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Warum das Nachbarschafts-Social-Network „Nextdoor“ gescheitert wäre, wenn es in Deutschland gestartet wäre

Es wird viel über Social Networks geschimpft. Es gäbe nur noch flüchtige Bekanntschaften. Man kommuniziere lieber unpersönlich via Smartphone mit einem Bekannten 1000 km von einem entfernt, als mit Freunden und Bekannten im nächsten Cafe einen Smalltalk Vis-a-Vis zu führen. Natürlich haben auch diese Kritiker längst erkannt, dass der Nutzer bestimmt, was er macht und das Verhalten nicht von den Portalen einseitig gelenkt und vorgegeben wird.

Und natürlich haben sich schon dutzend StartUps darin versucht, ein Social Network für die Nachbarschaft aufzubauen. Mit Gigalocal habe ich 2011 über solch einen Versuch hier in Deutschland berichtet. Auch vorher und nachher gab es mit Aka-Aki, LetsMap und Spreetit viele Versuche, die ins Leere liefen. Andere Plattformen wie Niriju sind noch am Netz, aber dümpeln auch nur noch vor sich hin.

Anders ergeht es Nextdoor, die nicht wirklich zu den FirstMovern gehören, auch wenn sie (schon) 2010 gestartet sind. Was machen die Gründer mit Sitz in San Francisco anders, dass das Nachbarschaftsnetzwerk nach einigen Anlaufschwierigkeiten (2012 waren erst 3.500 US-Nachbarschaften bei Nextdoor vertreten) jetzt exponentiell wächst (mittlerweile sind mehr als 46.000 Nachbarschaften (Gemeinden) abgedeckt und jeden Tag kommen 40 dazu)? Die Antwort: Die Fähigkeit, Kapital einzusammeln, ergänzt um das richtige Timing und Standort.

Obwohl Nextdoor auch vier Jahre nach dem Launch noch kein funktionierendes Einnahmemodell vorweisen kann, haben die Gründer bis heute mehr als 100 Mio. Venture Capital einsammeln können. Sicherlich hat hierbei geholfen, dass nicht irgendwelche VC´s eingestiegen sind, sondern mit Greylock ein Lead-Investor mit einem Kapitaleinsatz von mehr als 20 Mio. USD dabei ist, der schon früh in LinkedIn und Facebook investierte. Das erleichtert natürlich, weitere Investoren anzulocken. Sicherlich geholfen haben auch das richtige Timing und der Standort der Gründer, die Investoren anzulocken.

Und was macht Nextdoor noch anders? Es wird akribisch darauf geachtet, dass keine FakeAccounts eingerichtet werden. Ein neuer Nutzer muss nicht nur mit seiner genauen Wohnortadresse registrieren, sondern auch die Adresse durch Angabe von Telefonnummer oder Kreditkarte verifizieren. Damit bleibt das „Netzwerk“ sauber. Der Hauptaspekt ist aber der Nutzen für die Mitglieder. Hier hat sich gezeigt, dass es weniger darum geht, Werkzeuge untereinander auszuleihen, sondern dass man erst einmal wie hinter verschlossen Vorhängen langsam seine Nachbarn kennenlernen kann.

Und letztlich ist es das Storytelling, mit dem das Netzwerk immer mehr Aufsehen erregt. Bei den Top-Stories handelt sich immer wieder um Geschichten rund um die Sicherheit. Als z.B. einer Kinderschänder durch die Meldung eines aufmerksamen Nachbars bei Nextdoor aufgegriffen wurde, fand diese Story landesweit Aufmerksamkeit. Entscheidend ist, dass Nextdoor diesbezüglich eng mit den Sicherheitsbehörden zusammenarbeitet. Mehr dazu bei TheVerge.

22 Responses to Warum das Nachbarschafts-Social-Network „Nextdoor“ gescheitert wäre, wenn es in Deutschland gestartet wäre

  1. Nils H. sagt:

    ich glaube so schnell kommt niemand an den bekanntesten und beliebtestem Socialmedia Netzwerk ran.

  2. Hallo Nils,

    das kann gut sein, muss aber nicht für ewig bleiben. Ich finde es auf jeden Fall berichtenswert, dass ein Social Network 100 Mio USD. Eigenkapital einsammeln konnte, obwohl es mit Facebook solch einen dominierenden Gegenspieler gibt.

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