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Neuschwansteiner verkauft Bier zu Champagnerpreisen

Mit den richtigen Zutaten und Rezept kann fast jeder Koch ein perfektes Essen zaubern. Ähnliches gilt für Unternehmer im übertragenen Sinne. Folgende Zutaten verhelfen zum Erfolg: Zahlungskräftige Zielgruppe finden, schlagkräftige Marke bilden oder kaufen (auch mit Hilfe der richtigen Markenbotschafter), passende Vertriebspartner und Investoren akquirieren, eine edle Verpackung entwickeln und schon ist das Gesamtkunstwerk fertig. Beispiel gefällig?

Vor fünf Jahren hatte Christian Seitz die Idee, Bier zu Champagnerpreisen zu verkaufen. Als erstes brauchte er für dieses Vorhaben eine passende Marke. Fündig geworden ist er dort, wo er aufgewachsen ist, im Allgäu. Von der Neuschwansteiner Brauerei kaufte er für einen Millionenbetrag die Namensrechte und beteiligte auch den Brauereibesitzer an seinem neuen Unternehmen. Der Vorteil: Diese Name ist weltweit bekannt. Denn letztlich will Christian Seitz sein Bier in den besten Hotels in Dubai, Hongkong und Moskau für bis zu 100 EUR die Flasche verkaufen. Denn die meist männlichen Gäste geben schnell einmal 1.000 EUR für einen Abend aus, trinken aber lieber Bier als Champagner. Also warum nicht ein Bier zu Champagnerpreisen verkaufen?

Weiterhin hilfreich ist die Verpackung. Denn das Bier wird in Champagnerflaschen abgefüllt. Aber natürlich muss auch der Inhalt stimmen. Für das Bier wird Brauwasser verwendet, das durch Alpengestein gefiltert wird und nach dem Brauvorgang durch einen Bernsteinfilter gepresst wird, anschließen schockgefroren und dann abgefüllt. Dadurch bekommt das Bier einen edle, champagnerähnlichen Geschmack, nur eben mit der passenden Gerstennote. Und weil auch hier Marketing wichtig ist, wird dieses Brauverfahren „Methode Royale“ genannt. Und letztlich hat Christian Seitz nicht nur viele namhafte Investoren für sein Projekt gewinnen können, sondern auch Prinz Leopold von Bayern (Poldi) als Markenbotschafter.

Aber keine Angst, auch in Deutschland kann das Bier getrunken und käuflich erworben werden. Hier wird es fast zum Schnäppchenpreis von 39 EUR an solvente Endkunden verkauft. Der Hauptumsatz soll allerdings mit den zahlungskräftigen Kunden in Asien, Russland und den arabischen Ländern gemacht werden soll. Hier ist der Preis ein Statussymbol. Und genau dieses Bedürfnis bedient das Neuschwansteiner. Dieses Beispiel zeigt, dass man nichts neu erfinden muss, um eine lukrative Geschäftsidee zu entwickeln. Man muss die Zutaten nur passend kombinieren. Mehr Hintergründe zur Gründerstory gibt hier.

6 Responses to Neuschwansteiner verkauft Bier zu Champagnerpreisen

  1. Tobias W. sagt:

    Sieht nach einem schlüssigen Konzept aus. Ich glaube sofort, dass die Preise in den genannten Ländern auch gezahlt werden. Und ein echter Royal als Markenbotschafter rundet das Bild perfekt ab. Chapeau.

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