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Sugartrends will das glokale Einkaufen salonfähig machen und zieht Zwischenbilanz

Im letzten Sommer feierte Sugartrends mit viel PR-Getöse den Launch der Plattform. Damals hieß es, man wolle das glokale Einkaufen salonfähig machen, indem man die größte Plattform lokaler Einzelhändler weltweit aufbauen wollte. Während sich viele Local Commerce Plattformen zu Beginn auf einige Städte oder Produktgruppen konzentrieren, wollte Sugartrends gleich zu Beginn die ganze Welt erobern. Nach knapp 1,5 Jahren wird jetzt anlässlich der Crowdinvestingkampagne auf Innovestment erste Zwischenbilanz gezogen:

Demnach konnten bisher knapp 200 Geschäfte in knapp 50 Städten und 20 Ländern dafür gewonnen werden, einen Teil ihrer im stationären Geschäft angebotenen Produkte auf der Plattform zu präsentieren. Das klingt noch sehr bescheiden, wenn man sich die Ziele anschaut, die sich das StartUp gesetzt hat. Demnach sollen Ende des Jahrzehnts bis zu 10.000 Geschäfte aus aller Welt für die Plattform gewonnen werden. Das soll jetzt im Gegensatz zur Anfangsphase auch schneller gelingen, weil seit August 2015 die Händler endlich über ihr eigenes Backend verfügen und ihre Angebote selbst verwalten können. Seither wächst die Zahl an Produkten und neuen Partnern laut Sugartrends rasant an.

Das Potential ist theoretisch vorhanden. Laut Schätzungen von Sugartrends soll es weltweit mehr als 2 Mio. lokale Händler geben, wobei ca. 300.000 zur Zielgruppe von Sugartrends gehören würden. Und tatsächlich ist es für viele lokalen Händler interessant, sich über Plattformen wie Sugartrends Kunden weltweit zu präsentieren. Denn die Einstiegskosten sind viel geringer, als wenn man einen eigenen Onlineshop aufbauen und vermarkten würde. Sugartrends will in Zukunft auch immer mehr Zusatzservices anbieten, damit sich die angeschlossenen Händler professsionell, effektiv und kostengünstig vermarkten können.

Die große Frage ist nur: Ist es auch für die Kunden interessant, auf Sugartrends einzukaufen? Bisher gibt es leider in vielen Städten auf der Welt nur ein oder zwei Geschäfte die sich auf Sugartrends präsentieren. Damit ist die kritische Masse aus meiner Sicht noch nicht erreicht. Auch gibt es kein wirkliches Shoppingerlebnis, das auf der Plattform inszeniert wird. Hier sind andere Anbieter viel weiter. Und letztlich gibt es auch keine Bündlungseffekte bisher, indem z.B. die Einkäufe in mehreren Geschäften gesammelt und in einem Paket verschickt werden. Insofern überzeugt mich das Angebot von Sugartrends noch nicht „als Gesamtkunstwerk“. Für Trendshopper im deutschen Raum gibt es aber schon eine kritische Masse an interessanten Angeboten.

Und wie sieht es als Crowdvestor aus? Wenn man sich die Planzahlen anschaut, muss man fast bis Ende des Jahrzehnts warten, bis Sugartrends in die Gewinnzone kommt. Bis daher müssen noch viele große Investoren gewonnen werden, damit Sugartrends zwischendurch nicht die Puste ausgeht. Damit ist das Risiko des Scheiterns überdurchschnittlich hoch. Trotzdem wird jetzt schon eine Bewertung von 4,5 Mio. EUR herangezogen. Gelockt wird mit einem evtl. geplanten Börsengang Ende des Jahrzehnts. Aus meiner Sicht ist das Investment nur für Händler interessant, die auf Sugartrends gelistet sind und dabei unterstützen wollen, dass die Plattform in Zukunft erfolgreich durchstartet.

Wichtiger Hinweis: Selbstverständlich handelt es sich hier nicht um eine Anlage- oder Beteiligungsempfehlung. Wir übernehmen keine Haftung für Fehlinvestments. Vielmehr ist unser Ziel, hier innovative Projekte und StartUps mit Vorbildcharakter vorzustellen, um die Leser zu inspirieren

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