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Stationärer Augenoptiker baut mit „MeinBrillenglas.de“ sein Onlinegeschäft erfolgreich aus

Vor kurzem hat Mister Spex, Europas führender Online-Optiker, vermeldet, dass er im Berliner Shoppingcenter Alexa seinen ersten Store in Eigenbetrieb eröffnet hat. Die 550 stationären Partneroptiker sollen aber nicht nervös werden, schliesslich wolle man im Berliner Geschäft neue Ideen austesten, die bei Erfolg auch in der Partnergeschäften umgesetzt werden könnten. Brillen.de ist da schon einen Schritt weiter. Neben den mehr als 300 Partneroptikern gibt es auch mehr als 20 eigene Geschäfte (was auch mit der Gründerstory zu tun hat).

Somit kommen die „Einschläge“ für stationäre Optiker immer näher. Nicht nur E-Commerce-Anbieter nehmen ihnen immer mehr Geschäft ab, sondern sie eröffnen auch stationäre Geschäfte und wissen dank Big Data viel mehr über ihre Kuden als der traditionelle Optiker um die Ecke. Insofern prüfen immer mehr Augenoptiker, wie Sie im digitalen Zeitalter „überleben“ oder sogar „zurückschlagen“ können. Ein schönes Beispiel dafür liefert der Optiker Manuel Hualde, der 1995 mit der Optik Sehstern GmbH ein traditionelles Augenoptik-Fachgeschäft im hessischen Freigericht-Neuses eröffnete. Fasziniert von den neuen Möglichkeiten im Online-Handel startet er 2007 als einer der Pioniere der Online-Optik das Brillen-Portal www.sehshop.de, um Korrektionsbrillen günstig über das Internet anzubieten.

Manuel Hualde ist immer wieder auf der Suche nach neuen Geschäftschancen. So startete er 2014 die Testphase von Meinbrillenglas.de, im Apil 2015 erfolgte der offizielle Launch. Ein knappes Jahr nach offziellem Start kann eine Wachstumsraten von 100 Prozent und mehr gegenüber dem Test-Jahr vermeldet werden. Die höchsten Wachstumsraten (3. und 4. Quartal im Vergleich zum Vorjahr) verzeichnete der Shop bei Sonnengläsern (+130%) und Gleitsichtgläsern (+ 110%). Einstärkengläser sind aber weiterhin das am meisten gefragte Produkt. Auch die Kundenbindung zum Online-Shop konnte signifikant erhöht werden: ein Viertel der Kunden haben 2015 mindestens ein zweites Mal online Korrektionsgläser bestellt – manche Kunden kommen bereits auf bis zu zehn Käufe im Jahr.

Der Aufbau eines weiteren Onlineshops mit Meinbrillenglas.de war nur konsequent. Im Jahr 2014 habe ich hier im Blog über die großen Erfolge von eyeglass24.de berichtet, die sich darauf spezialisert haben, online nur Brillengläser (keine Fassungen) zu verkaufen. Es war logisch, dass sich von diesem Erfolg andere Händler inspirieren lassen würden, ohne alles auf eine Karte zu setzen. Offline wie online erzielt der Optiker aus Freigericht einen hohen sechsstelligen Umsatz. Schon jetzt erzielt der Unternehmen über ein Drittel des Gesamtumsatzes über den Online-Handel.

Die Auslagerung der eigenen Fertigung bei zahlreichen Fachhändlern sieht Manuel Halde kritisch. Laut Zentralverbandes der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) hat 2015 bereits jeder vierte Betrieb die Fertigung von Korrektionsgläsern ausgelagert und montiert für die Kunden die fertig gelieferten Gläser lediglich noch in die Fassung. Diese Zahl dürfte 2016 weiter steigen prognostiziert der Verband. 15 Prozent der Betriebe ließen 2015 laut ZVA bereits die gesamte Brille extern fertigen und machen stationär lediglich die Anpassung für den Kunden. „Zahlreiche Optiker verteufeln noch immer den Online-Handel als Dolchstoß in den Rücken des traditionellen Handwerks und setzten jetzt auf die Auslagerung der handwerklichen Leistung. Ich halte das für paradox“, erklärt Hualde.

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