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Dörrwerk stellt Fruchtpapier aus gerettetem Obst her

Immer noch werfen die Bundesbürger zu viele Lebensmittel weg, ca. 80 kg pro Jahr und Bürger. Was viele aber nicht wissen. Noch viel mehr Lebensmittel werden beim Anbau, Lagerung und dem Verpacken von Obst und Gemüse radikal aussortiert, weil sie nicht den Ansprüchen des Einzelhandels genügen. Auf diesen Weg wandern jährlich über 18 Millionen Tonnen Lebensmittel in den Müll. Zahlreiche StartUps machen sich deshalb Gedanken darüber, wie sie diese „Misfits“ verwerten können.

Dazu gehören auch die Berliner Dr. Zubin Farahani und Jonas Bieber, die in Berlin die Firma DÖRRWERK GmbH gegründet haben, um nach eigenen Angaben die nachhaltigsten Snacks Deutschlands zu produzieren. Die Unternehmer kaufen dafür ausrangiertes Obst direkt beim Landwirt und Importeur ein und verarbeiten es zu einer Produktinnovation, die den Namen „Fruchtpapier“ trägt. Die hauchdünnen und knusprigen Blätter aus getrocknetem Fruchtmus bestehen zu 100% aus Obst, ohne Zusätze und werden mittels Warmlufttrocknung gedörrt.

Der Snack für zwischendurch kommt gut an – binnen weniger Monate füllte es die Regale von Edel-Kaufhäusern wie Manufactum und Feinkostgeschäften in Deutschland und Österreich. Zunächst als kleiner 2-Mann-Betrieb in einem Kreuzberger Souterrain konzipiert und unterstützt durch ein Crowdfunding haben die Jungunternehmer sich einen Kredit bei der Bank geholt und das DÖRRWERK innerhalb eines Jahres zu einem lebensmittelproduzierenden Unternehmen gemacht, das 2016 bereits über 50.000 kg Obst gerettet hat.

Mittlerweile wächst auch die Produktlinie (und auch das Team), zum Teil aus der Not heraus. So haben die Dörrwerker im Sommer 2016 über 40.000 kg Freiland-Tomaten gerettet und zu knusprigen, luftigen und fein gewürzten Tomaten-Chips verarbeiten lassen. Das Produkt startete erfolgreich im November 2016. Aber es gibt auch Obst-Konfetti. Dabei handelt es sich um das Fruchtpapier, das die Herstellung nicht „einwandfrei überlebt hat“. Der „Rest vom Schützenfest“ wird zu Schnäpchenpreisen über den eigenen Online-Shop verkauft. Sehr konsequent!

Allerdings mussten die Gründer auch Rückschläge einsteigen. Wie Sie in einem Interview mit der Berliner Zeitung verraten, präsentierten Sie Ihre Idee in einer erfolgreichen Gründershow (welche wohl :-), konnten sich aber im Nachgang nicht mit den Investoren einigen. Es kam nicht zu einer Ausstrahlung. Das hatte Folgen. Denn in Erwartung einer Ausstrahlung produzierten sie kräftig vor. Um nicht auf den Produkten sitzen zu bleiben, starteten sie erneut eine Crowdfundingaktion. Clever.

Foto: Imperfect Produce

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