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Bilenkin Classic Cars macht aus neu alt

Wie kann man heute noch mit einem Auto in Monaco, Dubai oder Moskau auffallen? Schliesslich fahren hier die Edelkarossen wie am Fließband vorbei. Bliebe noch die Möglichkeit, einen echten Oldtimer aus der Garage zu holen. Allerdings dienen diese Fahrzeuge nicht für den Alltagsgebrauch. Es ist schwierig, an Originalersatzteile zu kommen. Der Fahr- und Bedienungskomfort ist nicht besonders groß, die Sicherheit auch nicht. Was tun? Die russische Automanufaktur Bilenkin Classic Cars hat genau für solche Fälle die richtige Lösung:

Bilenkin baut Autos, die neu sind, aber so aussehen, als sie vor 50 Jahren das erste Mal das Licht der Welt erblickt hätten. Die Karosserie hat noch Ecken und Kanten. Trotzdem betört sich mit lässigen Kurven und Chrom. Wenn man aber ins Auto einsteigt, erblickt man neueste Technik, wie z.B. das modernste Infotainmentsystem. Auch die Motortechnik ist state of the art. Die Basis für die ersten Bilenkin-Modelle bietet die BMW M3 Baureihe 2013. Der Achtzylinder-Motor kann 420 PS vorweisen. Nur die Karosserie ähnelt nicht die eines BMW. Und das ist so gewollt.

Exklusivität ist gewährleistet, weil in den ersten Jahren nur 10 Fahrzeuge pro Jahr hergestellt werden sollen. Schliesslich restaurierte Bilenkin als Werkstatt früher nur ältere Fahrzeuge und will jetzt step by step umstellen als Automanufaktur. Gerade bei der Innenausstattung haben die Kunden nahezu freie Wahl, um ihre individuellen Wünsche einbringen zu können. So ist nahezu jedes Fahrzeug ein Unikat, zumindestens hinsichtlich der Inneneinrichtung. Der Grundpreis beträgt 150.000 USD. Nicht zuviel für die erlesene Kundschaft. Dank vieler Sonderwünsche kann der Verkaufspreis aber schnell „explodieren“.

Ganz neu ist die Idee nicht, ein bestehendes Fahrzeug zu verwenden und darauf eine neue Karosserie zu stülpen, siehe das Beispiel von Wiesmann Roadster. Aber in Zukunft sollten sich die Fahrzeughersteller darauf einstellen, dass es zum Trend wird, dass immer mehr Automanufakturen eine Fahrzeugbasis verwenden, um anschließend mit einer außergewöhnlichen Karosserie zu punkten. Denn immer mehr wohlhabende Kunden, von denen es immer mehr gibt, wollen aus der Gleichtönigkeit und Gleichförmigkeit ausbrechen. Ich bin gespannt, wann ein Fahrzeughersteller nur noch die Basis anbietet und sich damit quasi als White-Labeling-Autobauer positioniert.

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