bobs world cafe

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Bob, der Streuner, eröffnet bald ein Katzencafe in London

Es gibt Geschichten, die klingen wie ein Märchen. Dazu gehört zweifelslos die Story von dem Kater Bob, den der Ex-Junkie und Straßenmusiker James Bowen im März 2007 verletzt vor seiner Wohnungstür fand und mit seinem letzten Geld versorgte und aufpäppelte. Da James mit sich uns seinen Problemen genug zu tun hatte (befand sich gerade im Entzug mit Methadon), wollte er den streunenden Kater wenige Tage später wieder laufen lassen. Aber Bob war sehr anhänglich und ließ sich nicht abschütteln. Er folgte seinem Herrchen (nach eigener Wahl) auf Schritt und Tritt und fuhr sogar mit Bus, um dem Herrchen bei seiner täglichen Arbeit als Musiker an öffentlichen Plätzen zu begleiten. Um regelmäßig Einnahmen zu erzielen, wurde James Verkäufer des Straßenmagazins Big Issue.

James wurde in London schnell zur kleinen Berühmtheit, dank seines kleinen Freundes Bob, der mit Halsband und Schals gut ausgestattet war, um der Kälte und dem Gewusel in London zu trotzen. Schnell erschienen erste Youtube-Videos von dem bizarren Paar. Die breite Öffentlichkeit wurde auf diese Story dank eines Artikels in der Islington Tribune im Jahr 2010 aufmerksam. Durch den Zeitungsbericht wurde die Literaturagentin Mary Pachnos auf die Geschichte aufmerksam, nahm ihn unter Vertrag und setzte ihm für das erste Buch den Auto Garry Jenkins zu Seite.

Das Ergebnis konnten alle Fans im September 2012 in Form des ersten Buches „A Street Cat Named Bob“ käuflich erwerben. Es wurde gegen fast alle Erwartungen ein Millionenseller, aber nicht nur in Großbritannien. Das Buch wurde in mehr als 30 Ländern verkauft. Und es wurde fast überall ein Topseller, egal ob in den USA, Brasilien, der Türkei oder auch Deutschland. Hier in Deutschland profitiert der Bastei Lübbe Verlag vom Verkaufserfolg. Der Titel des Buches in Deutschland lautet: Bob, der Streuner: Die Katze, die mein Leben veränderte“.

Der Erfolg war so überwältigend, dass er schnell in Serie ging. Schnell erschien das zweite Buch (Bob und wie er die Welt sieht: Neue Abenteuer mit dem Streuner), das dritte Buch (Ein Geschenk von Bob: Ein Wintermärchen mit dem Streuner). Es gibt sogar Kinderbücher von Bob (Bob, der Streuner – Das ist meine Geschichte). Das Sortiment wird auch zeitnah um den Bob, der Streuner – Wandkalender und den Bob, der Streuner – Taschenkalender erweitert. Und Hollywood hat auch schon angeklopt, um die Story ins Kino zu bringen.

Man kann sich vorstellen, dass sich heute James Bowen (im Gegensatz zu den vielen Jahren davor, als das Geld nicht reichte, um den Strom in seiner Sozialwohnung zu bezahlen) finanziell keine Sorgen machen mehr muss. Er hat sich mittlerweile eine nette 3-Zimmmer-Wohnung in London kaufen können. Und die Autorenhonorare reichen wohl auch, damit sich James auch in Zukunft keine Sorgen mehr machen muss. Das bedeutet aber nicht, dass James jetzt privatisiert. Nein, er hilft vielen Hilfsorganisationen als Aushängeschild. James will der Gesellschaft viel zurückgeben, ohne damit Geld zu verdienen.

Sein neuestes Projekt lautet Bob’s World Cat Café. Es soll ein Cafe sein, in dem streunende Katzen ein Zuhause bekommen sollen (plus Merchandising-Shop von Bob). Jeder soll hier Kaffee und Kuchen essen können und mit den Katzen spielen können (Die Idee von Katzen Cafes ist ja schon älter. 2009 habe ich über solch ein Cafe in Tokio berichtet). James will hier aber auch Obdachlosen helfen, die selber Tierhalter sind. Und er will auch Seminare und Kurse anbieten. Und da James auf eine große Fangemeinde zurückgreifen kann, hat er eine Indiegogo-Crowdfundingaktion gestartet und seine Fundingziele auch locker erreicht. Wer will, kann auch jetzt noch das Projekt unterstützen.

Genau wegen solchen Stories gibt es meine Rubrik „Mutmacher“. Im Buchtrailer von Bastei Lübbe wird die Botschaft perfekt auf den Punkt gebracht: „Bob, der Streuner, lehrt uns nicht auf Menschen herabzusehen, die am Rande der Gesellschaft leben. Er lehrt uns, dass Tiere eine Seele haben und wunderbare Lebewesen sind, die man achten und respektieren sollte…Katzen sind sehr einfühlsame Tiere und reagieren auf Traurigkeit, Freude, Trostlosigkeit und Verzagtheit. Gemeinsam haben sie ihr Glück gefunden. „Wir haben unseren Seelenfrieden gefunden“, sagt James Bowen.“ Und James will dazu beitragen, dass mehr Menschen diesen Seelenfrieden finden.

3 Responses to Bob, der Streuner, eröffnet bald ein Katzencafe in London

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