Das Wiener Start-up Chez Clich? bietet 8 perfekt inszenierte Apartment mit fiktiven Gastgebern

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Chez Cliché vermietet Wiener Apartments mit fiktiven Gastgebern

Nicht jeder Tourist mag es, in Hotels zu nächtigen, deren Zimmer beliebig austauschbar sind. Aber auch nicht jeder will via Airbnb zu sehr in die Privatssphäre eines Vermieters eindringen. Die „goldene Mitte“ bietet seit August 2011 die in Wien ansässige Chez Cliché Tourismus GmbH an. Das Wiener Start-up vermietet an Touristen 8 Apartments zwischen 40 und 92 qm mit fiktiven Gastgebern.

So kann der Gast in die Welt einer virtuellen lokalen Persönlichkeit eintauchen. Bella, die kosmopolite Flugbegleiterin, liebt Andenken aus der ganzen Welt. Bei Koloman, dem Theaterliebhaber, fühlen sich Kulturinteressierte rundum zuhause. „Die Leidenschaft für Musik“ ist das Interieur-Thema bei Beat. Raul war in jüngeren Jahren als Jockey sehr aktiv und ist dem Pferdesport nach wie vor zutiefst verbunden. In Form einer Kurzbeschreibung stellt sich jeder fiktive Gastgeber kurz vor, so z.B. auch Bella:

„Ich bin sehr aufgeschlossen, kommunikativ und liebe das Leben und all die Abenteuer die es für mich bereit hält. Als ich mit dem Fliegen begann, war das Leben über den Wolken noch völlig unbeschwert. Rio, New York, Tokyo! Ich fliege nun zwar nicht mehr beruflich, aber die weite Welt lockt mich immer wieder aufs Neue und ich liebe es Andenken mit nach Hause zu bringen. Mit Stoffen aus Indien, Statuen aus Afrika, Räucherwerk und Gewürzen aus aller Herren Länder habe ich eine geheimnisvolle und exotische Atmosphäre geschaffen. Außerdem bin ich ein totaler Fotografie- und Designfan.“

Jeder fiktive Gastgeber stellt sich auf der Webseite von Chez Cliché nicht nur kurz vor, er gibt auch Ausgehtipps. So empfiehlt der Pferdeliebhaber Raul den Besuch der Wiener Hofreitschule, der Trabrennbahn Krieau, des Bekleidungsgeschäftes „House of England“ und der Schuhmanufaktur „Ludwig Reiter“. Die Antiquitäten-Liebhaberin Romy dagegen besucht gerne das Antiquariat Inlibris, das Künstler-Cafe „Kleines Cafe“, die Galerien in der Schleifmühlgasse das Modehaus Vintage Flo, das Mode aus der Zeit von 1880 bis 1980 verkauft.

Und wie schafft es Chez Cliché, dass sich jeder Besucher gleich heimisch fühlt? Sie setzen dabei auf lokale Künstler und Hersteller: zum Beispiel findet man Bilder von Raphael und Christopher Just, Holzböden von Admonter, Besteck aus dem Hause Berndorf, Blumenarrangements von Blumenkraft oder Bettdecken und -pölster von Hefel. Fehlt nur noch, dass man die Gegenstände in einem Onlineshop und mit Hilfe eines Personal Shoppers vor Ort erwerben kann. Auf jeden Fall ein sehr schönes Beispiel, wie man sich mit Storytelling von der Konkurrenz abgrenzen kann.

Marketingexperten wissen längst: Umso besser die Story ist, umso teurer kann man ein Produkt oder Dienstleistung verkaufen. In meinem Beitrag „STORYtelling ist der größte Preistreiber“ gehe ich näher auf dieses Phänomen ein. Da Chez Cliche in der Regel mehr als 200 EUR pro Übernachtung verlangt, bietet sich hier das Storrytelling besonders an. Dieses Marketinginstrument verstärkt zudem den viralen Effekt. Der Mehrwert-Hinweis: In meiner Rubrik „Marketing – Story“ habe ich bisher mehr als 30 passende Best-Practice-Beispiele veröffentlicht.

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