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Building Radar entdeckt automatisch neue Bauvorhaben dank Satellitensuche

Findiger Verkäufer nutzen schon seit langem Satellitenbilder, um potenzielle Kunden ausfindig zu machen bzw. zu beraten. Im Juli 2007 haben wir über eine Poolreinigungsfirma berichtet, die via Google Earth 5.000 potentielle Kunden in ihrem Vertriebsgebiet ausfindig machten. So konnte sie gezielt alle Poolbesitzer ansprechen, ohne vorher teuer Adressen einkaufen zu müssen oder tagelang in der Gegend rumfahren zu müssen. Das Ergebnis: Der Poolreiniger konnte seine Kundenanzahl in kürzester Zeit verdreifachen. Im April 2008 haben wir über einen Solaranlagenverkäufer berichtet, dessen Vertriebsmitarbeiter mit Hilfe von Google-Earth die Kunden beraten haben, welche Solaranlage auf ihrem Dach am besten passen würde.

Heute sind die Lösungen, basierend auf Satellitenbilder, noch raffinierter. Ein Beispiel dafür ist Building Radar, eine Satelliten-unterstütze Suchmaschine für neue Bauvorhaben und Gebäude weltweit. Täglich entdeckt, analysiert und verbessert diese cloud-basierte Big Data Lösung neue Bauprojekte. Dies ermöglicht Bauvorhaben Monate früher als Wettbewerber zu entdecken, sowie Informationen wie Bauphase oder Gebäudegröße durch Live-Satelliten-Bildverarbeitung zu verifizieren.

Die Online-Plattform beinhaltet derzeit mehr als eine Million Bauprojekte und über 200.000 Unternehmensprofile. Aktuell werden pro Monat 3.000 neue Bauprojekte eingestellt und 50.000 Bauprojekte aktualisiert. Building Radar bietet seinen Nutzern bequemes Tracking von vielen verschiedenen Bauvorhaben an und operiert dank der technologiebasierten Datenrecherche (mit Hilfe eines Suchalgorithmus) wesentlich kosteneffizienter als seine Wettbewerber (die noch die Datenrecherche durch Mitarbeiter durchführen lassen). Die Testversion ist kostenfrei. Die Preise für die Vollversion hängen von verschiedenen Faktoren ab.

Die Zielkunden von Building Radar sind Unternehmen, deren Produkte oder Services in Gebäuden benötigt werden, vom Fußbodenhersteller, über Beleuchtungsanbieter bis hin zum Putzdienst. Zu den Kunden zählen Marktführer aus verschiedenen Branchen wie Viessmann (Heizsysteme), Interface (Teppiche) oder Gerhardt Braun (Zwischenwände). Auf der Webseite präsentiert das StartUp sehr anschaulich konkrete Einsatzmöglichkeiten und Referenzen. Das Münchner StartUp bietet Lösungen für einen riesigen Markt an. Der jährliche Umsatz für Bauprojekt-Leads beträgt EUR 72 Mrd.

Das Münchner Start-up Building Radar wurde 2014 von Paul Indinger, Leopold Neuerburg und Artem Ostankov gegründet und setzte sich u.a. als Gewinner der European Space Imaging High-Res Urban Challenge vor der Konkurrenz in sieben weiteren Kategorien als Hauptgewinner durch. Unterschlupf hat das Unternehmen derzeit beim ImmobilienScout24-Accelerators „You Is Now“ gefunden.

Entstanden ist die Geschäftsidee, nach dem Pau Indinger während seines Studiums bei einem Unternehmen arbeitete, das Sales Leads noch mit Hilfe von Mitarbeitern in China händisch generierte. Er überlegte, wie das dank moderner Satellitentechnik und Big-Data-Lösungen auch einfacher ginge. Seiner ehemaliger Arbeitgeber ist heute Kunde von ihm. Die Gründer von Building Radar haben mittlerweile noch ganz andere Expansionsmöglichkeiten entdeckt. Ihr System könnte auch dafür verwendet werden, Straßenschäden frühzeitig zu erkennen oder die Infrastruktur von Wohngebieten zu analysieren und zu verbessern. Allerdings wollen Sie sich jetzt erst einmal auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Der Markt ist groß genug.

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