollar konnten wir die Maschine signifikant verbessern, den finalen Prototypen entwickeln und das Team um die benötigte Expertise und Fertigkeiten erweitern. Und sie ermöglichen uns, die ersten 3.000 Maschinen zu produzieren.“

Bevor die Bonaverde-Maschine von den Crowds im Alltag zu Hause getestet werden kann, startet Bonaverde heute Mittag die erste Crowdinvestingkampagne auf Seedmatch. Begründet wird das wie folgt: „Wozu also eine weitere Fundingrunde? Weil wir uns schneller im Markt bewegen müssen, d. h. das Direkthandelsnetzwerk aufbauen, die zweite Maschinengeneration anstoßen, und unsere Vision stärker verbreiten wollen – mithilfe der Kraft der Community, aber auch gezielten Marketingmaßnahmen.“ So soll ab 500.000 EUR Funding der deutsche Markt zeitnah mit dem US-Markt erobert werden, ab 1 Mio. EUR sogar der B2B-Markt zeitnah anvisiert werden und ab 1.5 Mio. EUR die 2. Generation entwickelt werden.

Schmackhaft gemacht werden soll das den Crowdvestoren, indem die ersten 100 Early-Bird-Investoren ab einer Beteiligungssumme von 2.000 EUR eine Bonaverde-Maschine als kostenlose Zugabe Ende des Jahres geliefert bekommen sollen. Für Bonaverde kann das trotzdem ein gutes Geschäft bedeuten, weil sie schliesslich auch am Handel mit den (ungerösteten) Kaffeebohnen verdienen. Und die Investoren erhalten nicht nur eine kostenlose Zugabe, sondern erhalten auch vor der offiziellen Markteinführung in Deutschland die Bonaverde-Maschine. Aber Achtung: Jeder sollte nur so viel Geld investieren, wenn er das auch finanziell stemmen und breit diversifizieren kann. Im besten Fall verdient der Investor aber langfristig so viel mit diesem Investment, dass auch der Genuss der Kaffeebohnen ein „Gratis-Geschäft“ werden könnte.

Wie funktioniert nun die Bonaverde-Maschine: Diese Röst-Mahl-Brüh-Filterkaffeemaschine verwandelt grüne, rohe Kaffeebohnen in weniger als einer Viertelstunde in schwarzen, frischen Kaffee. Mit einem einzigen Knopfdruck wird der gesamte Prozess realisiert. Das Rösten dauert ca. 6-7, das Mahlen knapp 2, und der Brühvorgang die üblichen 6-8 Minuten. Ein bisschen Geduld müssen die Kaffeetrinker aber mitbringen. Damit die Wartezeit allerdings „versüßt“ wird, soll dank einen innovativen Rauchfiltersystems, das ursprünglich im Rahmen des Manhattan Projekts zum Schutz vor radioaktiven Staubpartikeln entwickelt wurde, nur der Kaffeeduft aus der Maschine entweichen.

Es gibt aber noch weitere Vorteile zu Haushaltsröstmaschinen, die bisher stand alone schon in Deutschland angeboten werden. Mithilfe einer zukunftsorientierten Chip-Technologie soll der User zudem für jede Bohne das perfekte Röstprofil erhalten: Ein in der Kaffeemaschine implementierter RFID-Reader liest die empfohlene Röstkurve aus dem in den Bonaverde-Kaffeebeuteln eingenähten und individuell programmierten Chip aus. Genialer Nebeneffekt: Durch den Chip stellt Bonaverde sicher, dass sich auch in Zukunft der Lieferant von grünen Bohnen bleiben. Zudem wollen sie eine großen Marktplatz mit einer Vielzahl an grünen Kaffeebohnensorten anbieten und daraus eine Community entwickeln. Die Kaffebauern sollen trotz der Gewinnmarge von Bonaverde deutlich mehr verdienen, als wenn sie ihren Kaffee vor Ort an eine Rösterei etc. verkaufen.

Gerne fasse ich die Kernelemente dieses disruptiven Geschäftsmodells zusammen:

  • Eine Röst-Mahl-Brüh-Kaffeemaschine produziert den frischest möglichen Kaffee ohne Bittestoffe, die durch längere Lagerung von gerösteten Bohnen entstehen.
  • Es wird ein Direkthandelskonzept zwischen Bauern und Konsumenten angeboten, das beiden Parteien signifikanten Mehrwert bietet,
  • Eine Chiptechnologie erstellt das perfekte Röstprofil für jede Kaffeesorte
  • Die haben Menschen die Möglichkeit, den Kaffee in seiner ursprünglichen Frische und Diversität zu erleben!

Und natürlich helfen die Crowdvestoren auch dabei, eine Geschäftsidee made in Germany zum Durchbruch zu verhelfen, bevor die Kaffeegiganten diesen Markt erobern. Dabei soll nicht verschwiegen werden, dass es sich hierbei um einen „Restart“ handelt. Die Vorgeschichte vom Erfinder Hans Stier wird auf Seedmatch kurz erläutert: „Er gründete sein erstes Startup, die Kaffee Toro GmbH, und erweiterte zusammen mit einem acht-köpfigen Team an Ingenieuren in einer Hinterhofswerkstatt in Berlin nicht nur sein eigenes Know-How, sondern auch die Fertigkeiten der Maschine….Als den VC-Geldgebern dann letztes Jahr im April die Geduld ausging, musste sich das Team geschlagen geben und Insolvenz anmelden.“ Dank der Crowds (und dem daraus resultierenden Proof of Market) will Hans mit dem Re-StartUp Bonaverde jetzt den Durchbruch schaffen.

Hans Stier hat noch weitere Ideen, wie er in einer aktuellen PM verrät: „Langfristige Vision des Teams hinter Bonaverde ist ein globaler “Coffee Changer Club”, über welchen die Mitglieder nicht nur zu Hause ihren frischen Kaffee genießen können, sondern auch kostenfrei in jedem Bonaverde Outlet weltweit.“ Das macht neugierig auf mehr. Bleibt zu hoffen, dass sich Hans mit seinem Team nicht verzettelt, sondern step by step die Erfolgsleiter rauf läuft. Dabei helfen kann sicherlich auch ein Investor wie Michael Brehm, der auch im Beirat und Aufsichtsrat von Bonaverde sitzt. Ich drücke die Daumen und werde die Story sicherlich hier weiter begleiten.


Spannendes 1 Stunden-Interview mit Hans Stier, wenn auch schon acht Monate alt.

Anmerkung zur Unternehmensbewertung: Der Beteiligung via Seedmatch liegt eine Unternehmensbewertung von 7.813.000 € zugrunde. Für ein Hardware-StartUp, das noch nicht seine erste Produktserie auf den Markt gebracht hat, ist das ein stolzer Preis. Börsianer würden jetzt sagen: Im Kurs ist schon viel Zukunftsphantasie eingepreist. Sollte die Bonaverde-Maschine allerdings die Kunden begeistern und nicht zu viele Rückläufer verzeichnet werden, könnte die Wette auf die Zukunft gut aufgehen. Denn das Geschäftsmodell klingt sehr lukrativ und nachhaltig. Und letztlich ist man nicht nur Investor, sondern auch Unterstützer eines disruptiven StartUps.

Warnhinweis: Selbstverständlich handelt es sich hier nicht um eine Anlage- oder Beteiligungsempfehlung. Wir übernehmen keine Haftung für Fehlinvestments. Vielmehr ist unser Ziel, hier innovative Projekte und StartUps mit Vorbildcharakter vorzustellen, um die Leser zu inspirieren. Weiterhin wollen wir die weitere Entwicklung erfolgsversprechender Unternehmen weiter begleiten.

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