beautifulpeople

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Online-Dating-Portal beautifulpeople wirbt damit, dass 90 Prozent der Mitgliedsanträge abgelehnt werden

Die angesagtesten Discos und Clubs leben (auch) davon, dass die meisten Interessenten an der Tür vom Türsteher abgelehnt werden. Das spornt die meisten Menschen nur noch mehr an, diese Hürde eines Tages doch zu überspringen und sie versuchen es deshalb immer wieder. Letztlich gilt es im Freundeskreis als Auszeichnung, es rein geschafft zu haben. Im Club geht das „Spiel“ weiter, indem die Gäste versuchen, in die VIP-Area vorzudringen. Neben den wohlbetuchten Stammgästen schaffen das auch immer wieder Menschen, die als besonders attraktiv eingeschätzt werden. Insofern spielen die Clubs gleich zweifach auf der Klaviatur des Knappheitsmarketings.

Und genau davon hat sich wohl das dänische Online-Dating-Portal beautifulpeople inspirieren lassen, als es im Jahr 2002 die „Pforten“ öffnete. Ziel dieser Dating-Seite ist es, nur hübsche Menschen als Mitglieder aufzunehmen. Denn nur dann würden sich auch die anderen Mitglieder wohlfühlen und nicht von zu vielen anderen (hässlichen) Menschen belästigt werden. So das Kalkül. Doch wer könnte die Jury sein? Natürlich die bestehenden Mitglieder. Deshalb muss sich jeder neue Interessent für 48 Stunden der Kritik und dem Votum der existierenden Community aussetzen. Nur wer diesen Crowdsourcing-Prozess übersteht, wird neu aufgenommen.

beautifulpeople wirbt gerne damit, dass ca. 8 Mio. Anträge bisher abgelehnt wurden und es nur 800.000 Menschen geschafft hätten, als Mitglied akzeptiert zu werden. Und letztlich scheint es dann nicht vorrangig darum zu gehen, den Partner fürs Leben zu finden. Denn bisher seien nach Aussagen der Webseite nur 700 glückliche Ehen dank der Vermittlung durch dieses Portal entstanden. Dieser Track-Rekord ist nicht überzeugend. Aber letztlich geht es wohl den meisten Mitgliedern nur darum, damit zu prahlen, von der Community angenommen worden zu sein.

Ab beautifulpeople hat noch mehr zu bieten, um die Mitglieder an der Stange zu halten. Zum einen wirbt die Webseite damit, dass zahlreiche Model-Scouts innerhalb der Community nach neuen Models Ausschau halten würden. Zudem werden die Mitglieder zu angesagten (kostenpflichtigen) Parties eingeladen. Die Türsteher achten hier genau darauf, ob die Mitglieder auch wirklich noch dem Foto entsprechen, das sie ursprünglich eingereicht haben. Wenn nicht, werden sie nicht eingelassen. So überprüft die Online-Dating-Seite indirekt regelmäßig die Schönheit der Mitglieder.

Natürlich müssen die Betreiber von beautifulpeople auch (zum großen Teil zu Recht) sehr viel Kritik einstecken. Denn schließlich würden viele Menschen sehr darunter leiden, hier abgelehnt zu werden. Sie würden ihr Selbstwertgefühl davon abhängig machen, wie schön sie seien und ob das andere auch so sehen. Die Verschmähten wurden sogar in Schöhnheitsoperationen „getrieben“ werden. Und letztlich hätten viele Nationen den Nachteil, dass ihre Bewohner nicht dem weltweiten Schönheitsideal entsprechen würden, geiferte z.B. die Daily Mail, weil überdurchschnittlich viele Briten abgelehnt werden. Die Betreiber der Online-Dating-Plattform freuen sich eher darüber, weil das Teil ihrer Provokationsmarketingstrategie ist.

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