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Wein aus dem Plastikglas: Kann die Idee aus den USA auch hier ein Erfolg werden?

Gestern traten Jonathan Goutkin und Daniel Dmitriouk in der VOX-Show „Die Höhle der Löwen“ an, um die Investoren von ihrer Geschäftsidee zu überzeugen, Wein in Plastikgläsern fertig verpackt zu verkaufen. Und tatsächlich konnten sie gleich drei Investoren für ihre Idee mit dem Namen „Le Petit Raisin“ gewinnen. Ausschlaggebend war der Proof of Concept. Denn die Geschäftsidee hinter der Unternehmung ist schon mehr als vier Jahre alt. Und der Erfolg des Originals ist beeindruckend:

Vor ca. 2,5 Jahren trat der Gründer von Copa Di Vino, James Martin, in der US-Show „Sharktank“ auf (vergleichbar mit „Die Höhle der Löwen“, denn die Show basiert ebenfalls auf dem englischen Original „Dragons Den“). Er stellte seine Idee (Wein im Plastikglas fertig verpackt und verkaufsfertig) in der Show vor und bot für 600.000 USD eine Beteiligung in Höhe von 30 % an. Ein Investor biss auch an, wollte allerdings 51 % an der neu zu gründenden Gesellschaft haben, die Inhaber des Plastikglaspatents sein sollte. Denn der Investor sah das Big Business (er sprach vom 500 Mio USD Businness) und wollte das Glas an alle verkaufen, die in der Weindustrie Big Player sind.

James Martin schlug das Angebot damals in der Show aus, denn er wollte erst einmal sein Produkt exklusiv mit „seinem Wein“ vermarkten (laut Investor nur ein 5 Mio USD Business). Nach der Sendung konnte sich der Gründer von Investorenangeboten nicht retten. Denn viele erkannten das Potential des Geschäftsmodells von James Martin, auch wenn er sich vorerst nur für die „kleine Variante“ entschieden hatte. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Seit der Gründung vor vier Jahren wurden mehr als 15 Mio. Gläser Copa Di Vino verkauft. In den USA gibt es mittlerweile mehr als 13.000 Verkaufsstellen. Das Unternehmen wird heute zum Zwanzigfachen dessen bewertet, was damals bei der Show zugrunde gelegt wurde. Wow.

Als „Werbegag“ ist James Martin nochmals in der Show „Sharktank“ aufgetreten (siehe Video oben, ab Minute 6), allerdings konnten sich auch dieses Mal Investoren und Gründer nicht einigen, obwohl die Investoren dieses Mal bereit waren, sich am Basisunternehmen zu beteiligen. Darüber war James Martin gar nicht so unglücklich, schliesslich stieg der Wert seines Unternehmens allein durch den erneuten TV-Auftritt um schätzungsweise mehrere Millionen USD. Das zeigt, dass die Show in den USA nicht nur Zugang zu Kapital ermöglicht, sondern auch den Wert des Unternehmens enorm steigern kann.

Jonathan Goutkin und Daniel Dmitriouk hoffen es, ihrem Vorbild James Martin gleichzutun. Sie haben seine Idee auch nicht rabiat kopiert, sondern eine Lizenz- und Vertriebsvereinbarung mit dem amerikanischen Gründer geschlossen. Auch wenn die Deutschen deutlich mehr Berührungsängste vor einem Weinglas aus Plastik haben könnten als die Amerikaner, könnte auch das Copy Cat hier in Europa sehr erfolgreich durchstarten. Daran kann man sehen, dass es sich bezahlt machen kann, Serien wie „Sharktank“ regelmäßig anzuschauen 🙂

6 Responses to Wein aus dem Plastikglas: Kann die Idee aus den USA auch hier ein Erfolg werden?

  1. Tom sagt:

    150 000 Euro Invest für was? – wurde nicht so klar. Ich habe mir den Beitrag gerade angeschaut – die Sendung gestern nicht mehr.

    Wenn die Herrschaften noch bei keinem namhaften Handel gelistet sind, wird der Deal mit den 10 Mio. verkauften Gläsern in 3 Jahren nichts.

    Allein der WKZ dürfte als Eintrittsgeld das Invest sprengen. Der Preis mit 1,99 je Glas, als Tiefstpreis im Handel, mit dem Argument – Flasche öffnen geht ja nur mit Korkenzieher – quatsch – es gibt Weinflaschen für 1.99 mit Schraubverschluss – Pappbecher dazu – wenn es einer mag.

    Die Sendung und das auftreten der „Löwen“ ist schlicht peinlich, unqualifiziert und irreführend.

    Richtig ist – die Sendung muss auf wesentliches konditionieren,- aber aktuell geht alles, was mit einer echten Investmententscheidung zu tun hat, komplett unter. Die Sendung ist Unterhaltung – auf ziemlichem „trashniveau“.

    Was sich VOX und Seedmatch mit MyCleaner geleistet haben entbehrt dann, auch in der nachfolgenden Diskussion, allem was man an seriösem und vor allem transparentem Invest abverlangen könnte. Just again…my 50 Cent!

    Zu PETFLASCHEN und PETGLÄSERN – naja – könnte man auch viel sagen – ist aber eine andere Geschichte und – yepp – da haben die Herrn recht – Geschmackssache.

  2. Hallo Tom,

    da sprichst Du einige wichtige Themen an:

    1. Le Petit Raisin

    Mini-Weinflaschen plus Plastikglas für Picknick habe ich schon 2006 vorgestellt, siehe unter http://www.best-practice-business.de/blog/geschaeftsidee/2006/12/16/hardy-wine-der-picknick-wein/

    Allerdings ist die Idee mit dem Wein im Plastikglas schon bestechend. Ich persönlich würde das Produkt nie kaufen, aber gerade aus Investorensicht ist die Gefahr sehr groß, von sich auf andere zu schließen.

    2. Die Höhle der Löwen

    Solch eine Fernsehshow kann leider nicht die Wirklichkeit abbilden. Die Investoren kommen hier sehr schlecht weg. Aber für die Startups, die dort präsentieren, ist das in den meisten Fällen eine gute Werbung. Zudem finde ich gut, dass das StartUp-Thema überhaupt einmal im Fernsehen thematisiert wird.

  3. Alexander Bart sagt:

    Hallo

    seit minimum 4 Jahren gibt es Vingoo. Sind erfolgreich am Markt etabliert.

    Nur so viel zur neuen Idee.

  4. Hallo Alexander,

    danke für den Hinweis. Tatsächlich kommt mir bei „Höhle der Löwen“ die Konkurrenzanalyse zu kurz.

  5. Da Weg sagt:

    Naja… Vingooo mag es vielleicht länger geben, aber die Herrschaften haben keinerlei Interesse an Geschäft…
    Anfragen blieben unbeantwortet , mal wurden die Preise nach Lust und Laune für wiederverkäufer hoch oder runtergesetzt…
    Und als man mir dann nichtmal 6 Kartons innerhalb von 4 Wochen schicken konnte war es vorbei…

    Vingooo ist meiner Meinung nach der letzte M…
    Und es schmeckt wie katzenurin, was vielleicht daran lag dass wir Anfang 2015 Becher bekamen die Anfang 2013 abgefüllt wurden…

    Vielen Dank auch

  6. Martin sagt:

    Als Wein-Fan bin ich nicht wirklich ein Fan von dieser Idee – ich würde jedenfalls kein Geld ausgeben für Wein aus dem Plastikglas. Ich bekomme auch in Flaschen günstigen Wein. Welchen Anreiz hätte ich jemals, einen solchen Wein zu kaufen?

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