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Zentrales Fundbüro will das „Google für Verlust- und Fundsachen“ werden

Am 1.1.2015 hat die Votingphase für das 3. Speed-Mentoring Frankfurt begonnen. Bis zum 31.01.2015 können Sie noch unter http://www.aufschwung-messe.de/mitmach-messe/ aus zehn StartUps ihren Favoriten auswählen! Die zwei Sieger des Online-Votings dürfen sich auf der AUFSCHWUNG-Messe am 10.3.2015 dem breiten Publikum präsentieren. Hier im Blog werde ich die nächsten zwei Wochen die zehn Teilnehmer näher vorstellen. Die Reihenfolge der Präsentation soll keine Wertung darstellen. Beginnen wollen wir heute mit dem StartUp-Projekt der Neosulting GmbH aus Frankfurt: „Zentrales Fundbüro“.

Das Zentrale Fundbüro packt ein altes Problem mit modernen Mitteln an und bringt so endlich Ordnung in die chaotische Fundlandschaft. Die erste Meta-Suchmaschine für Verlustsachen ermöglicht das einfache und kostenlose Wiederfinden von Verlorenem, Gestohlenem und Entlaufenem sowie das Einstellen von Fundsachen. Die Plattform zählt über 180.000 Einträge, verbindet dabei über 700 kommunale sowie private Fundbüros und bildet diese übersichtlich auf einer Karte ab. Für den B2B-Bereich wurde der Zentrale Fundbüro Manager (Software und App) entwickelt, der das Handling von Fundsachen und Verlustanfragen deutlich vereinfacht.

Entstanden ist die Geschäftsidee, als Markus Schaarschmidt im Sommer 2013 seinen Rucksack an einer S-Bahn-Haltestelle vergaß. Er kontaktierte mehrere Fundbüros und Ansprechpartner, musste immer wieder nachhaken und erhielt erst etliche Tage und viele vergebliche Anrufe später schließlich eine positive Antwort vom Fundbüro am Hauptbahnhof, dass der Rucksack samt Inhalt abgegeben worden sei. Das müsste doch auch einfacher und besser gehen. Diese Frage stellte sich Markus Schaarschmidt und beschloss, die Metasuchmaschine „Zentrales Fundbüro“ zu starten. Nach intensiven Gesprächen mit Unternehmen wurde zudem der Entschluss gefasst, die B2B­Software „Zentraler Fundbüro Manager” zu entwicklen und den Unternehmen entgeltlich anzubieten.

Jetzt besteht die Hauptaufgabe für Markus Schaarschmidt und seinem Team darin, dass Angebot bekannt zu machen. Neben den vielfältigen Social Media Aktivitäten, Content Marketing, PR-Arbeit und Teilnahme an Gründer- und Innovationswettbewerben gehen sie auch ausgetrampelte Pfade. So konnte das StartUp z. B. Tasse e.V., Europas größtes Haustierregister, als Kooperationspartner gewinnen. Hier ist eine direkte Schnittstelle in Arbeit, damit Meldungen vermisster Tiere direkt in die Datenbank des Zentralen Fundbüros eingehen und somit noch größere Aufmerksamkeit erzeugen. Ein Flughafen aus dem Rhein­Main Gebiet prüft gerade das Angebot für die Nutzung unserer Unternehmenssoftware in Kombination mit öffenlichkeitswirksamen Maßnahmen.

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Einen Auszug aus dem E-Mail-Interview mit Markus Schaarschmidt findet Ihr hier:

Was sind Eure Expansionspläne?
Markus Schaarschmidt: „Nachdem wir unsere selbstgesteckten Ziele für 2014 erreicht haben – darunter unter anderem das Knacken der 200.000 Einträge Marke – gilt es nun, die nächsten Etappenziele zu meistern. Ein hohes Ziel für 2015 wäre somit, eine Million Einträge zu erreichen. Angesichts der geschätzten 20 Millionen Verlustsachen jedes Jahr in Deutschland, sollte das mit entsprechenden aufmerksamkeitserzeugenden Maßnahmen machbar sein.

Bezüglich unserer Expansionspläne steht aktuell die Internationalisierung von ZentralesFundbüro.de ganz oben auf unserer Agenda. Vor allem unsere europäischen Nachbarn sowie der englischsprachige Raum sind da von höchstem Interesse – natürlich unter internationalem Namen. Mit dem internationalen Start werden wir den Grundstein für eine globale, holistische Anlaufstelle für sämtliche Fund­ und Verlustsachen legen um so unserem langfristigen Ziel näherzukommen, nämlich: das Google für Verlust­ und Fundsachen zu werden! Außerdem sind Erweiterungen unseres Fundbüro Managers sowie der Apps geplant.“

Was wäre Euer wichtigster Tipp an andere Gründer?
Markus Schaarschmidt: „Um es in drei Schlagworten auszudrücken: Durchhaltevermögen, Kritikfähigkeit und Änderungsbereitschaft. Ihr solltet nicht glauben ein fertiges Konzept entwickelt zu haben, denn im Austausch mit Team, Kunden und Investoren wird sich herausstellen, dass es manchmal nicht nur einzelne Punkte sind, die überarbeitet werden müssen. Selbst Elementares wie etwa die Zielgruppe kann sich mit neuen Erkenntnissen schlagartig ändern – dann dürft Ihr nicht so stur sein und an ursprünglichen Plänen eins zu eins festhalten. Auch die eigenen Ideen müssen in einer solchen Situation also als änderbares Konzept verstanden werden, nicht als in Stein gemeißeltes Dogma.

Das Wohl des Projekts muss an erster Stelle stehen, daher braucht ihr die Bereitschaft zu teils auch sehr drastischen Änderungen. Das fordert ab und an ein ziemlich dickes Fell. Wer allerdings konstruktive Kritik nicht verträgt und den Ergebnissen der eigenen Analysen nicht folgt, der hat in einer schnelllebigen Branche wie der IT schlechte Karten. Außerdem müsst Ihr Euch darüber im Klaren sein, dass nicht alles nach Plan verlaufen wird ­ selbst wenn außerplanmäßige Umstände Teil des Plans sind. Unvorhergesehenes ist nun mal eben genau das: nicht vorhersehbar. Gerade dann spielen Zusammenhalt und Durchhaltevermögen des Teams eine entscheidende Rolle. Ihr müsst weiter gemeinsam an den Erfolg glauben, jedem Widerstand zum Trotz. Es lohnt sich allemal.“

Gibt es beim Zentralen Fundbüro einen nachhaltigen oder sozialen Gedanken?
Markus Schaarschmidt: „Auf jeden Fall. So ist unsere Wirtschaft beispielsweise geprägt von Massenware und Billigimporten. Da ist die Beschaffung neuer Güter oftmals günstiger oder weniger zeitaufwendig als die Mühe Verlorenes wiederzubeschaffen. Denn sind wir mal ehrlich: wer von uns würde Stunden damit verbringen einen Regenschirm zu suchen oder ihn zum Fundbüro zu bringen? Wenn das aber ganz einfach mit wenigen Klicks gemacht werden kann, sieht die Sache schon anders aus.

Hier setzt das Zentrale Fundbüro an. Mit uns können Nutzer bequem auch nach Kleinstgegenständen suchen. Teddybären werden beispielsweise in Fundbüros für gewöhnlich nicht abgegeben, obwohl diese bei Verlust oftmals intensiv gesucht werden. Bei uns ist das kein Problem, wir haben sehr viele gefundene und verlorene Stofftiere in der Datenbank. Wie wichtig diese für den Suchenden sind, erkennt man nicht zuletzt an der signifikanten Höhe der Finderlöhne, die für solche Funde in Aussicht gestellt werden. Es ist wirklich toll – wir schaffen wir damit ein Netzwerk, das Menschen in die Lage versetzt, sich gegenseitig zu helfen.

Auch im Kampf gegen Hehlerware leisten wir unseren Beitrag – und zwar mit unserer Seriennummern­Datenbank. Wird diese genutzt, kann noch vor dem Kauf einer Ware geprüft werden, ob das Objekt schon als gestohlen oder vermisst gebrandmarkt ist. Etabliert sich ein solches Verhalten, kann dem Verkauf von Hehlerware aktiv entgegengewirkt werden.“

Ein aktuelles Podcast-Interview mit Markus Schaarschmidt findet Ihr bei StartUpRadio. Mehr Infos zu den Alleinstellungsmerkmalen findet Ihr hier.

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