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tegut „Lädchen für alles“ von Bürgern für Bürger vor Ort

Topverdiener in Städten haben die Qual der Wahl. Sie können in den Supermarkt um die Ecke gehen oder sich via Smarthpone oder Internet die Lebensmittel gleich nach Hause liefern lassen. Was machen allerdings ältere Menschen auf dem Land, die häufig keinen Internetzugang haben und nicht nur in den Tante Emma Laden um die Ecke gehen, um einzukaufen, sondern auch um Anschluss zu anderen Menschen zu halten? Diese Menschen „sehen alt aus“, wenn der einzigste Laden im Dorf die Türen schließt, weil der Inhaber z.B. aus Altersgründen schließt. Denn wer kann heute mit einem Tante Emma Laden noch genug Geld verdienen, um ein Existenzminimum zu verdienen? Deshalb gibt es auch meist keine Nachfolger für einen Laden, dessen Inhaber aus Altersgründen schliessen muss.

Die Firma Tegut mit Sitz in Fulda, die mehr als 300 Geschäfte betreibt, hat sich Gedanken über diesen Engpass gemacht und das Konzept „Lädchen für alles“ entwickelt. Zusammen mit den Bürgern und Gemeinden holt der Lebensmittelhändler daher jetzt das „Lädchen für alles“ wieder nach nebenan. Entscheidend ist, dass die Anwohner die Geschäftsführung – unterstützt von tegu – selbst in die Hand nehmen. Das Geschäftskonzept ruht dabei auf drei Säulen:

  • Kerngeschäft (gute Lebensmittel von tegut)
  • Dienstleistung (Lotto, Paketservice, Reinigungsannahme, Kopierer …)
  • Treffpunkt (Kommunikation, Information, Veranstaltungen …)

Der Treffpunkt ist dabei die kommunikative Säule im „tegut… Lädchen für alles“. Der Treffbereich bietet die Möglichkeit, zwanglos zusammenzukommen oder Veranstaltungen und Aktivitäten für verschiedene Gruppen zu organisieren. Außer seiner sozialen Funktion für das Dorf erhöht der Treffpunkt auch die Besucherzahl im Lädchen und stärkt ihn so wirtschaftlich. Wie der Treffpunkt gestaltet wird hängt von
den Gegebenheiten und Bedürfnissen in der jeweiligen Gemeinde ab – ob als „Quasselecke“ im Lebensmittelladen oder als eigener Raum, der Freizeitgruppen Platz für regelmäßige Aktivitäten bietet. Egal welche Art von Treffpunkt realisiert wird – entscheidend für den Erfolg ist das ehrenamtliche Bürgerengagement. Bürgerinnen und Bürger sollen sich hier mit ihren Ideen und Vorstellungen einbringen.

Zudem soll das Lädchen durch die Bündelung verschiedener Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger attraktiver werden, da sie hier viele Dinge auf einem Weg erledigen können. Dazu können neben Bankautomat, Lotto/Toto und Annahmestellen für Post, Reinigung, Änderungsschneiderei oder Schuhrepatur auch folgende Leistungen angeboten werden:

  • Lieferservice
  • Partyservice, Präsentkörbe
  • Fotoservice
  • Annahme Druckpatronenbefüllung
  • Gemeindebüro oder Kommunale Dienstleistungen
  • Tourist­Information / Tourismusbüro
  • Kopier­ und Faxservice
  • Versicherungsberatung
  • Medizinische Versorgung

In Kürze soll es in Hessen und angrenzenden Bundesländern insgesamt 20 solche Lädchen für alles geben. Durch die Mischung aus ehrenamtlichen Engagement, einem duchdachten Dienstleistungsmix und die Idee, Treffpunkt für alle Menschen im Ort, und zwar nicht nur für den Zweck des Lebensmitteleinkaufs zu werden, soll der gute alte Tante Emma Laden neu zum Leben erweckt werden. Es gibt dabei insgesamt drei Größenkonzepte. Kleinere Läden können durch Werkstätten, Vereine und Initiativen geführt werden, mittelgroße Läden bieten schon einen Nebenverdienst und große Läden sogar die Chance für eine Vollexistenz. Alle Lädchen haben gemeinsam, dass sie das ausgewählte Sortiment von tegut führen. tegut kombiniert mit diesem Konzept soziales Engagement mit profitablen Business und beweist damit, dass beides kein Gegensatz sein muss. Mehr Infos gibt es in dieser Infobroschüre.

21 Responses to tegut „Lädchen für alles“ von Bürgern für Bürger vor Ort

  1. […] muss oder ganz neue Geschäftsfelder erschliessen muss, wie ich das z.B. vor kurzem am Beispiel des “Lädchen für alles” skizziert habe. Evtl. kann man sich auch an bestehenden Mischlösungen orientieren und z.B. in […]

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