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Wird Lebensmitteileinkauf nach Kochrezept zum Standard?

Manchmal braucht die ECommerce-Welt länger, als Trendforscher erwarten. Beispiel gefällig? Im Oktober 2008 habe ich hier im Blog erstmals die Geschäftsidee von Destination Dinners präsentiert. Im Rahmen dieses Angebotes werden Koch-Kits von vielen exotischen Gerichten aus der ganzen Welt via Onlineshop verkauft. Die Besonderheit: In kleinen Fläschchen und Tüten sind alle wichtigen Zutaten in genau der richtigen Dosierung abgefüllt und das dazu passende Kochrezept liegt auch gleich bei. Seit 2008 war somit klar, dass es irgendwann zum Standard wird, nach Kochrezepten online einkaufen zu können. Aber der Weg dahin war steinig.

Die nächste Idee in diese Richtung habe ich 2010 mit dem Lebensmittellieferdienst-Abonnement Middagsfried vorgestellt, der zu der Zeit unter „KommtEssen“ nach Deutschland kam. Und Ende 2010 kam mit dem Kochhaus diese Idee auch im stationären Einzelhandel an. Gleichzeitig entdeckten auch die Lebensmittelonlineshops die Möglichkeit, Kochrezepte als Basis für den Einkaufszettel zu verwenden, einmal in Form einer Kooperation und einmal als Stand-Alone-Lösung.

Und endlich jetzt am Ende des Jahres 2012 bin ich durch ExcitingCommerce auf einen Lebensmittelonlineshop gestossen, der meinen Idealvorstellungen aus dem Jahr 2008 sehr nahe kommt. Es handelt sich um Cookbutler, die ihr Angebot selber Rezeptshopping nennen. Derzeit hat man die Wahl aus 3.000 Rezepten, davon über 1.800 Hauptspeisen, knapp 600 Vorspeisen und knapp 400 Desserts. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Rezepte kann man weiter eingrenzen, indem man spezielle Ernährungsweisen (z.B. vegetarisch, gluten oder laktosefrei), Gesamtzeitaufwand fürs Kochen und Preiskategorie angibt.

Hat man die passenden Rezepte gefunden, wird einem am nächsten Montag oder Donnerstag abends die Ware genau abgepackt (je nach Mengenangaben im Rezept) mit Kühllastern kostenfrei nach Hause geliefert. Der Vorteil: Man muss aber nicht alle Waren bestellen, die einem nach Auswahl der Kochrezepte vorgeschlagen werden. Denn evtl. habe ich bestimmte Lebensmittel, die ich dafür brauche, schon zu Hause oder ich habe einen speziellen Lieferanten, der einfach den besten Parmesan der Welt liefert und ich deshalb nicht den Parmesan von Cookbutler bestelle. Da ich ein Anhänger des Regionalprinzips bin, wäre es perfekt, wenn jemand eine Kombination aus Cookbutler und Hubbub entwickeln würde.

6 Responses to Wird Lebensmitteileinkauf nach Kochrezept zum Standard?

  1. Wohnblog sagt:

    Das ist ja mal ein interessanter Tipp… ich hätte eigentlich auch erwartet, dass diese Art von Shopping viel eher „Standard“ wird. – Ich persönlich habe kaum Zeit neben meinem Arbeitsalltag noch Einkäufe zu managen.

    Viele Grüße, Christian

  2. budul sagt:

    Eine ähnliche Idee betreibt HelloFresh. Nur mit dem Unterschied, dass diese sich auch noch passende Rezepte für den jeweils gewählten Zeitraum ausdenken, die dann auch dem Frischegrad der Zutaten entsprechen. Das Ganze kann man dann als eine Art Abonnement bestellen.

  3. Hallo budul,

    danke für den Hinweis.

    Hello Fresh packe ich in die Kategorie „Middagsfried“, sprich Abodienst mit fertigem Rezpet-Kit. Ehrlich gesagt habe ich für jede Kategorie nur den First Mover hier erwähnt.

    Cookbook ermöglicht mehr viel mehr Auswahl (3.000 Rezepte) und bietet mir die Flexibilität, nur die Waren (aus den Rezepten) zu bestellen, die ich wirklich brauche (und nicht schon selbst habe). Zudem ist es kein einengender Abodienst. Das sind die Gründe warum Cookbook meinem Ideal deutlich näher kommt als Abodienste wie HelloFresh und Co.

    Gruss

    Burkhard

  4. […] einem anderen Rezept. Individueller, aber auch unbequemer. Cookbutler nennt es Rezeptshopping und Burkhard Schneider erklärt es genauer. Der Kunde wählt seine Pakete selbst aus 3.000 Rezepten aus. Und ich dachte, […]

  5. […] dieses Angebot auf den ersten Blick schlicht erschlägt, ist die Frage dennoch berechtigt, ob der Lebensmitteleinkauf mit Kochrezept bald unser Standard ist? […]

  6. […] Es gibt fast nichts, was nicht über das Internet verkauft wird. Es gibt aber Produkte, die sich noch schwerer tun als andere, via ECommerce Kunden zu attraktieren. Dazu gehören auch noch Lebensmittel. Es gibt immer noch Produkte, die man sich erst genau anschauen will, bevor man sie in den Warenkorb legt. Auf der anderen Seite ist es viel bequemer und zeitsparender, über das Internet Lebensmittel zu kaufen. Auch wenn einige Anbieter der ersten Stunde die “Segel streichen mussten”, wird sich auch dieser Trend langfristig durchsetzen. Es braucht sicherlich neue Ideen und Innovationen, die den Einkauf von Lebensmitteln im Onlineshop schmackhaft machen. […]

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