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Prämiertes Start-Up flissade verwandelt den Balkon in einen Wohnraum im Winter

Fast jeder Mieter einer Wohnung wünscht sich einen Balkon. Allerdings wird der Balkon in der kalten Jahreszeit kaum genutzt. Und noch schlimmer: Balkone „kleben wie Kühlrippen an Häuserblöcken“ und leiten behagliche Wärme nach draußen. Geht das auch anders? Diese Frage stellten sich auch die damaligen Architektur-Studierenden der Technischen Universität München, Lisbeth Fischbacher und Daniel Hoheneder. Im Rahmen einer Seminararbeit fanden Sie die Lösung, die ihr ganz Leben umkrempelte.

Die findigen Architekten haben eine bewegliche Primärhüller entiwckelt, also eine Fassade, die man ganz nach Belieben verschieben kann. Im Wesentlichen handelt es sich um eine Fensterfront, die man im Winter an die Außenseite des Balkons schieben kann. Man vergrößert seinen Wohnraum, merzt die „Kühlrippen-Wirkung“ aus und nutzt die Sonnenstrahlung, die den Raum erwärmt und somit weitere Energie einspart. Während der Heizperiode werden die solaren Zugewinne um bis zu 300 Prozent gesteigert.

Locken dagegen warme Temperaturen ins Freie, kann man die Fensterfront mit wenigen Handgriffen verschieben und den Balkon wieder Balkon sein lassen. Vom Prinzip her ähnelt das Konzept einer Schiebetür, die man allerdings nicht nur zur Seite, sondern auch um die Kurve bewegen kann. Dies wird über eine U-förmige Schiene realisiert. Der Bewegungsradius der Elemente ist minimal – Tisch, Couch und Co. können an ihrem Platz bleiben, wenn die Türen verschoben werden.

2011 schlossen Fischbacher und Hoheneder ihr Studium ab – Fischbacher sogar als Jahrgangsbeste. Just zur gleichen Zeit konnten sie eine zweite Flasche Sekt aufmachen: Das Patent wurde erteilt, und somit fiel der Startschuss für die Selbständigkeit. Nun hieß es: Die Gründung der flissade GmbH vorbereiten, Fördergelder einwerben, Industriepartner gewinnen. Bei der TUM Gründungsberatung erhielt das Team Unterstützung bei der Beantragung von Förderprogrammen.

Mittlerweile, vier Jahre nach der Gründung, ist der umfangreiche Prozess der Produktentwicklung abgeschlossen, es geht in die Pilotphase. Wie gut die Idee ist, zeigt sich auch in den Preisen, die die beiden flissade-Gründer erhalten haben: Den Innovationspreis Bayern 2016, den Münchner Gründerpreis 2017 sowie den Bayerischen Gründerpreis 2017. Jetzt muss sich zeigen, wie erfolgreich die Idee in Zahlen umgemünzt werden kann.

Infoquelle: Pressemitteilung TUM München

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