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5 Telemedizin Startups

Der 121. Deutsche Ärztetag in Erfurt hat am 10. Mai 2018 eine Neufassung des § 7 Absatz 4 der (Muster-)Berufsordnung für die in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte beschlossen und mit folgender Formular den Weg für die ausschließliche Fernbehandlung von Patientinnen und Patienten unter bestimmten Bedingungen geebnet: „Eine ausschließliche Beratung oder Behandlung über Kommunikationsmedien ist im Einzelfall erlaubt, wenn dies ärztlich vertretbar ist und die erforderliche ärztliche Sorgfalt insbesondere durch die Art und Weise der Befunderhebung, Beratung, Behandlung sowie Dokumentation gewahrt wird und die Patientin oder der Patient auch über die Besonderheiten der ausschließlichen Beratung und Behandlung über Kommunikationsmedien aufgeklärt wird.“ Bis jetzt gibt es in Deutschland schon einige Telemedizin-Angebote. Durch o.g. Situation kommt noch mehr Dynamik in den Markt (auch wenn es weiterhin noch zahlreiche Beschränkungen gibt), weshalb wir hier ausgewählte Telemedizin-Startups vorstellen:

DrEd.com Online-Artzpraxis
Die Online-Arztpraxis DrEd wurde 2010 von David Meinertz (CEO) und Amit Khutti in London (UK) gegründet. Sie gehört zur Health Bridge Ltd. Seit dem Start in 2011 wurden europaweit knapp 2 Millionen Behandlungen für Patienten aus Deutschland, Österreich, Schweiz, England, Irland und Frankreich durchgeführt. Davon entfielen allein 400.000 Behandlungen und Beratungen auf deutsche Patienten. Die bei DrEd angestellten Ärtze beraten und behandeln Patienten zeit- und ortsunabhängig per Internet, Telefon oder Videochat.

Fernarzt.com
Fernarzt.com vermittelt seit Februar 2018 in England praktizierende Ärzte, die auf Basis eines Online-Fragebogens eine Diagnose erstellen und rezeptpflichtige Original-Medikamente aus Deutschland verschreiben. Zu den ersten Behandlungsfeldern gehörten Haarausfall, hormonelle Verhütung und Akne. Das Angebot soll ständig ausgebaut werden. So kamen im April 2018 Behandlungsfelder wie Migräne, Heuschnupfen und Blasenentzündung hinzu. Zielkunden waren zu Beginn Patienten, die zeitlich oder hinsichtlich ihrer Mobilität eingeschränkt sind und bevorzugt Folgerezepte wünschen.

TeleClinic
TeleClinic bietet Versicherungen und Patienten umfangreiche Gesundheitsangebote wie digitale Arztsprechstunde, Disease Management Programme, Gesundheitstracking, Prävention sowie elektronische Gesundheitsakte. Die TeleClinic Ärzte sind an sieben Tagen der Woche und zu jeder Tageszeit für Patienten da – ohne lange Wartezeiten. Bei TeleClinic sind nur Ärzte mit deutscher Approbation zugelassen. Der Patient kann wählen, ob das Arzt-Gespräch über Videochat oder am Telefon stattfindet. In Baden-Württemberg läuft bereits ein Pilotprojekt (an dem sich mehrere Krankenkassen beteiligen) – inklusive der virtuellen Ausstellung von Rezepten.

Kinderheldin
Kinderheldin bietet eine medizinisch fundierte Beratung für alle akuten sowie allgemeinen Fragen rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Kind. Kinderheldin ist täglich, auch an Wochenenden und feiertags, örtlich unabhängig per Chat oder Telefon erreichbar. Das Startup will so eine unkomplizierte und schnelle Lösung anbieten, um die Gesundheitsversorgung von Frauen, Kindern und Familien in Deutschland weiter zu verbessern und bestehende Versorgungstrukturen sinnvoll zu ergänzen. Voraussetzung einer Mitarbeit bei Kinderheldin sind eine staatlich anerkannte Ausbildung und Berufserfahrung als Hebamme. Auch Ärzte arbeiten im Team mit.

Minddistrict
Minddistrict ist eine E-Mental-Health-Plattform, mit einem breitgefächerten Produktkatalog an Online-Modulen, Tagebüchern und Fragebögen. Psychotherapeutische Einrichtungen nutzen die Plattform und den Katalog zur Behandlung oder Begleitung ihrer Patienten. Minddistrict wurde im Jahr 2008 von CEO Mark Willems gegründet und ist inzwischen Marktführer in den Niederlanden, mit Niederlassungen in Großbritannien und Deutschland, und sind auf dem US-amerikanischen und kanadischen Markt aktiv. Mehr als 200.000 Nutzer in über 8 Ländern verwenden Minddistrict, um dauerhaft ihr Denken und Handeln zu verändern.

Foto: obs/TeleClinic/Quelle TeleClinic

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