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Museum of Failure Innovation rückt im schwedischen Helsingborg die Misserfolge ins Rampenlicht

In den vergangenen acht Jahren hat Samuel West zum Thema Innovation geforscht. Dabei langweilten ihn schnell die Pressemitteilungen der Untenrehmen, die grundsätzlich nur Ihre Erfolge präsentieren. Dabei wissen wir, dass 80 – 90 % der Innovationen scheitern, siehe dazu mein Blogbeitrag „Warum neun von zehn Innovationen scheitern“ aus dem Jahr 2007. Über die Gründe des Scheiterns wollte deshalb Samuel Waste im Rahmen seiner Forschungsarbeit mehr erfahren. Und darüber, wie Unternehmen mit dem Scheitern umgehen und was man daraus lernen kann.

Samuel Wast hatte allerdings kein Interesse daran, dass seine Schriftwerke in einer Bibliothek verstauben. Vielmehr suchte er eine Idee, das Thema „Scheitern von Innovationen“ für alle unterhaltsam zu veranschaulichen. Und so kam er auf die Idee, eine Wanderausstellung zu diesem Thema zu initiieren. Deshalb tourt er seit einiger Zeit mit seiner Ausstellung durch die Welt, um sie auf Konferenzen, Messen und anderen Veranstaltungen zu präsentieren. Allerdings braucht auch jede Ausstellung ihren „Heimatort“. Deshalb hat Samuel Wast im schwedischen Helsingborg das „Museum of Failure Innovation“ eröffnet.

Die Sammlung besteht aktuell aus über siebzig gescheiterten Produkten und Dienstleistungen aus der ganzen Welt. Dazu gehören u.a. Google Glass, Segway, Harley-Davidson Parfüm, Kodak Digitalkamera, Apple Newton oder Sony Betamax. Die Ausstellung wird in schwedischer und englischer Sprache präsentiert (bald soll auch die deutsche Sprache folgen). Der Eintritt kostet ca. 10 EUR. Das Museum ist i.d.R. täglich von 12:00 . 18:00 Uhr geöffnet. Weiterhin werden verschiedene Events rund um das Thema geplant, wie z.B. eine Gourmet-Verkostung gescheiterter Food-Innovation in einem Helsingborger Restaurant. Und natürlich sollen an Ort und Stelle auch Fuck-Up-Nights stattfinden.

Was bezweckt Samuel Wast mit diesem Projekt? Er will keinsfalls die Innovatoren lächerlich machen. Vielmehr will er einen Anstoss geben, zu überdenken, wie wir in der Gesellschaft mit dem Scheitern umgehen. Aus seiner Sicht ist es falsch, Erfolge zu verherrlichen und Misserfolge zu verteufeln. Das mache die Menschen risikoscheu. Aber vielmehr müssen wir Risiken eingehen, um die heutigen Probleme der Gesellschaft nachhaltig zu lösen. Dabei kann man auch Irrwege gehen. Das ist nicht schlimm, wenn man sie erkennt und daraus für die Zukunft lernt.

Das Thema kommt Ihnen bekannt vor. Ja, wir beschäftigen uns hier im Blog immer wieder mit dem Thema „Scheitern“. So hat die Zeitschrift „Computer-World“ im Jahr 2007 im Rahmen einer Publikumsbefragung die 21 größten Technologie-Flops gekürt. Und wir haben im Jahr 2014 im Rahmen eines Artikels dazu aufgerufen, das Unterrichtsfach „Die Kunst des Scheiterns“ in Schulen und Hochschulen einzuführen, um anschliessend einen Gründerboom auszulösen. Und Sascha Lobo hat einen berühmten Vortrag zu diesem Thema gehalten.

Die Boston Consulting Group (BCG) hat schon im Jahr 2007 im Rahmen einer Studie acht Gründe vorgestellt, warum Innovationen in Großunternehmen scheitern bzw. nicht den erwarteten Erfolg bringen:

  1. Entwicklungszeiten sind zu lang (32 %)
  2. Mangelnde Koordination / Kooperation im Unternehmen (28 %)
  3. Zu wenig Information über die Bedürfnisse des Kunden (26 %)
  4. Keine „Fehlerkultur“ (25 %)
  5. Schwierigkeiten bei Auswahl der richtigen Ideen (21 %)
  6. Probleme beim Messen des Erfolges (20 %)
  7. Mangel an großartigen Ideen (18 %)
  8. Erfolglose Vermarktung der Innovation (17 %)

Lust auf mehr? In der Blogrubrik „Innovation“ haben wir bisher mehr als 1.000 Innovations-Stories veröffentlicht, um Sie zu diesem Thema zu inspirieren. Und wenn Sie sich tiefer mit dem Thema „Innovation“ grundsätzlich beschäftigen möchte, empfehle ich das Buch „Meuterei des Denkens“ von Hannes Treichl. Jemand, der sich in seinen Büchern häufig mit dem Scheitern beschäftigt, ist Gerhard Scheucher aus Wien, wie zum Beispiel im Buch „Ein Irrer schreitet die Parade ab: Zur Kunst des Scheiterns“. Laut Scheucher ist “Scheitern heutzutage die Schlüsselkompetenz.”. Oder anders formuliert: „Nur wer früh die Angst vorm Scheitern abbaut, wird später groß denken.“

Foto: (c) Google / Alphabet

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