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Der essbare Trinkhalm „eatapple“ soll dank Crowdfunding in die Massenproduktion gehen

Allein in Deutschland landen jährlich 40 Milliarden Plastik-Trinkhalme auf dem Müll. Das will Konstantin Neumann mit seinem StartUp Wisefood ändern. Dafür hat er mit Nico Leister und weiteren Teammitgliedern den essbaren Trinkhalm „eatapple“ entwickelt. Der Trinkhalm besteht – wie es der Name schon verrät – hauptsächlich aus Apfel. Bei der Apfelsaftproduktion fällt als Reststoff Apfeltrester an und manche Safthersteller verschenken dieses Abfallprodukt oder verkaufen es als Tierfutter.

Konstantin Neumann will dem Apfelrester ein zweites, sinnvolles Leben „schenken“. Apfeltrester ist nichts weiter als der Apfel selbst – nur ohne Saft. Alles Gute was der Apfel von Natur aus hat, kann also verwertet werden. Da wären Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und der leckere Apfelgeschmack, die sich im eatapple Trinkhalm wiederfinden lassen. Die Haltbarkeit dieses natürlichen Trinkhalmes soll bei 12 Monaten liegen.

Nachdem das Getränk fertig getrunken ist, kann man den Trinkhalm genüsslich und mit gutem Gewissen verspeisen. Und wenn man an einem langen Abend zu viele verzehrt hat, findet er seinen Platz in der Bio-Tonne. Er besteht aus pflanzlichen Inhaltsstoffen und ist biologisch abbaubar, im Gegensatz zu den Plastiktrinkhalmen, die mit Schweröl herstellt werden und Jahrhunderte braucht, bis es abgebaut ist.

Die Geschäftsidee entstand im Rahmen eines Uni Projektes des Karlsruher Instituts für Technologie, bei dem es darum ging essbares Besteck zu entwickeln. Mithilfe einer umgebauten Nudelmaschine wurden die ersten Prototypen herstellt und das Produkt verbessert werden. Täglich konnten so gerade 30 bis 40 Strohhalme mit großem Zeitaufwand hergestellt werden.

Auf der Suche nach einem Produzenten, das das Produkt in großer Stückzahl schnell herstellen kann, sind die Gründer beim Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik fündig geworden. Hier gibt es die Möglichkeit zwei verschiedene Anlagen zu benutzen wodurch es den Gründern möglich ist zwischen 10.000 und 100.000 Trinkhalmen pro Tag zu produzieren. Ende März 2017 konnten so die ersten eatapple-Trinkhalme in größerer Stückzahl hergestellt werden. Der Probelauf war erfolgreich.

Jetzt stehen die Gründer vor der Herausforderung, die Produktion vorzufinanzieren. Deshalb haben sie im Oktober ein Crowdfundingaktion auf Startnext initiiert, um die Rohstoff- und Produktionskosten vorfinanzieren zu können. Allerdings sind sie auch knapp einen Monat nach Start noch weit von ihrem Fundingziel (32.000 Euro) entfernt. Das liegt aus meiner Sicht daran, dass viele erst einmal eine kleine Packung mit 10 oder 50 Strohhalmen (zum Early Bird Preis von 8 bzw. 22 Euro) vorbestellen und so der Weg sehr weit ist, das Fundingziel zu erreichen.

Dieses Beispiel zeigt, dass sich auch Initiatoren einer Crowdfundingaktion eine gute Probemarketingaktion einfallen lassen und erfolgversprechende Vertriebswege nutzen sollten, um schnell Großabnehmer zu gewinnen, die große Mengen vorab bestellen, z.B. 10.000 Stück zum Early Bird Preis von 1.275 Euro. Ich denke konkret an eine Probemarketingtournee durch Deutschland, um vor Ort Gastronomen, Caterer und Händler zu begeistern, aber auch z.B. Firmen, die Getränke auf Messen ausschenken.

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