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Die leistungssteigernde Sportbekleidung ANTELOPE entwickelt sich zum Crowdfunding-Star

Wir haben erstmals im November 2014 hier im Blog über das deutsche StartUp Wearable Life Science berichtet, das die Sportbekleidung „ANTELOPE“ mit integriertem EMS entwickelt hat, um überall beim Sport (und nicht nur in speziellen Fitnessstudios) die natürliche Muskelkontraktion zu stimulieren. Das StartUp wurde im März 2014 gegründet. Aktuell besteht es aus einem interdisziplinäres Team aus 14 Mitgliedern, bestehend aus Serial Entrepreneurs, EMS-Pionieren, Textil- und Elektroingenieuren, Modedesignern, Software- und IT-Spezialisten, Sportwissenschaftlern, Vertriebs-, Marketing- und PR-Experten sowie einem Professor der Neurophysiologie.

Die Funktionsweise wird wie folgt beschrieben: „Die Textilien bestehen alle aus einem speziellen Kompressionsgewebe, in das modernste Elektroden integriert sind. Aufgrund der extremen Dehnfähigkeit des Stoffes passt sich die Textilie dem Körper perfekt an. Durch den Kompressionseffekt der Kleidung wird sichergestellt, dass die Elektroden, die ohne externe Elektrolyte auskommen, auf der Haut nicht verrutschen. Auf der Innenseite eingearbeitete Stromkabel passen sich zudem der Elastizität des Stoffes an. Die elektrischen Impulse werden von einer smartphonegroßen Elektronikeinheit – dem ANTELOPE BOOSTER – ausgelöst. Reguliert wird dieser per App über Smartphone oder Tablet. Die App beinhaltet verschiedene Trainingsprogramme und Einstellungen unter anderem für Frequenz, Intensität und Trainingsdauer. Der ANTELOPE BOOSTER versetzt den Nutzer in die Lage, mehrere Muskelgruppen zeitgleich zu stimulieren.“

Im Februar / März 2016 sollen die ersten Antelope-Anzüge an Kunden in Europa ausgeliefert werden. Seit gestern können Interessierte via Indiegogo eine Vorbestellung durchführen. Die Crowdfundingaktion begann gleich zu Beginn richtig durchzustarten. Wenige Stunden nach dem Start konnte die Mindest-Fundingsumme in Höhe von 75.000 USD erreicht werden. Und nach einem Tag konnte schon die 200.000 USD-Schwelle überschritten werden. Das ist beachtlich, denn nur 2% der Crowdfundingkampagnen schaffen es insgesamt über 100.000 Dollar einzusammeln. Der Erfolg dieser Kampagne hat verschiedene Gründe, mit denen wir uns hier gerne näher beschäftigen.

Der Mitgründer Kay Rathschlag hat schon vor Jahren damit den begonnen, den Launch des Produktes und die aktuelle Crowdfundingaktionen vorzubereiten (siehe das Interview weiter unten). Dafür hat er mit vielen StartUps gesprochen, die schon via Kickstarter und Indiegogo erfolgreiche Aktionen gestartet haben. Weiterhin hat er frühzeitig mit seiner PR-Arbeit begonnen, um schon zum Start der Crowdfundingkampagne viele hundert Interessierte im speziellen Newsletterverteiler einzusammeln. Denn Kay weiß, dass der Start einer Kampagne mitentscheidend für den Gesamterfolg ist. Weiterhin kam er auf die Idee, ein Early Bird Angebot zu unterbreiten, das nur in den ersten 48 Stunden der Kampagne gilt. Demnach können die Early Birds für 899 USD statt 1.600 USD den Antelope-Anzug erwerben. Die Rechnung ist aufgegangen. Die Crowdfundingkampagne zündete schon in der ersten Stunde nach dem Launch.

Ich habe Kay Rathschlag (Marekting / Vertrieb) und Pascal Mill (PR) von der Wearable Life Science GmbH speziell zur aktuellen Crowdfundingaktion interviewt. Daraus könnt Ihr die einzelnen Erfolgsfaktoren der Aktion entnehmen:

Warum habt Ihr Euch für indiegogo als Plattform entschieden (und nicht kickstarter)?
Kay Rathschlag / Pascal Mill: „Wir haben uns die Entscheidung zwischen Kickstarter und Indiegogo nicht leicht gemacht. Auf Kickstarter hätten wir wahrscheinlich noch eine größere Reichweite gehabt, dennoch haben wir uns für Indiegogo entschieden. Im Vorfeld führten wir viele Gespräche mit anderen Startups, die bereits erfolgreiche Kampagnen gelauncht hatten, diese Erfahrungen haben wir analysiert und uns dementsprechend entschieden. Indiegogo ist sehr Tech-lastig, es gibt weniger Konkurrenz – man generiert also schneller Aufmerksamkeit – und der Service ist phänomenal.“

Wie sah die Vorbereitung auf Eure Crowdfundingkampagne aus und welche Maßnahmen waren am erfolgreichsten?
Kay Rathschlag / Pascal Mill: „Im Prinzip hat die Vorbereitung auf Indiegogo unbewusst bereits vor Jahren begonnen. Seit der Eröffnung seiner EMS-Studiokette Fast Forms sammelt unser Gründer Kay schon Leads. Wer hätte gedacht, dass genau diese über 3000 Kunden, ein immens wichtiger Faktor für die ANTELOPE-Crowdfunding-Kampagne werden würden. Crowdfunding ist nämlich kein Selbstläufer, deswegen war es extrem wichtig, dass wir diese Leads sowie unser über Jahre aufgebautes Netzwerk aktivieren konnten. Auch unsere Messeauftritte, die Teilnahme an verschiedenen Wettbewerben und Konferenzen, der Gewinn verschiedener Awards sowie die daraus resultierenden Medien-Beiträge haben unsere Kampagne entscheidend vorangetrieben.“

Wer hat Euch bisher am meisten unterstützt?
Kay Rathschlag / Pascal Mill: „Seit einigen Monaten sind wir Untermieter bei Adticket, einem sehr erfolgreichen Unternehmen aus Frankfurt mit ca 150 Mitarbeitern. Helge, der Inhaber ist bei uns im Beirat und er und sein Team haben uns megamässig unterstützt bei allen onlinethemen, emailmarketing, facebookmarketing etc.
Adticket hat alleine 4 Vollzeitmitarbeiter für das Thema emailmarketing. Die ganze company hat uns wirklich in einem Ausmaß geholfen, den man gar nicht beschreiben kann.
Adticket ist das Unternehmen, mit der besten Unternehmenskultur das wir kennen und hier ein Riesen Vorbild für uns.“

Nach welchen Kriterien habt Ihr die Mindestfundingsumme ermittelt?
Kay Rathschlag / Pascal Mill: „Wir haben dies in Abstimmung mit Indiegogo getan. Die bisher erfolgreichsten Kampagnen hatten ein Fundingziel zwischen 50.000 bis 75.000 Dollar. Dieses Ziel war natürlich strategisch gewählt. Wir hoffen dass wir die 500.000 Dollar Grenze schaffen. Wir hatten das Ziel, 33 % der Mindestfundingsumme so schnell wie möglich zu erreichen, damit wir in den Newsletter der Crowdfunding Plattform kommen, dieser geht an über 2 Mio. Crowdfundingfans. Außerdem müssen wir viel Traffic auf unsere Kampagne bekommen, dann kommen wir auf die Startseite der Crowdfundingplattform welche 10 Mio Menschen täglich besuchen.“

Welche Perks gibt es und welche sind bei Euch warum limitiert
Kay Rathschlag / Pascal Mill: „Wir haben uns für ein wahnsinnig attraktives Early Early Bird Angebot limitiert auf 2 Tage entschieden. Das sollte uns zum Start der Kampagne ein richtiges Momentum bringen und das hat bestens funktioniert. Danach gibt es das Early Bird Angebot für den ganzen Anzug welches auf 150 Stück limitiert ist. Mann kann unsere Kampagne ab 5 Euro unterstützen und diese kleinen Unterstützungen sind genauso wichtig, damit die Kampagne rockt. Die Teilprodukte (Kompresssionsstrümpfe, kurze Hose, TankTop und Wing) werden bei 200 Dollar anfangen.“

Warum bietet er gleich zum Start ein solch großes Sortiment an?
Kay Rathschlag / Pascal Mill: „Wir wussten immer dass wir ein wahnsinnig interessantes Produkt haben, aber wir konnten nicht genau einschätzen wie erfolgreich unsere Crowdfunding Kampagne werden wird. Unser Produkt ist erklärungsbedürftig und der Preis für den ganzen Anzug liegt bei mindestens 899 Dollar. Das regt nicht gerade zum Impulskaufprodukt an. Um die Hemmschwelle zu senken gibt es eine ganze Produktpalette, Kompressionsstrümpfe mit Eletroden für die Waden, eine kurze Hose, die Beine und Po stimuliert, ein TankTop für Bauch und Rücken oder den Wing für die Arme. Diese fangen bei 200 Dollar an. Wer zum Einstieg eines der Teilprodukte kauft, wird ANTELOPE lieben und es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis er den ganzen Anzug kauft.“

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