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iCrowd will auf den Spuren von Quirky wandeln

Viele Erfinder von Produkten träumen davon, einen Lizenznehmer zu finden, der für Sie die Produktion, Markteinführung und Finanzierung übernimmt. Das gelingt selten, häufig auch deshalb, weil die Produktidee noch nicht ausgereift ist. In solchen Fällen gibt es (für Ideengeber von neuen Konsumgüterprodukten) eine Lösung, die in den USA „Quirky“ heißt. Wir haben erstmals 2009 hier im Blog über diese Crowdsourcingplattform für Produktentwicklungen berichtet. Mittlerweile hat die Crowd (die Community umfasst mittlerweile mehr als 1 Mio. Mitglieder) zusammen mit Quirky schon mehr als 400 Produktideen in die Tat umgesetzt.

Lange Jahre war das deutsche Pendant Tchibo-Ideas. Allerdings wurde hier das Konzept vor kurzem geändert, so dass man jetzt nicht mehr von einer Crowdsourcingplattform für Produktneuentwicklungen sprechen kann, wenn auch die Crowds noch neue Produktideen vorschlagen und neue Produkte testen können (aber eben nicht mehr in den ganzen Produktentwicklungsprozess eingebunden werden). Die große Frage: Wer springt hier in Deutschland in diese Lücke?

Seit Ende 2013 versucht manugoo sein Glück. Das Zwischenergebnis: Bisher gibt es immerhin schon 5 Produkt-Prototypen, die im Onlineshop verkauft werden: Heckklappensicherung, Kopfhöreraufwicklung, Zahnbürstenverkleidung, Beton-Handyständer und iPadStänder aus Holz. Leider ist die Community noch relativ klein und es gibt noch keine spektakulären Vertriebspartner, a la Tchibo oder wie vielleicht ein bekannter Homeshoppingsender etc. Und so ist es nicht verwunderlich, dass jetzt ein neues StartUp sein Glück versucht, diesen Markt zu erobern. Es handelt sich um iCrowd

Das Revenuekonzept ist schnell erklärt. 50% vom Gewinn, der aus dem Produktverkauf resultiert, erhält die Crowd. Dabei bekommt der Ideengeber mit 50 % am meisten ab, gefolgt von den Crowds, die in der Optimierungs- (20 %), Design- (10 %), Fertigungs- (6 %), Style- (5 %), Namens- (3 %) und Preisfindungsphase (3 %) wertvollen Input geben. Mehr Infos dazu gibt es hier. Was mir persönlich fehlt, ist die Marketing- und Vertriebsphase. Erst hier entscheidet sich doch meistens der Erfolg. Und auch starke Vertriebspartner fehlen mir momentan noch beim Konzept.

Was würde ich anders machen? Aus meiner Sicht erhalten die Ideengeber zu viel Anteil am Gewinn. Wie sagt doch Prof. Faltin, den der Mitgründer Christoph Gärtner als Vorbild nennt: „Heute sind gute Ideenkonzepte der Engpass. Nicht bloße Einfälle und Anfangsideen, sondern gut durchdachte und systematisch bearbeitete, ausgefeilte Konzepte.“ Das Problem: Wenn die Arbeit der Crowds zu wenig wertgeschätzt wird, ist es schwierig, eine kritische Masse zu begeistern, solange nicht die ersten großen Verkaufserfolge gefeiert werden konnten. Insofern bin ich gespannt, wie sich alles weiter entwickelt.

Und welche Ideen können nun eingereicht werden? Folgenden Kriterienkatalog haben die iCrowds aufgestellt:

  • ein ähnliches Produkt darf noch nicht verkauft werden
  • es darf kein Produkt geben, was ein Problem besser löst
  • es darf kein Patent oder geschütztes Konzept zu der Idee bestehen
  • kein anderes Unternehmen darf so ein Produkt gerade entwickeln
  • die Idee muss unterschiedlich genug von anderen Produkten abheben
  • die Idee darf nicht nur zwei unterschiedliche existierende Funktionen ohne einen klar erkennbaren Nutzen miteinander verbinden.

Mehr über iCrowd könnt Ihr in der Rubrik FAQ erfahren. Zudem könnt Ihr schon jetzt dabei helfen, das erste Produkt zu verbessern. Es handelt sich um eine PKW-Dachgepäckträgerhalterung für Faltboote. Sie soll besonders bootschonend werden. Ausserdem muss sie verschiedene Bootstypen tragen, also flexibel einsetzbar sein und darf nicht allzu teuer werden. Wenn Ihr mithelfen wollt, dann meldet Euch noch heute in der iCrowd Produktwerkstatt an.

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