rainbowloom

In Featured, Geschäftsidee, Idee -Junior, Innovation, Marketing - kl.Budget

Rainbow Loom Bandz: Mit 10.000 USD Startkapital in 3 Jahren zum 100 Mio USD Business

Choon Ng war Testfahrer bei Nissan und lebte mit sein Frau und zwei Töchtern im Raum Chicago. Ähnlich wie Mio. anderer Bürger kaufte er sich kurz vor dem Häuser-Crash ein Haus und musste danach fast jeden Cent zweimal umdrehen. Trotzdem hatte er den Mut, im Jahr 2011 die letzten Ersparnisse in Höhe von 10.000 USD in ein Geschäftsvorhaben zu stecken, zu dem ihn seine Kinder inspirierten. Denn die beiden Töchter spielten gerne mit Gummiringen und verknoteten sie zu Armbändern etc. Doch die Finger von Choon Ng waren zu groß, um es den Töchtern nachzumachen. Deshalb baute er in seiner Garage einen Werkzeugkasten, um die Kinder zu übertrumpfen. Diesen Baukasten ließ er sich patentieren und brachte ihn unter dem geschützten Namen „Rainbow Loom“ zusammen mit extra dafür entwickelten elastischen Plastikbändern auf den Markt.

Was Choon Ng nicht mehr hatte, war ein nennenswertes Marketingbudget. Deshalb errichtete er einen YouTube-Kanal, in dem er Videoanleitungen von seinen Töchtern zu seinem Produkt präsentierte, genauso wie zahlreiche Erfolgsbeispiele. Das bracht die ersten Aufträge in seinem eigens errichtenden Onlineshop, aber nicht den Durchbruch. Die Umsätze lagen gerade einmal bei einer kleinen vierstelligen Summe pro Monat. Und mit seiner Direktansprache von Spielzeuggeschäften in seiner Umgebung war der Gründer auch nicht erfolgreich. Dann trat im Sommer 2012 Cindy O’Hara in das Unternehmerleben von Choon Ng. Cindy, Mitbesitzerin von zwei Geschäften der Spielzeugladen-Franchisekette „Learning-Express“, bestellte für ihren Laden ein paar Rainbow-Sets. Sie probierte das Produkt zusammen mit den kleinen Kundinnen aus und musste auf einmal einen Workshop nach dem anderen in ihrem Geschäft anbieten.

Das Produkt wurde im Learning-Express-Laden zum Selbstläufer, da die kleinen Kundinnen die besten Werbeträger waren, die man sich vorstellen konnte. Zwei Wochen nach dem ersten Auftrag bestellte Cindy O`Hare Rainbow-Loom-Sets im Wert von 10.000 USD. Choon Ng konnte seinen Augen nicht trauen, als er diesen Auftrag sah. Ab diesem Zeitpunkt explodierten seine Umsätze. Zuerst bestellte viele andere Franchise-Filialen von Learning-Express, nachdem sie (im Rahmen des Online-Erfahrungsaustausches) von dem Verkaufserfolg von ihrer Kollegin Cindy erfuhren. Dann wurde die Konkurrenz auf das Produkt aufmerksam. Auf einmal wurden in 11.000 Filialen von Michael Stores die Rainbow Looms verkauft.

Und dann kam noch der Promi-Effekt dazu. Während ihrer Australien- und Neuseelandreise im Frühjahr 2014 erhielten Prinz William und Herzogin Kate unzählige Rainbow-Loom-Kreationen beschenkt und ließen sich damit fotografieren. Danach stiegen die Umsätze in England um das Zwanzigfache. Mittlerweile sind die Rainbow Looms sogar Kult. Der US-Moderator Jimmy Kimmel ließ sich für seine Show ein komplettes Outfit aus „Loom Bandz“ herstellen. Und auf Ebay wurde ein Loom-Bands-Kleid für 170.000 USD versteigert. Kein Wunder, dass dieser Trend auch dieses Jahr gewaltig nach Deutschland schwappt. Auf den Fanmeilen konnten man schon verschiedene Deutschland-Kreationen der Loom-Bandz bewundern.

Mittlerweile wird das Unternehmen von Choon Ng auf mehr als 100 Mio. USD Wert geschätzt. Das ist Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass Choon Ng erst vor drei Jahren mit nur 10.000 USD Startkapital los legte. Ja, es handelt sich nicht um eine Web-Bude, sondern um einen Anbieter von Bastelware bzw. Kinderspielzeug. Da wird es Choon Ng fast verschmerzen können, dass es ähnlich wie im Internet-StartUp-Umfeld viele Copy Cats gibt, die als Trittbrettfahrer auch einen Stück vom Kuchen abhaben wollen. Machen wir es uns immer bewusst: Es war letztlich eine Person, Cindy O`Hare von der Franchise-Filiale Learning-Express, die den Rainbow-Loom-Bandz zum großen Verkausdurchbruch verhalf. Mehr als einen wahren Unterstützer braucht es eben nicht.

Mehr Infos gibt es bei FastCompany und Stern.de

6 Responses to Rainbow Loom Bandz: Mit 10.000 USD Startkapital in 3 Jahren zum 100 Mio USD Business

  1. TOM sagt:

    Wie das Leben so spielt…. es macht die besten Businesspläne 🙂 Herr Chon NG hatte in seiner „SWOT“ noch die Läden in seiner Umgebung im Sinn, mehr nicht.

    Solche Beispiele gibt es mehrfach. Mir fällt da noch das ENERGYBAND ein – völliger Witz
    [ meiner Meinung nach], aber es gibt und gab Promis die an diese „elektromagnetische Wirkung“ glaubten und es trugen und tragen …hilft 🙂 – im Sinne von Umsatz.
    Klingeltöne war auch so ein Ding oder eine bestimmte T-Shirt“ Marke 🙂 oder…..

    Für alle gilt..es kann…muss aber nicht ! Grundsätzlich und das bezieht sich auf die „Crowds“….Wir sollten öfters „kannen“ lassen 🙂
    ———
    Eine Frage…Kann man diesen Captcha nicht ändern – es gibt deutlich besser lesbare Versionen. Die erfüllen den gleichen Zweck.

  2. Hallo TOM,

    es ist tatsächlich ein schönes Beispiel, wie schwierig Vertriebsarbeit und Push-Marketing sind und wie gut Pull-Marketing funktioniert, wenn man sich eben auch etwas Zeit lässt. Erinnern wir uns noch an Steiff, hier rettete auch erst ein Auftrag am letzten Messetag die Existenz.

    P:S: Das mit dem Captcha setze ich auf die ToDo-Liste meines Webexperten.

  3. […] Rainbow Loom Bandz: Mit 10.000 USD Startkapital in 3 Jahren zum 100 Mio USD Business […]

  4. […] Rainbow Loom Bandz: Mit 10.000 USD Startkapital in 3 Jahren zum 100 Mio USD Business […]

  5. […] Rainbow Loom Bandz: Mit 10.000 USD Startkapital in 3 Jahren zum 100 Mio USD Business […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.