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Innovative Zweitnutzung von BMW i3 Akkus: Speicherfarm in Leipzig in Betrieb genommen

Wenn über den E-Auto-Boom berichtet wird, fällt fast immer der Name Tesla, auch wenn derzeit die Produktionsschwierigkeiten des amerikanischen Vorreiters die Schlagzeilen bestimmen. Dabei ist fast untergegangen, dass im Leipziger BMW-Werk am 26. Oktober 2017 der 100.000ste BMW i3 vom Band lief. Die Serienproduktion des BMW i3 begann im September 2013. Im Gegensatz zu Konkurrenten aus der („alten“) Automobilindustrie entschied sich BMWi beim i3 um ein komplett neu entwickeltes Fahrzeug, um den Besonderheiten eine E-Autos gerecht zu werden. Immer mehr andere Autokonzerne erkennen, dass dieser Weg der Richtige ist und folgen BMW.

Allerdings bringt der Verkaufserfolg des BMW i3 auch neue Probleme mit sich. Was soll man mit den alten Akkus machen, wenn sie älter werden und in der Leistung nachlassen. Die Entsorgung ist sehr teuer und schliesslich sind die alten Akkus immer noch einsatzbereit. Im Jahr 2016 berichtete das Handelsblatt, BMW hätte die Idee, die alten Akkus als Stromspeicher in Privathäusern einzusetzen. Jetzt hat BMW eine neue Einsatzmöglichkeit für die alten Akkus gefunden, noch rechtzeitig, bevor es eine größere Zahl an alten Akku-Rückläufer gibt.

Am 26. Oktober 2017 wurde nicht nur der 100.000. BMW i3 gefeiert, der vom Band lieft, sondern auf die offizielle Inbetriebnahme der Speicherfarm auf dem BMW-Werksgelände in Leipzig. Die Batteriefarm in Leipzig beherbergt bis zu 700 gebrauchte BMW i3 Batteriespeicher. Aktuell sind 500 neue und gebrauchte Hochvolt-speicher integriert, denn heute – vier Jahre nach der Markteinführung des BMW i3 – sind die meisten Speicher noch in den Fahrzeugen unterwegs. Aufgrund des skalierbaren Ansatzes ist die Farm in Bezug auf die Anzahl der Speicher erweiterbar. Darüber hinaus ist sie bereits heute kompatibel mit kommenden Speicher-generationen und damit zukunftssicher.

Mit den Windrädern auf dem Werksgelände verknüpft die Speicherfarm die dezentrale Eigenerzeugung aus erneuerbaren Energien mit einem lokalen Energiespeicher sowie einem industriellen Großverbraucher. Die Speicherfarm ist zudem in das öffentliche Stromnetz integriert, was die Vermarktung von Primär-Regelleistung ermöglicht. So kann die Speicherfarm in Zeiten eines Überangebots an Strom aus erneuerbaren Energien das Stromnetz durch die Aufnahme von Strom entlasten. In Zeiten eines zu geringen Stromangebots im Netz kann der Speicher wiederum Strom beisteuern. Die BMW Speicherfarm in Leipzig ist ein Projekt im Rahmen der WindNODE-Initiative, die sich die Förderung intelligenter Nutz- und Speichersysteme von erneuerbaren Energien zur Hauptaufgabe gemacht hat.

Es gibt natürlich auch noch andere Ideen, alte Akkus von E-Autos einer Zweitnutzung zukommen zu lassen. Renault will zum Beispieil dank ausgemusterter Batterien autonome E-Tankstellen ohne Stromanschluss errichten. Hintergrund: Renault verkauft seine E-Autos ohne Batterie. Die Batterie wird vermietet, damit die Anschaffungskosten für die Autokäufer nicht zu hoch sind. Derzeit fahren schon mehr als 100.000 Renault E-Autos mit vermieteter Batterie herum. Was tun, wenn die Mietverträge auslaufen? Eine Idee besteht nun darin, mehrere gebrauchte Batterien zu verwenden, um eine E-Tankstelle ohne Stromanschluss zu errichten. Der nötige Strom kann via Solaranlage oder Windrad erzeugt werden und der Strom via Batterie gespeichert werden. Dadurch könnten Lücken im E-Tankstellennetz schnell geschlossen werden.

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