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Wenn der Hobykoch für einen Tag zum Chefkoch eines Restaurants wird

Gastronomen verlassen sich schon lange nicht mehr darauf, dass die Laufkundschaft den Laden voll macht. Vielmehr werden neue Marketingideen gesucht, um die Plätze zu füllen. Besonders beliebt sind Multiplikatorenkonzepte, um die Räume voll zu machen. Hier in Frankfurt gab es z.B. viele Jahre einmal im Monat eine Aktion einer Cocktailbar, im Rahmen derer bekannte Persönlichkeiten aus Frankfurt hinter dem Tresen standen und ihre Lieblings-Cocktails mixten. Der positive Nebeneffekt: Die Promis haben über ihre Verteiler ihre Community zu diesem Event eingladen und somit kostenlos Werbung für die Cocktailbar gemacht.

Eine ähnliche Idee ist Basis für die Geschäftsidee „Un Jour, un Chef“. Übersetzt bedeutet es: Für einen Tag Chefkoch sein. Der Name ist Programm. In einem Restaurant in Paris können Hobbyköche für einen Tag Chefkoch „spielen“. Sie werden im Vorfeld gebeten, sich im Vorfeld beim Restaurant zu bewerben und ihren Menuvorschlag einzureichen. Wenn Sie angenommen werden, wird mit einen ein Termin vereinbart, an dem sie als Chefkoch agieren. Die Hobbyköche können an dem Tag auf die bis zu 50 Mitarbeiter des Restaurants in Küche und Service zurückgreifen. Für die Hobbyküche ist diese Aktion kostenfrei.

Die Hobbyköche werden nur von den Restaurantbetreibern angenommen, wenn die Bewerber ein überzeugendes Menu vorlegen und auf einen großen Freundes- oder Fankreis zurückgreifen können, so dass die Chancen gut sind, dass durch die Einladung des Chefkochs das Restaurant auch gut gefüllt ist. Bei Menupreisen von 30 EUR stehen die Chancen dafür nicht schlecht. Selbstverständlich lädt das Restaurant auch über seinen Verteiler ein, der von Aktion zu Aktion immer größer wird. Ich persönlich würde es wie manche Kongressveranstalter machen und die Hobbyköche nur annehmen, wenn sie ein Mindestkartenkontingent für diesen Abend abnehmen würden.

Als Chefköche für einen Tag kommen aber nicht nur Promis und Hobbyköche mit großem Freundeskreis in Frage, sondern auch Profiköche, die damit ihr Können unter Beweis stellen wollen. Von dieser Idee sollten sich aus meiner Sicht mehr Restaurants hier in Deutschland inspirieren lassen. Wir haben hier im Blog bereits vor knapp fünf Jahren Vorschläge von Elita Wiegand vorgestellt, wie im Rahmen eines Gastronomie 2.0-Konzeptes Kunden in die Vermarktung eingebunden werden könnten. Auch die Ideen zum Shop-In-Shop-Restaurant passen dazu.

One Response to Wenn der Hobykoch für einen Tag zum Chefkoch eines Restaurants wird

  1. visit sagt:

    Dante Alighieri: „For what is liberty but the unhampered translation of will into act“

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