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Das Frankfurter Brett ist die erste „Werkbank“ für die Küche

Der Koch-Umsteiger Johannes Schreiter arbeitet seit 2,5 Jahren im Frankfurter Restaurant MARGARETE. Jeden Sonntag, wenn sich der Rest des Teams ausruht, kocht er zusammen mit seinem Bruder Joseph, der heute als Industriedesigner tätig ist, eine kleine Karte. Das hat sich mittlerweile etabliert und eine kleine Fan-Gemeinde generiert. Aber nicht nur hier sind die Zwillingsbrüder ein gutes Team.

Vor drei Jahren haben die Brüder das Frankfurter Brett erfunden. Hierbei handelt es sich um viel mehr als ein Schneidebrett, sondern vielmehr um die erste „Werkbank“ für die Küche. Die Idee kam, als sie einen anderen Koch dabei beobachten, wie er eine Lebensmittelschale unter ein Schneidebrett klemmte und so viel schneller und sauberer als seine Kollegen arbeiten konnte. Das brachte die Brüder auf die Idee, ein ganzes System bestehend aus Schneidebrett und Schälchen zu entwickeln. Sie nennen selber ihren Weg von der ersten Idee vor drei Jahren bis zur heutigen Entwicklung als „Bootstrapping-Crashkurs deluxe“.

Ursprünglich wollte das Gründer-Brüderpaar mit der ganz großen Variante für die Küchenprofis und absoluten Küchenfreaks starten. Erst vor zwei Monaten haben sich dazu entschieden, zusätzlich zwei kleinere Versionen für Hobbyköche via Kickstarter anzubieten. Diese Erweiterung war aus Sicht der beiden Gründer eine goldrichtige Entscheidung, denn in den ersten Stunden bei Kickstarter bezogen sich 80 % der Vorbestellungen auf die kleineren Varianten. 48 Stunden nach Start der Kickstarter-Kampagne konnten die Entrepreneure schon 27.000 EUR einsammeln. Das macht sie zuversichtlich, auch das Fundingziel von 75.000 EUR in den nächsten Wochen zu erreichen.

Herausforderungen hatten sie schließlich schon genug zu meistern. Große Hindernisse mussten wir vor allem bei der Produktion meistern: Mal sprang ein Hersteller/Zulieferer ab, in den man eine ungeheure Menge an Entwicklungsarbeit investiert hatte, mal zog ein Hersteller sein Angebot schlicht und ergreifend zurück, weil er sich grob verkalkuliert hatte. Das anfänglich rudimentäres Wissen, was Produktionsweisen und Herstellmöglichkeiten angeht, hat oft zu Sackgassen geführt, aus denen die Brüder erst wieder herausfinden musste. Zum Glück stand ihnen hier die Hochschule für Gestaltung in Offenbach zur Seite, deren Professoren und Lehrbeauftragte ein hohes Maß an Kompetenz aufbrachten.

Eine weitere Herausforderung bestand darin, die Kunden von ihrem nicht billigen „Werkzeug“ zu überzeugen. Dafür haben sie mit dem Begriff „Küchenwerkbank“ eine neue Kategorie geschaffen – den Nutzen niederschwellig zu kommunizieren und dabei nicht aus einer Gastro-Ecke zu argumentieren, sondern den Nutzer in der eigenen Küche abzuholen bei seinen täglichen Problemen. Das Kickstarter-Video mussten sie insgesamt 3 mal drehen und sie waren auch insgesamt 3 Mal im Fotostudio. Das Ergebnis kann sich jetzt mehr als sehen lassen. Ich als Frankfurter Bub drücke den beiden Jungs die Daumen.

10 Responses to Das Frankfurter Brett ist die erste „Werkbank“ für die Küche

  1. Karl Nickel sagt:

    …sehr schön entwickelt, aber leider nicht zu Ende gedacht.

    Im Gastrobereich-/Lebensmittelsektor dürfte das Brett zu Problemen führen, da in den HACCP-Vorschriften
    Kunststoffbretter für unschiedliche Produkte wie rotes Fleisch, Geflügel, Gemüse etc. in vorgegebenen Farben vorgeschrieben sind. Holz ist generell verboten.
    So müsste in Grossküchen mindestens ein kompletter Satz der Frankfurter Bretter in HACCP-Norm vorhanden sein. Wohl kaum denkbar dass sich ein Unternehmer darauf einlässt.

  2. Joseph Schreiter sagt:

    Hallo Karl,

    danke für das Lob.

    Natürlich hast Du recht mit deinem Einwand, es richtet sich auch explizit nicht an Profis, sondern an ambitionierte Hobbyköche. Und für Profis privat.

    Grundsätzlich haben wir während unserer Entwicklung aber gemerkt, dass es durchaus Interesse auch von professioneller Seite gibt, insbesondere in kleinen, anspruchsvollen Küchen die eventuell sogar noch für den Gast einsehbar sind.

    Natürlich ist das Produkt- schon vom Pricing- überhaupt nicht auf reguläre Küchenbetriebe ausgerichtet. Als nächsten Schritt ist aber schon geplant, hier HACCP konform ein günsigeres Modell zu entwickeln, welche auch die farblichen Kennzeichnungen unterstützt und somit für Großküchen interessant wird.

    Mit herzlichen Grüßen,

    Joseph SChreiter

  3. Tobias W. sagt:

    Sehr coole Idee. Hoffe für Euch, dass es nicht innerhalb kürzester Zeit viele (billige) Copycats gibt.

  4. Tom H. sagt:

    Sicherlich auch ein nettes Geschenk für Menschen die schon viel haben und den Kick nach neuem suchen. Durchaus vergleichbar mit einem Utensil, einer Outdoortasche oder ähnliches. Der Bezug zur alten Frankfurter Küche ist jedoch irreführend, findet sich an dem Gegenstand keinerlei (!) Bezug zur Architektur. Hier wäre etwas Schützenhilfe von heutigen Meistern der Frankfurter Küche wünschenswert, fragt mal bei 8linden nach, die bauen Frankfurter Küchen aus Metall. Vielleicht haben die Interesse so etwas mit euch weiterzuentwickeln. Ein anderer Ansprechpartner wäre vielleicht die Schreinerei Morgen. (Beide: Nähe Osthafen).

  5. Klasse Kooperationsideen.

  6. Cornelius sagt:

    Ich bin sehr dankbar für diesen Beitrag und habe mir nur aufgrunddessen das Frankfurter Brett zugelegt. Eine der besten Investitionen ever.

  7. si.ma sagt:

    wieder einmal etwas Ueberflüssiges.
    Es gibt Küchenbretter in verschiedenen Grössen. Auch kann ich Schüsseln, soviel ich brauche, daneben oder darüber stellen. Dazu brauche ich keine Halterung, die man auch noch verstauen muss. Den Auf- und Abbau garnicht berücksichtigt. Die meisten Küchen haben an den Fronten Schubladen oder Türen, die lassen sichbei kompletten Aufbau dieser Erfindung nicht öffnen. Der Preis für diesen Altar ist jenseits von gut und boese.

  8. Sara sagt:

    Die Idee ist zwar gut, neu allerdings ja nicht. Schon seit einigen Jahren gibt es ähnliche Bretter. Der Unterschied: Die Preise liegen hier nur zwischen 30 – 60 Euro. Das Franfurter Brett ist somit nur eine bessere Kopie der bereits vorhandenen Originale.

    Das Frankfurter Brett ist zwar interessant, der Preis aber nicht gängig. Es sei denn, es soll explizit als Luxus-Brett etabliert werden. Entsprechend gering sind dann aber auch die Abnahmemengen

  9. Gern könnt Ihr hier auf Konkurrenzprodukte konkret hinweisen und verlinken. Dann kann sich jeder ein Bild machen, um die anderen Produkte wirklich vergleichbar gut sind.

    Tatsächlich bin ich mir bei diesem ersten Verkaufspreis nicht sicher, ob es ein Massenschlager (in 10.000er Stückzahlen) wird. Aber der Markttest via Crowdfunding hat bewiesen, dass es genug Käufer auch zu diesem Preis gibt, um die erste Charge herstellen zu können.

    Evtl. gibt es ja später noch ein günstigeres Einsteigerprodukt, wenn große Stückzahlen die Produktionskosten senken. Aber warum sollte man nicht erst einmal mit einem Hochpreisprodukt in den Markt einsteigen, hat Tesla auch so gemacht 🙂

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