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Deutsche Post testet Zustell-Roboter „PostBOT“ in der „Smart City“ Bad Hersfeld

Derzeit liefern sich viele Firmen einen Wettstreit, wer als erstes Drohnen als „Lastesel“ einsetzen kann. Dabei müssen Drohnen nicht fliegen. Das StartUp Starship hat einen Roboter auf Rädern entwickelt, der autonom Produkte ausliefern können soll. Er soll vor allem das Beförderungsproblem der letzten Meile(n) lösen, wie wir bereits 2015 hier im Blog berichtet haben. Der rollende Roboter soll Pakete von bis zu 10 Kilo Gewicht in einem Radius von bis zu einer Meile ausliefern. Im ersten Schritt sollen damit bevorzugt (warme und kalte) Lebensmittel und Medikamente transportiert werden. Dabei sollen die Transportkosten bei ein USD pro Lieferung und damit bis zu fünfzehn Mal günstiger als bei herkömmlichen Alternativen liegen. Zahlreiche Tests in mehreren Ländern (auch Deutschland) laufen derzeit.

Starship muss viele Herausforderungen meistern, bevor die Belieferung durch ihren Roboter auf Rädern reibungslos funktioniert. Die Deutsche Post geht einen anderen Weg, indem sie im hessischen Bad Hersfeld erstmals einen Roboter testet, der Zustellerinnen und Zusteller auf ihrer Zustelltour begleitet und durch den Transport vielzähliger Sendungen unterstützt. In zwei Zustellbezirken wird der elektrisch fahrende „PostBOT“ der Zustellerin oder dem Zusteller ab sofort folgen und dabei sechs Briefbehälter mit Sendungen transportieren. Somit werden die Postbotinnen und Postboten nicht nur vom Gewicht der Sendungsmenge entlastet, sondern haben zudem auch die Hände frei, um die Sendungen einfacher zu verteilen. Mit dem Test will die Deutsche Post herausfinden, wie Roboter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im körperlich anspruchsvollen Zustellalltag künftig unterstützen können, nicht aber komplett ersetzen.

Der „PostBOT“ wurde auf Basis eines Roboters der französischen Firma „Effidence S.A.S“ unter enger Einbindung von Zustellerinnen und Zustellern der Deutschen Post speziell für den Transport von Briefen und Päckchen entwickelt. Der Roboter kann Lasten bis zu 150 Kilogramm transportieren. Mittels Sensoren erkennt er die Beine der Postbotin oder des Postboten und folgt diesen auf Schritt und Tritt auf dem Gehweg. Hindernissen weicht er aus oder stoppt. Der robust gebaute „PostBOT“ soll für den Einsatz bei allen Witterungsbedingungen geeignet sein. Der Test in Bad Hersfeld ist zunächst auf rund sechs Wochen ausgelegt. Anschließend werden die Ergebnisse aus der Praxis ausgewertet. Sie stellen eine wichtige Grundlage für Folgetests und Weiterentwicklungen dar. Der große Vorteil gegenüber dem Starship ist, dass beim PostBOT der Zusteller jederzeit eingreifen und auch Verbesserungsvorschläge aufgrund alltäglicher Beobachtungen machen kann. Auf der Webseite delivering-tomorrow.de präsentiert die Deutsche Post DHL Group weitere Logistlösungen für die Zukunft.

Aber nicht nur die Mitarbeiter der Deutschen Post AG, auch die Stadt Bad Hersfeld soll während des Tests vom „PostBOT“ profitieren, indem der Roboter zeitweise auch einem Mitarbeiter der Stadt zur Verfügung gestellt wird, der innerhalb der Stadtverwaltung Post verteilt. Noch wichtiger ist allerdings der PR Effekt für Bad Hersfeld. Insofern überrascht es nicht, dass sich der Bürgermeister Thomas Fehling freut, dass die Deutsche Post Bad Hersfeld für die Deutschlandpremiere ihres „PostBOT“ ausgewählt hat. In einem Artikel der Hersfelder Zeitung und einer Präsentation des Oberbürgermeisters kann man nachlesen, welche Aktionen die hessische Stadt noch durchführen will, um zur Smart City zu werden.

Foto: Deutsche Post DHL Group

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