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Wine-Genius vermarktet Überkapazitäten von Premium-Weinen unter eigener Marke

Was machen Markenhersteller zum Beispiel aus der Modeindustrie, um ihre Überkapzitäten zu verkaufen? Sie verkaufen diese Waren in Outletcentern bzw. an Händler, die sich auf den Verkauf von Outletwaren spezialisiert haben. Das Problem: Ich verärgere meine Kunden, die zu Normalpreisen die Waren gekauft haben und ich schade evtl. meinem Image als Hochpreisanbieter. Geht das auch anders? Diese Frage stellten sich auch David Brunier & Lucas Bast und bieten seit letzem Jahr mit ihrem Start-up „Wine-Genius“ eine passende Lösung für die Weinindustrie an:

Wine Genius kauft Überkapazitäten von internationalen Premium-Weinen, versieht sie mit eigenen Etiketten und verkauft sie unter eigenem Namen über ihren eigenen Onlineshop an die Endkunden. So ist es möglich, dass sie einen Wein, der normal im Handel zum Beispiel 15 EUR kostet, für 8 EUR anbieten. Der Winzer kann so seine Überproduktion verkaufen, ohne dass dies am Markt sichtbar wird und damit das Image der Marke tangiert wird. Zielgruppe von Wine-Genius sind vor allem junge Weinliebhaber, die auf diesen Weg zu guten Weinen herangeführt werden sollen, die trotzdem „bezahlbar“ sind.

Wine-Genius erläutert auf der Webseite, warum Überkapazitäten entstehen können: „Überkapazitäten sind in der Weinbranche keine Seltenheit. Auch ausgezeichnete Winzer haben häufig das Problem, nicht ihre ganze Produktion zu verkaufen. Dies liegt normalerweise nicht an der Qualität der Weine, sondern an der Schwierigkeit, genaue Verkaufszahlen voraus zu sagen und die Produktion der Nachfrage anzupassen. Weitere Gründe für die Entstehung von Überkapazitäten sind nicht zustande gekommene Verträge mit Exporteuren, zu wenige Kunden, die sich Weine in einem gehobenen Preissegment leisten können oder der benötigte Platz für den neuen Jahrgang und die verbundenen Lagerkosten.“

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Wine-Genius spielt auch sehr geschickt auf der Klaviatur des Knappheitsmarketings. Im Onlineshop werden auch die Weine noch angezeigt, die früher zum Verkauf standen, jetzt aber ausverkauft sind. Damit wird der Kunde motiviert, beim bestehenden Angebot schnell zuzugreifen. Zudem bietet Wine-Genius nur eine kleine Auswahl an Weinen an, um den Kunden die Qual der Wahl zu ersparen, ohne das Angebot künstlich zeitlich zu verknappen (wie bei Woot.com). Topqualität zum exklusiv günstigen Preis ist die Maxime. Mit diesem Ansatz will sich Wine-Genius auch von den vielen Onlineshops für Weine abgrenzen.

Mittlerweile vermarktet Wine-Genius nicht nur Überkapazitäten, sondern auch streng limitierte Sondereditionen von ausgewählten Weingütern, um junge weininteressierte Kunden anzusprechen. Bei diesen Weinen muss es sich also nicht gezwungenermaßen um Überproduktionen handeln. Dadurch kann Wine-Genius sein Angebot zusätzlich erweitern, um der Nachfrage gerecht zu werden. Das macht aus meiner Sicht aber nur Sinn, wenn die begeisterten Kunden im Nachhinein erfahren, welcher Winzer dahinter steckt und wo noch Nachschub (dann zu normalen Preisen) bestellt werden kann. Wichtig ist aber aus meiner Sicht, dass Wine-Genius Weine unter eigener Marke verkauft und damit auch eine wertvolle Marke aufbaut und sich schon damit von den Online-Händlern unterscheidet.

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