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Frankfurter Start-Up „mietbremse24“ kämpft gegen zu hohe Mieten

Seit dem 1. Juni 2015 gilt in Deutschland die gesetzlich verankerte Mietpreisbremse. Durch die Neuregelung soll gewährleistet werden, dass bei der Wiedervermietung von Bestandswohnungen die zulässige Miete in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt höchstens auf das Niveau der ortsüblichen Vergleichsmiete – zuzüglich 10 Prozent – angehoben werden darf. Ein Verstoß gegen die Mietpreisbremse führt dazu, dass die vereinbarte Miete im Mietvertrag insoweit unwirksam ist, als der zulässige Höchstbetrag überschritten wird. Der Mietvertrag als solches bleibt jedoch wirksam! Insbesondere kann der Vermieter dem Mieter deshalb nicht kündigen. Hier gibt es bereits Urteile, die dies bestätigen.

Trotzdem beanstanden bisher wenige Mieter solche Verstöße durch eine „qualifizierte Rüge“, wie es der Gesetzgeber vorgibt. Aus Sicht einiger Experten liegt es auch daran, dass dieses Vorgehen für viele Mieter als kompliziert und riskant empfunden wird. Und genau hier will das StartUp „mietbremse 24“ ansetzen. Es will den Mietern ein unentgeltliches Werkzeug an die Hand geben, mit dessen Hilfe sie in wenigen Schritten online die zulässige Höchstmiete für ihre bereits angemietete oder aber noch anzumietende Wohnung herausfinden können.

Zudem unterstützt es die Mieter bei entsprechendem Ergebnis bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche auf Anpassung der Miete auf den gesetzlich zulässigen Höchstbetrag. Mietbremse24 bietet dabei jedoch keine rechtsberatende Dienstleistung an, sondern vermittelt an spezialisierten Vertragsanwälte von Mietbremse24. Die Anwälte arbeiten dabei auf reiner Erfolgsbasis. Erst wenn der Mandant tatsächlich weniger Miet zahlt, erhält der Anwalt eine Erfolgsprovision in Höhe von 25 % der Jahresmietersparnis.

Wird das Geschäftskonzept von mietbremse24 aufgehen? Aus meiner Sicht müssten es erst mehrere Erfolgsbeispiele geben, um die Kunden zu ermutigen, diesen Dienst verstärkt zu nutzen. Laut einem Bericht von hessenschau hat ein Vertragsanwalt nur wenige Wochen nach dem Start des Portals im Januar 2017 die erste Klage unter Berufung auf die Mietpreisbremse beim Amtsgericht Frankfurt eingereicht. Der erste Schritt ist getan.

Bild: Obi-Werbewand

One Response to Frankfurter Start-Up „mietbremse24“ kämpft gegen zu hohe Mieten

  1. Jörg sagt:

    Das Mietproblem ist echt doof. Kämpfen ja nicht nur Unternehmen mit, sondern auch Privatpersonen.

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