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Schwedisches Start-Up „Powerswap“ ermöglicht das Auftanken von Elektrofahrzeugen „im Handumdrehen“

Warum fahren hier in Deutschland noch so wenige Elektrofahrzeuge herum? Das hat viele Gründe. Ein Grund liegt sicherlich darin, dass es noch zu wenige Ladesäulen gibt und dass das Auftanken noch zu lange dauert. Und genau hier setzt das schwedische Start-Up „Powerswap“ an. Die Lösung:

Anstatt das Ladekabel am Fahrzeug anzuschließen und zu warten, bis das Auto aufgeladen ist, wird die Batterie mithilfe eines Robotergerätes in 3 Minuten ausgetauscht. Und dabei soll die Auftankinfrastruktur genutzt werden, die es schon gibt: Die Tankstellen. Deshalb sollen die Roboter-Austauscheinheiten bevorzugt an Tankstellen installiert werden. Alternativ dazu sollen auch Parkplätze damit bestückt werden.

Gab es das nicht schon einmal? Tatsächlich erinnert die Lösung stark an das Angebot von betterplace, die schon vor einigen Jahren mit solch einer revolutionären Idee (weil zu komplex) gescheitert sind. In einigen Punkten will PowerSwap nun alles besser machen:

Zum einen sollen keinen separaten Stationen aufgebaut werden, sondern Tankstellen in den Vertrieb eingebunden werden. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass Powerswap den Austausch von der Seite her vornimmt, was optimaler ist, wenn es um Automation geht. Ganz wichtig ist aus Sicht der Gründer auch, die richtige Markteintrittsstrategie zu wählen.

Deshalb sollen im ersten Schritt gezielt Taxiunternehmen und Kurierdienste angesprochen werden, um diese neue Lösung zu test. Denn diese Nutzer haben keine Zeit für langes Aufladen. Laut den Gründern soll schon eine Absichtserklärung von Taxi Stockholm, dem größten Taxiunternehmen in Schweden vorliegen, das System zu testen.

Die Vorteile des neuen Systems fasst das Start-Up in einer Pressemitteilung wie folgt zusammen:

  • Das Auftanken geht schneller als bei einem Benzinauto.
  • Das Fahrzeug kann während des „Auftankens“ (Ladens) weiter verwendet werden.
  • Das Elektrofahrzeug wird ohne Batterie verkauft, wodurch der Preis für ein Elektrofahrzeug geringer wird als für ein fossiles Auto. Die Batterie wird geleast und kann erneuert werden, wenn eine bessere Technologie erhältlich ist.
  • Es wird eine Infrastruktur aufgebaut, ohne dass die Notwendigkeit zum Bau Hunderttausender öffentlicher Ladesäulen besteht.
  • Die Belastung für die Batterie wird wesentlich reduziert. Die Batterien erhalten ausreichend Zeit zum Laden, wodurch Nachfragespitzenzeiten und die Belastung des Stromnetzes verringert werden.

Und wer steckt nun hinter diesem neuen Versuch? Powerswap AB ist ein Ableger von Fuelmatics AB, dem Erfinder des vollkommen automatischen Auftankens von flüssigen Brennstoffen. Powerswap wird von der schwedischen Energiebehörde, Energi-myndigheten, mit dem Zweck unterstützt, eine effizientere Infrastruktur für Elektrofahrzeuge zu ermöglichen. Das Unternehmen arbeitet mit chinesischen Batterieherstellern und Erstausrüstern zusammen.

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